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Die Kreativen erobern Höchst

Bunt, kreativ und mit viel Charme: Der erste Höchster Designparcours soll die Blicke auf den Stadtteil lenken. Seit gestern präsentieren mehr als 20 Designer in drei Läden ihre Produkte und Ideen.
Lisa Grünwaldt vom "Frankfurter Bubb" präsentiert eines der Stücke, die sicherlich einen Liebhaber in Höchst finden werden. Fotos: Maik Reuß Lisa Grünwaldt vom "Frankfurter Bubb" präsentiert eines der Stücke, die sicherlich einen Liebhaber in Höchst finden werden. Fotos: Maik Reuß
Höchst. 

Kaum geht das Licht in den drei bislang leerstehenden Ladengeschäften an der Emmerich-Josef-Straße und an der Bolongarostraße an, da bleiben die ersten Passanten auch schon stehen. Grellbunte Farben, mit Handgestricktem umwickelte Türgriffe und Höchster Motive an der Wand – so wie im ehemaligen Teeladen an der Emmerich-Josef-Straße – machen neugierig. Gestern startete der erste Höchster Designparcours offiziell. Und das erste Fazit einzelner Designer, die für zwei Wochenenden nach Höchst gekommen sind, fällt nach ein paar Stunden schon mal positiv aus. "Die Leute sind neugierig und fragen, was da los ist", hat Katrin Feller festgestellt. Die Designerin ist mit ihrem Label Goodfellers vertreten und teilt sich den Teeladen mit drei weiteren Designern.

Mit dabei ist auch der Fotograf Alex Habermehl, der als "Frankfurter Bubb" mit Höchster Motiven von dem alten Logo der Hoechst AG bis hin zum Schlossturm die Blicke auf sich lenkt. An der Bolongarostraße 157 geht es farblich schlichter, aber nicht weniger interessant zu. Dort hat sich "Souvenir Frankfurt" eingerichtet, die Wände verziert mit den Überschriften zu ihren Produkte, von denen sie eine Auswahl mitgebracht haben.

Neue Aspekte

Die meisten Designer und ihre Labels findet man aber im ehemaligen Tengelmann an der Emmerich-Josef-Straße, der nun zur Ausstellungsfläche geworden ist. Mitgebracht haben die Kreativen alles von der Umhängetasche aus alten Lederhosen über kreativ gestalteten Schmuck bis hin zu Mode, die von den 1930er Jahren inspiriert wurde. Zur Eröffnung ließ es sich auch Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) nicht nehmen, die kreativen Arbeiten unter die Lupe zu nehmen. Die Taschen und Geldbörsen von "Fraktali" aus altem Fahrradschlauch hatten es ihm besonders angetan. Als Planungsdezernent hatte er aber nicht nur die künstlerisch-kreative Seite des Designparcours im Blick. "Die Stadt engagiert sich stark für den Stadtteil. Zum Designparcours kommen Menschen nach Höchst, die Aspekte kennenlernen, die sie sonst vielleicht verpasst hätten", sagt Cunitz. Seine Hoffnung ist, dass sich mit dem Designparcours die Sichtweise auf dem Stadtteil verändern lässt: "Höchst führt in der Wahrnehmung vieler Leute ein Schattendasein, wird oft weit unter Wert wahrgenommen." Das Stadtplanungsamt hat sich finanziell am Designparcour mit 3100 Euro beteiligt, 1200 Euro kommen von der Wirtschaftsförderung. Vergleichsweise geringe Investment, die trotzdem Wirkung zeigen sollen. "Was den Charme ausmacht, sind solche Ideen, die sind nicht zu bezahlen", lobt Cunitz die Initiatoren des Projekts.

Leerstände nutzen

Das sind neben der Stadt und der Wirtschaftsförderung vor allem die NH Projektstadt, die mit einem eigenen Quartiersbüro in Höchst vertreten ist, und die Agentur Radar, die freie Ladenflächen an Kreative vermittelt. Gemeinsam ist den Initiatoren die Hoffnung, neue Impulse für den Stadtteil geben zu können. "Die Entwicklung der leerstehenden Einzelhandelsflächen ist einer unserer Bausteine", sagt Barbara Brechmann von der NH Projektsstadt. Für Jakob Sturm von Radar ist "die Kombination von Stadtentwicklung und Förderung der Kreativen ideal." Gerade in den Stadtteilen am Rande Frankfurts gebe es viele Leerstände, die genutzt werden könnten.

Darum, neue Nutzungen für leere Läden zu finden, bemüht sich auch die Wirtschaftsförderung. Im alten Tengelmann hing seit Monaten ein Plakat, dass die Vermietung ankurbeln sollte. Für Oliver Schwebel von der Wirtschaftsförderung ist der Designparcours ein Schritt in die richtige Richtung, in die sich Höchst allerdings ohnehin bewege: "Wir haben wesentlich weniger Leerstand als vor zwei Jahren." Fünf Läden seien langfristig vermittelt worden. Vielleicht sorgt der Höchster Designparcours ja dafür, dass noch in ein oder zwei weiteren dauerhaft das Licht eingeschaltet bleibt. göc

Mehr Informationen, die genauen Öffnungszeiten und eine Liste mit den teilnehmenden Designern gibt es unter www.designparcours.de im Internet.

(Robin Göckes)
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