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Prozess: Drogenabhängiger Patient terrorisiert Krankenhaus-Mitarbeiter

Symbolbild Foto: Arne Dedert/Archiv Symbolbild
Frankfurt. 

Keinen leichten Part hatte die Belegschaft des Höchster Krankenhauses mit einem 29 Jahre alten Patienten, der sich im Juni 2016 in der Klinik aufhielt. Der Mann konnte offenbar auch in den Räumlichkeiten nicht vom Cannabis-Konsum lassen und erwies sich auch ansonsten als recht renitent und aggressiv. Deshalb musste er sich gestern vor Gericht verantworten.

Natürlich steht es um die Laune nicht zum Besten, wenn man sich in klinische Obhut begeben hat. Das oft schon genug über Gebühr beanspruchte Pflegepersonal aber kann für die gesundheitlichen Widrigkeiten der Patienten am allerwenigsten.

Den 29-Jährigen aber interessierte dies wenig. Als er von einer dunkelhäutigen Krankenschwester wegen des verbotenen Cannabis-Rauchens angesprochen wurde, kamen sofort die einschlägigen Vokabeln: „Negerschlampe“. Eine Kollegen, die sich erdreistete, den Patienten anzusprechen wurde gar damit bedroht, dass sie und ihre Kinder umgebracht werden sollen, „wenn ich hier raus komme“.

Der dickste Brocken aber betraf eine weitere Krankenschwester, zu der der Patient offenbar mehr Zuneigung empfand. Mit entblößtem Glied sprang er auf die Frau zu und machte dazu passende verbale Ankündigungen.

Nun war die Zeit gekommen, das Höchster Polizeirevier zu verständigen . Schon früher hatte es wiederholt Übergriffe in diesem Krankenhaus gegeben.

Aus den Vorfällen im Juni wurde schließlich eine Anklageschrift erstellt mit den Vorwürfen der Bedrohung, Beleidigung und sexuellen Nötigung. Zwischenzeitlich aber war der Beschuldigte offenbar zu der Erkenntnis gekommen, dass seine zahlreichen Ausfälligkeiten und die psychischen Ausnahmesituationen auch etwas mit seinem ungezügelten Rauschgiftkonsum zu tun haben könnten.

„Drogeninduzierte Schizophrenie“, heißt das passende medizinische Fachwort, das auch in dem Prozess vor dem Amtsgericht bei Richterin Bettina Wild immer wieder in den Mund genommen wurde.

Der Angeklagte wies nach, dass er bereits mit einer entsprechenden Therapie begonnen habe und an seinen Suchtproblemen arbeite. Um eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten – schon wegen des angeklagten Sexualdelikts – kam er gleichwohl nicht herum.

Allerdings wendete sich seine Sozialprognose aufgrund der Therapie zum Positiven, so dass die Richterin die Strafe zur Bewährung aussetzen konnte. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass er weiter an der Behandlung teilnimmt und diese auch erfolgreich abschließen wird.

(ge)

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