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Vorwurf des versuchten Mordes: Anklage gegen Hells-Angels-Schütze

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen das Hells-Angels-Mitglied Athanasios A. erhoben. Der 56 Jahre alte Grieche soll im Mai 2016 am Friedrich-Stoltze-Platz auf rivalisierende Rocker geschossen haben. Der zweite Schütze ist weiterhin flüchtig.
Die Windschutzscheibe des Mercedes vor der Helium-Bar war nach den Schüssen am Friedrich-Stoltze-Platz von mehreren Kugeln durchlöchert. Foto: Andreas Arnold (dpa) Die Windschutzscheibe des Mercedes vor der Helium-Bar war nach den Schüssen am Friedrich-Stoltze-Platz von mehreren Kugeln durchlöchert.
Frankfurt. 

Die Hells-Angels-Schüsse, die am Nachmittag des 5. Mai 2016 in der Frankfurter Innenstadt abgegeben wurden, erregten bundesweit Aufsehen. Bei der Fahndung nach den Schützen, die an der Helium-Bar am Friedrich-Stoltze-Platz das Feuer auf einen Mercedes-Geländewagen eröffnet hatten, konnten die Frankfurter Strafverfolger schnell einen Erfolg vermelden: Eine Woche nach den Schüssen setzten Zielfahnder in Rumänien den tatverdächtigen Athanasios A. fest. Der Grieche gehört zum Umfeld des einst mächtigen, dann aber verbotenen Hells-Angels-Charters Westend. Am 19. Mai wurde A. nach Deutschland ausgeliefert und in Untersuchungshaft gesteckt. Jetzt, knapp sieben Monate später, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben.

Wie die Behördensprecherin Nadja Niesen gestern mitteilte, wird sich der 56 Jahre alte Angeschuldigte „wegen des Verdachts des versuchten Mordes aus niedrigen Beweggründen“ vor der Schwurgerichtskammer des Frankfurter Landgerichts verantworten müssen. Außerdem werden ihm gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Flüchtiger Komplize

Konkret verdächtigt die Staatsanwaltschaft Athanasios A., gemeinsam mit dem derzeit noch flüchtigen Deutsch-Marokkaner (38) „mehrfach“ auf den früheren Westend-Rocker Munis H. (41) und dessen Begleiter Emir K. (20) gefeuert zu haben. Die Schüsse aus halbautomatischen Waffen wurden nach Überzeugung der Strafverfolger in Tötungsabsicht abgegeben. Munis H. wurde dabei schwer, sein Begleiter leicht verletzt.

Hintergrund der Schießerei ist nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft ein Vorfall, zu dem es bei einem Treffen hochrangiger Vertreter verschiedener Hells-Angels-Charter aus dem Rhein-Main-Gebiet gekommen war. Ziel der Zusammenkunft, die nach Informationen dieser Zeitung im Steigenberger Airport Hotel stattfand, soll „die Beilegung von wiederholten massiven Auseinandersetzungen“ gewesen sein. Im Verlauf des Treffens soll Munis H. einen Vertreter des früheren Charters Westend angegriffen und erheblich verletzt haben, was seinen Ausschluss aus der Gruppe zur Folge hatte. In Sicherheitskreisen war schon kurz nach den Schüssen angenommen worden, dass diese mit dem Übergriff im Hotel in Verbindung stehen. Damals war zu hören, dass Munis H. einem Hells Angel des Westend-Charters einen „Kopfstoß“ verpasst haben soll. So soll er bei seinen früheren Mitstreitern in Ungnade gefallen sein.

Schwelender Konflikt

Der weiterhin flüchtige Komplize des jetzt angeklagten Athanasios A. soll mit Wohnsitz in Nied gemeldet sein. Außerdem soll der 38-Jährige wie der Grieche zum Lager der Traditionalisten um Walter B. („Schnitzel-Walter“) gehören. Bei den Hells Angels in Deutschland schwelt, wie schon mehrfach berichtet, ein Konflikt zwischen den Traditionalisten, die alte „Rocker-Werte“ pflegen, und den seit einigen Jahren aufstrebenden Türken.

(chc)
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