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Sprechstunde: Heilkraft des Bindegewebes

Faszien sind momentan in aller Munde. In der Naturheilkunde sind sie schon lange bekannt. Aber in der Medizin spielten sie lange so gut wie keine Rolle. Seit einigen Jahren wird zunehmend geforscht, und diese Forschung beweist zunehmend Aussagen der Ernährungsmedizin und der neuen Schmerz- sowie Bewegungstherapie. Vor Beginn dieser Forschung ging es beim Bindegewebe vor allem um die Transport- und Fließfähigkeit der in ihr zirkulierenden Zwischenzellflüssigkeit. Vor allem davon hängt ab, dass sich keine Abfallstoffe in ihr stauen. Denn die Zellen können nur gut mit Nährstoffen versorgt werden, wenn die Flüssigkeit frei von unerwünschten Inhaltsstoffen ist. Die große Bedeutung des Fasziennetzes zeigt folgendes Bild deutlich: Würde man alles aus dem Körper entfernen was nicht zur Faszie gehört, würde er sich so gut wie nicht ändern. Man sähe ein Netzwerk unendlich vieler Fäden. Das liegt daran, dass die Faszie jede unserer 90 Billionen Zellen miteinander verbindet. Würde man dagegen die Faszie entfernen, läge da ein Haufen ungeordneter Zellen in einer Pfütze.

Wie wir inzwischen wissen, verändert sich dieses komplexe dreidimensionale Netzwerk in jeder Sekunde. Kleine Spinnentierchen, sogenannte Fibroblasten, spinnen permanent neue Fäden, nehmen sie weg oder flechten stärkere Verbindungen. Eine gesunde Faszienstruktur kann man mit der Scherengitterstruktur einer Damenstrumpfhose vergleichen. Sie macht Faszien hochelastisch und bildet Strömungskanäle, durch die Nährstoffe zu den Zellen „hinschwimmen“ können und Abfallstoffe wegtransportiert werden können. Der Baumeister der Faszienstruktur ist unsere Körperbewegung, die wir im Alltag verwenden. Die Fibroblasten „weben“ Scherengitter nur dann, wenn die Muskeln unseren Körper regelmäßig vollständig in alle Beuge- und Streckwinkel hineinbewegen.

Da wir unsere möglichen Bewegungswinkel nur zu erschreckenden 10 bis 15 Prozent nutzen, bildet sich eine verfilzte Faszienstruktur. Das führt zu Schmerzen, Arthrose und Bandscheibenschäden. Die Zellen werden unterversorgt und ersticken im eigenen Abfall. Die gute Nachricht ist: Wir können unsere Faszienstruktur in jedem Alter wieder in die gesunde Scherengitterstruktur umweben. Wie? Indem wir unsere Beweglichkeit erhöhen und die rückeroberten Winkel nutzen. Am besten mit dafür speziell entwickelten Engpassdehnungen und dem Faszien-Yoga. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie im neuen Buch „FAYO, das Faszien-Yoga“ von Dr. Petra Bracht und Roland Liebscher-Bracht, das am 27. 6. erscheint.

(pbr)
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