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Der Müll ist Gold wert

Die Fraport AG setzt auf gute Müllentsorgung. Es gibt zwar keine eigene Mülldeponie, aber dafür eine eigene Mülltrennung. Der Frankfurter Flughafen verdient kein Geld am Müll, er muss sogar Geld an die Firmen bezahlen, die den Abfall abholen. Diese Firmen verdienen dann aber Geld am Müll.
Kurt Abraham von der Fraport AG zeigt den jungen Reportern, wie der Müll am Frankfurter Flughafen getrennt wird. Foto: Leonhard-Hamerski (Leonhard Hamerski) Kurt Abraham von der Fraport AG zeigt den jungen Reportern, wie der Müll am Frankfurter Flughafen getrennt wird.
Frankfurt. 

63 Tonnen Abfall fallen am Frankfurter Flughafen täglich an. Sie teilen sich in 60 verschiedene Müllarten auf. Das sind pro Jahr rund 120 Tonnen Plastik vom Vorfeld und 30 Tonnen Gepäckwannen, zwei Tonnen Messingteile. Die 175 Tonnen Holz, die zum größten Teil Paletten sind, werden geschreddert und zu Spanplatten verarbeitet oder als Brennstoff genutzt. Papier wird jeden Tag abgeholt, im Jahr kommen 4600 Tonnen zusammen. Die gefährlichen Abfälle, von denen die meisten Wertstoffe sind, so wie die 55 Tonnen Elektroschrott, die fünf Tonnen Leuchtstoffröhren und 90 Tonnen Altöl werden, für eine Weiterverwertung abgeholt. Zusammengezählt sind das 23 000 Tonnen Müll im Jahr,

Klaus Eberspächer (59) arbeitet seit 23 Jahren als Umweltschutzfachmann bei der Fraport AG. Für diesen Beruf muss man das Abitur haben und studieren. Er arbeitet neun Stunden täglich, aber nur ausnahmsweise am Wochenende. Klaus Eberspächer gehört zur Abteilung IFM-TV1 (Infrastruktur Facility Management-Technik Ver- und Entsorgung). Dort arbeiten rund 2000 Mitarbeiter, in seiner Abteilung elf Mitarbeiter. Dort gibt es viele verschiedene technische Berufe.

 

Möglichst gut trennen

 

Auf den Abfallboxen am Frankfurter Flughafen steht in mehreren Sprachen, was hineingeworfen werden darf. Was die Fluggäste nicht trennen, versuchen die Flughafen-Mitarbeiter und beauftragten Firmen, so gut wie möglich zu trennen. 80 bis 90 Prozent werden recycelt. Es gibt für jede Müllart verschiedene Trennungen. Viel Müll wird wiederverwertet, am meisten bei den Wertstoffen wie Glas, Papier und Metall.

Der Abfall wird am Flughafen sehr oft abgeholt: was zum „Grünen Punkt“ zählt zweimal die Woche, Papier und Restmüll täglich und Altöl alle zwei bis drei Wochen. Der Müll wird dann zu Sortieranlagen gebracht. Es gibt aber auch gefährliche Abfälle wie zum Beispiel Öle oder Spraydosen. Zum Wertstoffhof werden Folien gebracht und dort zu Ballen gepresst. Im Wertstoffhof gibt es auch Presscontainer. Abfall wird verbrannt, und Altglas kommt in Behälter, Altreifen werden gesammelt und später teilweise gehäckselt. Kabel fallen am Frankfurter Flughafen sehr oft an, die Stecker werden vom Kabel getrennt, denn im Kabel ist wertvolles Kupfer, das etwa 6000 Euro pro Tonne wert ist.

Im Elektroschrott ist oft Platin oder auch Gold und Silber zu finden. Daher wird er zu Spezialfirmen gebracht, wo dann die Edelmetalle herausgeholt werden. Altöl wird zu neuem Öl verarbeitet. Hans Linz (59) und Kurt Abraham (57) wachen bei der Fraport AG darüber, dass alles genau getrennt wird, und sie achten besonders darauf, dass gefährlicher Müll wie Spraydosen und Kühlschränke in den richtigen Containern landen. Denn darin ist ein sogenanntes Kältemittel enthalten, das ist nicht gut für die Umwelt ist.

 

Rohstoff der Industrie

 

Was man nicht glaubt ist, dass jeder, der in Deutschland lebt rund 500 Kilo Abfall im Jahr erzeugt und etwa 80 Plastiktüten verbraucht. Im Jahr 2010 wurden rund 57 Millionen Tonnen Altpapier gesammelt. Altpapier ist heute wichtigster Rohstoff der Papierindustrie.

Auch in Schlacken ist meist noch Wertvolles drin. Sie enthalten rund acht Prozent Eisen und zwei Prozent NE-Metall. 2011 wurden über acht Millionen Tonnen Kupferschrott in der Kupferherstellung eingesetzt. Ein Handy enthält übrigens 250 Milligramm Silber und 25 Milligramm Gold. Die Recyclingquote in Deutschland liegt bei rund 65 Prozent.

Mit dem Müll ist es in Deutschland gar nicht so einfach. Alle zehn Jahre wurde der Name des Gesetzes geändert, weiß Klaus Eberspächer. 1972 hieß es „Abfallbeseitigungsgesetz“, 1986 „Abfallgesetz“, 1996 „Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz, 2012 „Kreislaufwirtschaftsgesetz“ – und ab 2020 wird es vielleicht „Sekundärrohstoffgesetz“ heißen?

Minna-Specht-Schule, Klasse 4b

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