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„Ganzer Platz ist verhunzt“: Bürgerinitiative wettert gegen Clown-Bepflanzung an Gedenkstätte im Grüneburgpark

Die Mitglieder der Bürgerinitiative Grüneburgpark sind sauer. Seit Jahren setzen sie sich für das Rosenbeet vor dem Gedenkort des ehemaligen Palais Grüneburg Mitten im Grüneburgpark ein. Statt üppiger rosa Rosen schwächelt jetzt ein Mix aus weißen, dunkelrosa und roter Rosen.
Gisela Becker (rechts) und die Mitglieder der Bürgerinitiative Grüneburgpark kämpfen seit 2015 für eine schöne Bepflanzung vor dem Gedenkort des ehemaligen Palais Grüneburg. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Gisela Becker (rechts) und die Mitglieder der Bürgerinitiative Grüneburgpark kämpfen seit 2015 für eine schöne Bepflanzung vor dem Gedenkort des ehemaligen Palais Grüneburg.
Westend. 

„Das ist so schlimm und hat nichts mit dem zu tun, was mit der Familie Goldschmidt-Rothschild vereinbart war“, empört sich Gisela Becker von der Bürgerinitiative. Im Juni 2015 hatte die Bürgerinitiative Grüneburgpark Unterschriften für den Erhalt der Rosenbeete gesammelt und wurde dabei von Jean-Paul Froidevaux unterstützt, dem Neffen von Nadine von Mauthner.

Die geborene Goldschmidt-Rothschild hatte einst in Frankfurt gelebt, 2005 eine Gedenktafel veranlasst und sie mit Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth eingeweiht. Der Wille von Mauthners sieht ein rosa Rosenbeet vor. Das sollte 2015 von der Stadt abgeschafft werden, wurde schließlich doch genehmigt.

Im Auftrag des Amts

Im Herbst 2016 wurden im Auftrag vom Grünflächenamt wieder Rosen gesetzt. Der Plan sieht eine weiße Rosenumrandung des Beetes vor und rosa Rosen auf der gesamten Fläche. Jetzt blüht die Umrandung buschig weiß, die Rosen duften. Im Beet blühen links und rechts wachsende dunkelrosa Rosen. „Die sind nicht rosa, sondern gehen eher ins Orange“, sagt Gisela Becker.

Die Stele im Grüneburgpark mit dem Rosenbeet. Bild-Zoom Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA
Die Stele im Grüneburgpark mit dem Rosenbeet.

Auf einem breiten Streifen wuchern die buschigen weißen Rosen, ein acht mal 1,50 Meter großer Streifen ist blanke, trockene Erde – daneben weisen kleine, ungefüllte rote Rosen an braunen, kranken Pflänzchen erste Blüten auf.

„So etwas nenne ich ein Clownsverfahren. Der ganze Platz hier ist verhunzt. Weiß ist eine Farbe für Trauer und hat im Beet nichts zu suchen. Rosa ist freundlich, alle haben sich daran gewöhnt.“, so Becker – eine Frau stimmt ihr zu. „So etwas Liebloses habe ich selten gesehen. Hier wurde völlig blöd mit ganz billigen Pflanzen etwas hingeknallt, das von der Weise der Pflanzung militärisch wirkt und völlig im Widerspruch mit einem englischen Landschaftsgarten steht.“

Ein Anwohner berichtet. „Im Oktober/November wurden hier überall Rosen gepflanzt. Vor zwei Wochen waren dann ganz viele Pflanzen einfach verschwunden. Was das soll, weiß niemand. Die weiße Bordüre ist kleingärtnerisch und die Qualität der Rosen erbärmlich.“

Privates Engagement

Jutta Blech hat sich bereiterklärt, das 500 Quadratmeter große Beet in zwei Jahren zu pflegen. „Wir kümmern uns alle privat um die Rosen im Grüneburgpark, sonst gibt es hier keine mehr.“ Die Gärtnerei sei für zwei Jahre vom Grünflächenamt verpflichtet worden, sich um ihre Anpflanzung zu kümmern, danach übernehme die Bürgerinitiative dies ehrenamtlich.“

Da müsse doch Qualität her. Das sei eine Gedenkstätte und „die Firma wird für die Bepflanzung bezahlt und macht völliges Chaos“, schimpft Jutta Blech beim Blick auf die kränkelnden Rosen. Am Rand des Beetes stehen zwei mit Graffiti beschmierte Bauwagen der Gartenbaufirma Fichter hinter einem Metallzaun direkt hinter der Gedenkstele. „Auch das ist ein Skandal“, findet Blech. „Vielleicht haben die Pflanzen nicht ausgereicht, oder es wurden falsch etikettierte Rosen genommen“, vermutet Heike Appel, stellvertretende Amtsleiterin vom Grünflächenamt. „Das wird jetzt geändert. Die Vereinbarung lautet außen weiße Bepflanzung und innen rosa. Offenbar macht die Firma ein lustiges Pflanzenspiel, aber das geht auf ihre Kosten“, sagt Heike Appel weiter.

Das Amt hat die Bepflanzung noch nicht abgenommen. „Das machen wir im Herbst und beurteilen dann Ausfälle. Die endgültige Abnahme erfolgt in zwei Jahren.“

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