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25 Jahre im Dienst für die Hunde

Von Seit 25 Jahren kümmert sich Patricia Schlegel um heimatlose Tiere, ihr Verein TSV Tiere und Menschen betreibt in Berkersheim ein kleines Tierheim. Anlässlich des Jubiläums lädt der kleine Verein für heute und morgen zum Sommerfest ein.
Patricia Schlegel schmust mit Dusky (links) und Sunny auf der Wiese hinter dem Tierheim.	Foto: Salome Roessler Patricia Schlegel schmust mit Dusky (links) und Sunny auf der Wiese hinter dem Tierheim. Foto: Salome Roessler
Berkersheim. 

Schmusen ist schön. Glücklich drückt sich Mischlingsrüde Sunny (2) an Patricia Schlegel. Er genießt es sichtlich, auf der Wiese zu sein – auch wenn er kaum laufen kann. Weil er als Welpe zu wenig und falsches Futter bekam, sind seine Vorderläufe gekrümmt, die Pfoten nach innen gedreht. „Mit einer Operation haben wir das eine Bein inzwischen richten lassen“, erklärt Schlegel, Vorsitzende des Tierschutzvereins (TSV) Tiere und Menschen und Betreiberin des kleinen Tierheims in Berkersheim. Seit 25 Jahren kümmern sich sie und der von ihr mitgegründete Verein nun schon um Hunde, die ein neues Zuhause suchen. Heute und morgen wird dies mit einem Sommerfest und Tag der offenen Tür an der Berkersheimer Bahnstraße gefeiert.

Versteckt liegt das frühere Bahnwärterhäuschen mit seinem alten Pferdestall nördlich der Bahntrasse im Niddatal. „Wenn sie von Berkersheim kommen, geht es direkt hinter dem Bahnübergang einen Feldweg hinein und dann 100 Meter geradeaus bis zu uns“, erklärt Schlegel den Weg. Seit 13 Jahren ist sie hier mit dem Tierheim, das 35 Hunden Platz bietet, Zuhause. „Pro Jahr nehmen wir 100 bis 120 Hunde auf, die wir in gute Hände weitervermitteln.“ Rund 2500 Quadratmeter groß ist das Gelände.

 

Bekannt aus Fernsehen

 

Bekannt wurde der kleine Tierschutzverein durch die Sendung „Herrchen gesucht“ des Hessischen Rundfunks. Über diese konnte Schlegel viele Hunde in ein neues Zuhause vermitteln. Auch heute – die Sendung wurde längst eingestellt – zehrt sie oft noch von den Kontakten aus jener Zeit. „Manche Leute, die einen Hund von uns hatten, melden sich nach dessen Tod und fragen, ob wir ein für sie passendes Tier haben.“

Mit Hunden ist Schlegel aufgewachsen. „Meine Großeltern haben Zollhunde ausgebildet. So lebten bei uns ständig bis zu 20 Schäferhunde.“ Ein Paradies für die kleine Patricia, die täglich mit den Hunden spielte. „Ich hatte immer Tiere, Hunde und Katzen, bis heute.“ Mit der Zeit bekam sie Kontakt zu anderen Tierfreunden, die sich um Vierbeiner kümmerten, die ein Zuhause suchten. „Es waren so viele Tiere, dass wir einige auch an Pflegestellen gaben.“ Ein regelrechtes Netzwerk entstand. Um diesem einen rechtlichen Rahmen zu geben, etwa um Spenden annehmen und Spendenquittungen ausstellen zu können, gründeten sie vor 25 Jahren den Verein.

Hatte Schlegel anfangs noch Mitstreiter, hilft ihr heute nur noch eine Freundin. Schlegel kümmert sich daher vor allem selbst um die Hunde, die in den kleinen Tierheim Unterschlupf finden. Das war nicht immer einfach, hatte sie doch bis 2013 noch ein eigenes Geschäft für Hunde- und Katzenzubehör an der Berliner Straße in der Innenstadt. „Das hieß, um 4 Uhr aufzustehen und mich um die Hunde zu kümmern. Denn um 10 Uhr musste ich ja mein Geschäft aufschließen.“ Heute kümmert sie sich den ganzen Tag nur um die Tiere.

Die leben in fünf Gruppengehegen rund um den ehemaligen Pferdestall zusammen. Nachts sind sie drinnen, von 6 bis 20 Uhr dürfen sie raus ins Freigehege. Füttern, die Gehege reinigen und für Ordnung sorgen, mit den Hunden in den Wiesen an der Nidda spazieren gehen – bis 11 Uhr dauert diese erste Etappe des Tages für Patricia Schlegel. „Langeweile kommt nie auf. Futter besorgen, zum Tierarzt fahren, Fellpflege und vieles andere.“

 

Schwere Schicksale

 

Die Hunde stammen oft aus Frankfurt und werden abgegeben, weil ihre Herrchen umziehen oder versterben. Andere haben ein schweres Schicksal, kommen aus Rumänien, Bulgarien, Frankreich oder Ungarn. „Dusky etwa wurde die Schulter zertrümmert, er kann kaum laufen“, erzählt Schlegel von einem Vierbeiner. Und die kleine Schäferhündin Hannah (2) laufe ständig im Kreis, weil sie das aus ihrem früheren, viel zu kleinen Zwinger so gewöhnt ist. „Nach einem Jahr ist sie inzwischen so weit, dass sie wenigstens an der Leine einigermaßen geradeaus läuft.“

Zeit sollte haben, wer einen der Hunde bei sich aufnehmen möchte. „Das ist das wichtigste“, sagt Schlegel. Denn Hunde sind soziale Wesen. Aber auch Geduld und Einfühlungsvermögen sind gefragt. Eine Gelegenheit, das Tierheim kennenzulernen, ist das Sommerfest, das heute und morgen von 11 bis 17 Uhr von zahlreichen Helfern organisiert wird.

Infos über das Tierheim und zu vermittelnde Hunde gibt es im Internet unter www.tsv-tiere-und-menschen.de

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