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Harte Vorwürfe gegen einen Katzenhalter: Das Ende einer Rassezucht

Von Dass ein Katzenfreund seine Tiere in Gehegen eines Kleintierzuchtvereins züchtet, mag ungewöhnlich sein. Nachdem eine Tierschützerin deswegen Alarm geschlagen hat, wird die Sache nach Jahren beendet. Der Züchter gibt die Katzen ab.
<span></span> Foto: Igor Kovalenko (EPA)
Frankfurt. 

Katzenzucht unter angeblich skandalösen Umständen wirft Karin Z., eine Tierschützerin, einem Züchter vor. Nicht nur das. Karin Z. versichert in einem Brief an Dr. Detlef Thiele, Leiter des Veterinäramts, das dem Ordnungsamt angeschlossen ist, sie habe die Zustände in dem Katzengehege auf dem Gelände des Kleintierzuchtvereins Nieder-Eschbach mehrfach reklamiert und sich beim Veterinäramt beschwert. Doch es sei nichts geschehen.

Keine Kenntnis?

Ralph Rohr, Sprecher des Ordnungsamts, bestätigt diesen Sachverhalt jedoch nicht. „Wir haben den Brief von Frau Z., geschrieben am 10. Mai, am 11. Mai erhalten und da zum ersten Mal über die Vorwürfe erfahren. Umgehend ist eine Mitarbeiterin hinausgefahren und hat es sich angesehen.“ Das Ergebnis: Die Zustände bei den Katzen waren nicht so schlimm, dass man ein sofortiges Haltungsverbot hätte aussprechen müssen. Auflagen wären wahrscheinlich erteilt worden, sind jedoch nicht nötig gewesen, weil der Halter sofort reagiert hat. „Er hat angekündigt, seine Katzen abzugeben“, sagte Rohr, „und tut dies umgehend auf eigene Kosten.“ Damit ist die Stadt nach Auskunft des Sprechers aus der Sache heraus.

Was vorher geschehen ist, lässt sich nicht zweifelsfrei sagen. Der Katzenhalter bestätigte gestern jedoch, dass das Veterinäramt schon früher einmal in seinen Gehegen im Kleintierzuchtverein gewesen sei. Zu beanstanden habe es nichts gegeben. „Den Tieren geht es gut. Sie können ins Freie, sie sind gut genährt, haben schönes Fell.“ Dies haben ihm Abnehmer der Welpen immer wieder bestätigt. „Wenn Sie wie ich jeden Tag zwei bis drei Stunden bei den Tieren sind, wissen Sie, wenn es ihnen an etwas fehlt.“ Für ihn, den Katzenfreund, war der Besuch aus dem Veterinäramt ein Grund, Schluss zu machen. „Es sind zuletzt zu viele Katzen geworden. Ich werde alle in ein Tierheim abgeben.“ Er sei zu alt, die Zucht der Rassen Maine-Coon und Norweger weiter zu betreiben.

Der Vorsitzende des Kleintierzuchtvereins Nieder-Eschbach, Matthias Braach, wollte zu den Vorwürfen gegen das katzenhaltende Vereinsmitglied nicht viel sagen. Er bestätigte, dass der Halter früher eine hohe Funktion im Verein innegehabt habe. Er habe sein Amt aus Arbeitsgründen niedergelegt. Die Katzenzucht betreibe er seit mehreren Jahren auf dem Gelände des Kleintierzuchtvereins.

Leben im „Hühnerstall“

Karin Z. widerspricht den Aussagen des Halters, dass es den Katzen gut gegangen sei. Sie weiß seit mehreren Jahren von den ihrer Meinung nach „unzumutbaren Verhältnissen“ der Zucht. „Ich war damals bei einer Geburtstagsfeier auf dem Vereinsgelände.“ Hinter Drahtverhau hätten die Katzen gesessen. Was sie kritisiert: Die Vierbeiner mussten „auf engstem Raum unter schlimmen Umständen vegetieren“. Der „Hühnerstall“ sei verdreckt gewesen. Die permanent werfenden Katzenmütter hätten mit ihren Jungtieren keine Rückzugsmöglichkeiten gehabt, hätten mit mehreren Katern zusammen in einem Käfig gelebt und seien deswegen ständigem Stress ausgesetzt gewesen. Die Jungtiere, so der Vorwurf der Informantin, wurden für 250 Euro „auf die Hand“ verkauft. „Wir selbst“, berichtet sie, „haben mehrere Jungtiere herausgekauft. Sie waren nicht geimpft und nicht entwurmt.“

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