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Das Pferd frisst keinen Gurkensalat

„Das Pferd frisst keinen Gurkensalat.“ Mit diesem komischen Satz führte Philipp Reis im Jahre 1861 das von ihm entwickelte „Telephon“ vor. Dies und noch viele andere interessante Dinge aus der Geschichte der Kommunikation erfahren die Besucher im Museum für Kommunikation am Frankfurter Museumsufer.
Die Klasse 4a der Ludwig-Richter-Schule mit Museumspädagogin Nina Voborsky im Museum für Kommunikation. Die Klasse 4a der Ludwig-Richter-Schule mit Museumspädagogin Nina Voborsky im Museum für Kommunikation.

Frankfurt. Im großen Vorraum des Museums empfängt Museumspädagogin Nina Voborsky Gruppen. Sie und ihre 35 Mitarbeiter organisieren Führungen, Workshops, Rallyes und die Kinderwerkstatt. Zunächst sitzen alle im Lichthof zusammen und tauschen sich darüber aus, was „Kommunikation“ bedeutet. Über Rauchzeichen, Brieftauben, Höhlen-und Wandmalereien, Blindenschrift und Gebärdensprache kommen alle auf das, was sie hier gerade tun: nämlich miteinander reden. Das Wort „cool“ in Gebärdensprache konnten übrigens alle gut übersetzen. Über größere Entfernungen reicht die Stimme allein jedoch nicht mehr aus und es werden Hilfsmittel nötig.

 

Trommelcode

 

Die erste Station der Reise führt nach Papua-Neuguinea. Von dort stammt eine riesige 2,5 Meter lange Schlitztrommel aus Hartholz. Eingeschnitzte Krokodile verzieren die Trommel. Nach einem festgelegten Code konnten sich die Ureinwohner durch Trommelschläge über weite Entfernungen Nachrichten schicken. Damit keine Missverständnisse entstanden, musste der Trommelcode gut gelernt sein. Wenn man zum Beispiel die Nachricht „Komm zum Mittagessen“ oder „Feinde kommen“ nicht genau unterscheiden konnte, hatte das sicher schlimme Folgen.

Der Code ist auch das Wichtigste bei der zweiten Station, den Morsegeräten aus dem 19. Jahrhundert. Auf einem großen Plakat zeigt Nina Voborsky das Morsealphabet (nach Samuel Morse so genannt). Dies ist eine Zeichensprache mit Punkten und Strichen – für jeden Buchstaben anders. Punkte werden am Sendegerät kurz und Striche werden lang geklopft und kommen in Töne verwandelt beim Empfänger an. Diese Klopfsprache konnte auch über Farbschreiber ausgedruckt werden. Besonders für die Seefahrt war diese weit reichende Funktechnik früher sehr wichtig. Wie das Morsen damals funktionierte, probieren die Besucher selbst mit der Klopftaste aus und empfangen die Wörter „SOS“ und „EIS“. Die Morsetelegrafie war Vorgänger der Telefonie, die im nächsten Bereich zu sehen ist. Wer weiß denn schon, dass nicht der berühmte Alexander G. Bell, sondern eigentlich ein Physiklehrer aus Hessen namens Philipp Reis „das Telephon“ erfunden hat? Damals wollte niemand glauben, dass sein kleiner Holzkasten mit einer Ohrmuschel gesprochene Worte direkt an einen anderen Ort senden könnte. Um zu beweisen, dass er nicht schwindelte, hat er sich diesen verrückten Satz siehe oben – ausgedacht und in den Apparat gesprochen. Und er kam bei dem Sprachempfänger genau so an! Mit einem Dosentelefon können die Besucher selbst erleben, wie sich Schallwellen übertragen.

 

Fräulein vom Amt

 

Wie man vor etwa 100 Jahren telefonieren konnte, zeigt ein großer Klappenschrank. Das „Fräulein vom Amt“ musste daran die gewünschte Telefonnummer mit Kabeln stecken, dann fiel eine Klappe und die elektrische Verbindung war hergestellt.

Die nächsten Telefone, die vorgestellt werden, gab es ab 1971, und sie sehen im Vergleich zu den älteren und größeren Ausstellungsstücken schon recht modern aus. Sie hatten eine Wählscheibe und der Hörer war mit einem gedrehten Kabel mit dem Gerät fest verbunden. Diese Telefone gab es hauptsächlich in der Farbe grau – daher auch der Spitzname „graue Maus“ –, aber auch in grün und orange. Die Besucher dürfen sich gegenseitig anrufen, was mit der Wählscheibe allerdings besonders für die jüngeren sehr ungewohnt ist. In einem großen Glasschrank dahinter kann die Vermittlungstechnik beobachtet werden. Sieht sehr kompliziert aus!

Die Museumstour endet in der Zeit der Mobiltelefone. Die ersten Geräte mit denen man von unterwegs telefonieren konnte, waren fest eingebaute Autotelefone oder tragbare Geräte im Lederkoffer. Sie waren unglaublich teuer, groß wie ein Schuhkarton und sehr schwer. Erstaunlich die Größe der ersten so genannten Handys, sie sehen aus wie Walkie-Talkies. Erst im Laufe der letzten 30 Jahre wurden Handys kleiner, leichter, billiger, so dass heute fast jeder „sein Handy“ dabei hat.

Emilio Asis, Muhammed Eken, Kaja Fleuß, Brian Garcia-Vasquez, Nicolas Gegeh, Sofia Ghotra, Abdulaziz Ibrahim, David Lindner, Sheyla Meziani, Ikram Ouerdani, Denys Rozvora, Fabian Simon, Celina Traube, Nehir Yilmaz, Nora Zaari (Ludwig-Richter-Schule,

Klasse 4b)

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