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Gastro-Kolumne: Essen wie bei Oma

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Küchenchef Frank Möbes und Souschef Thomas Stach. Foto Möller Küchenchef Frank Möbes und Souschef Thomas Stach. Foto Möller

Dampfnudel mit krossem Schweinebauch, Königsberger Klopse und Saumagen im knusprigen Brotmantel. Mit seiner Speisekarte scheint das Restaurant Franziska in Großmutters Zeiten zu entführen. Bei der Neueröffnung im Henninger Turm ist es genau genommen die Großtante gewesen, die Betreiber Christian Mook zu seinem kulinarischen Angebot inspirierte. „Sie war eine begnadete und innovative Köchin“, erzählt der Gastronom. „Außerdem wohnte sie im Untersten Zwerchweg, also am Fuße des Henninger Turms, und ich bin oft bei ihr gewesen.“ Kein Wunder, dass er Großtante Franziska zur Namenspatronin seines neuesten Projekts machte.

<span></span> Bild-Zoom Foto: Salome Roessler

Neben dem Restaurant in Sachsenhausen, das vor etwas mehr als einer Woche eröffnete, betreibt Mook fünf weitere Lokale – darunter den Ivory Club an der Taunusanlage mit seiner indischen Kolonialküche und das panasiatische Zenzakan nahe der Alten Oper. Obwohl die bisherigen Restaurants durch gute Lage überzeugen, müssen sie sich dem Neuzugang in punkto Aussicht geschlagen geben. Das gilt freilich auch für alle anderen Lokale in Frankfurt. Schließlich befindet sich das Franziska in der 39. Etage und somit im „Fass“ des Henninger Turms. In einer Höhe von knapp 140 Metern verbaut dem Publikum nichts, aber auch gar nichts den Blick auf die Skyline. Und die Commerzbank-Arena. Und den Stadtwald. Und das Gebäude der Europäischen Zentralbank.

Doch wie sieht es im Inneren des Restaurants aus? „Ich habe ein großes Faible für London“, sagt Mook in diesem Zusammenhang. „Beim Innendesign haben wir uns coole Locations wie Sexy Fish zum Vorbild genommen.“ Wobei das Franziska einen wesentlich luftigeren Eindruck als der Hotspot in Mayfair macht. Grund dafür sind die bodentief verglasten Fenster, an denen die Gäste sitzen können, ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten. Einige zieht es aber auch an die beiden Tresen im Zentrum des Lokals. Dort können sie entweder den Barkeepern oder dem Küchenteam auf die Finger sehen. Wer Mook kennt, ist nicht überrascht, wie viel Liebe zum Detail das ganze Restaurant erkennen lässt – von den Sitzmöbeln mit blauem oder grünem Samtbezug über die farblich abgestimmten Gläser bis hin zu den extravaganten Tellern. „Auf einen guten Look and Feel lege ich großen Wert“, resümiert der Gastronom. „Denn dieser trägt für eine lange Zeit.“

Fehlt lediglich ein bewährter Chefkoch, den Mook in Frank Möbes gefunden hat. Was er am Herd zustande bringt, stellte er bereits im Mon Amie Maxi unter Beweis: Dort leitete Möbes fünf Jahre lang das Küchenteam. An seinem aktuellen Arbeitsplatz, der komplett offen gestaltet ist, bietet er „Progressive German Vintage Cuisine“ – übrigens eine Wortschöpfung des Betreibers. Damit sind in Vergessenheit geratene Küchenklassiker gemeint, die ein kreatives Revival feiern.

Unter den Vorspeisen sind die Handkäse-Variationen mit Tatar, Espuma und Chips (13,90 Euro) ein genauso delikates Beispiel dafür wie die Russischen Eier, die Möbes mit Dillcreme und Imperial Kaviar serviert (21,90 Euro). Bei den Hauptspeisen erwecken die Königsberger Klopse in fein abgeschmeckter Sauce samt Karotte, geflämmter Mini-Zwiebel und Reis nostalgische Gefühle (23,90 Euro). Als Gericht mit Suchtpotenzial präsentiert sich allerdings der Falsche Hase (26,90 Euro). Die Komponenten sind: würziger Hackbraten samt perfekt gegartem Bio-Ei, aromatischer Pilzrahm und leicht angebratene Bubenspitzle.

Zu den deutschen Küchenklassikern können die Gäste ebensolche Weine etwa von bekannten Winzern wie Jochen Dreissigacker oder Markus Molitor bestellen. In der Kollektion ist außerdem Platz für einige französische und italienische Erzeugnisse. Doch wie wäre es mit einem Cocktail? „Wir kochen nicht nur auf hohem Niveau, sondern verfügen auch über eine entsprechende Cocktail-Kompetenz“, sagt der Inhaber selbstbewusst. Diese Aussage bestätigt der hervorragend gemixte Gin Basil Smash (14 Euro), der im Außenbereich auf der 38. Etage am allerbesten schmecken würde. „Aber leider sind die warmen Tage fast vorbei.

Franziska

Sachsenhausen, Hainer Weg 72, Tel. 069 77067767, franziska.mook-group.de, Mo–Fr 12–15 + ab 18, Sa ab 18 Uhr, So Ruhetag, Sitzplätze: 100 innen/100 außen, Küchen: deutsch

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