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Hier geht’s um die Worscht: Fleischautomat der Metzgerei Kaiser ist in Frankfurt einzigartig

Von Geld einwerfen, Knöpfchen drücken und schon spuckt der Wurstautomat der Metzgerei Kaiser Steak oder Filet aus. Das Gerät in Kalbach ist in Frankfurt einzigartig. Aber nicht mehr lange. Weil der Automat so beliebt ist, soll schon bald ein zweites Exemplar aufgestellt werden: auf den Riedberg.
Einmal am Tag, an warmen Wochenenden im Sommer sogar zweimal täglich, befüllt Andreas Kaiser den Wurstautomaten mit neuer Ware. Neben Fleischwaren können auch Salate, Eier und Getränke gekauft werden. Bilder > Foto: Salome Roessler Einmal am Tag, an warmen Wochenenden im Sommer sogar zweimal täglich, befüllt Andreas Kaiser den Wurstautomaten mit neuer Ware. Neben Fleischwaren können auch Salate, Eier und Getränke gekauft werden.
Kalbach. 

Ob fünf Rindsbratwürste, zwei Pfeffersteaks, ein Paar Wienerwürstchen oder 200 Gramm Fleischwurst – der Fleisch- und Wurstautomat der Metzgerei Kaiser an der Kalbacher Hauptstraße bietet alles, was das Fleischesser-Herz begehrt. Damit aber nicht genug: Verschiedene Salate und Kräuterdips vervollständigen das Menü. Wer mag, kann sich auch noch sechs frische Eier besorgen und in die Pfanne hauen. An die Leckereien zu gelangen ist denkbar einfach: Leib- und Magenspeise auswählen, Geld einwerfen und die richtige Nummer eintippen. Den Rest erledigt der Automat von ganz alleine. 40 Artikel bietet das Sortiment, gekühlt wird die Ware bei drei Grad Celsius, verderben kann so nichts.

Bedienen kann man sich an dem Automaten rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche. Die Preise sind dieselben wie in der Metzgerei. Anders, sagt Fleischermeister Andreas Kaiser, würde der Automat auch keinen Sinn machen. Schließlich soll er nichts gemein haben mit den teuren Produkten an Tankstellen, die zu später Abendstunde oder am Sonntag oft die einzige Möglichkeit sind, noch ein paar Grillwürstchen zu erhaschen. Von der Qualität einmal ganz abgesehen, so Kaiser.

Wachsende Begeisterung

Eineinhalb Jahre ist es nun her, dass der Inhaber der noch einzigen ansässigen, 51 Jahre alten Metzgerei in Kalbach den Wurstautomaten in der Kalbacher Hauptstraße 8 aufgestellt hat. Auf einer Messe hat er das gute Stück das erste Mal erblickt und war sofort begeistert. Auf Facebook machte er den Vorschlag, doch solch einen Automaten aufzustellen. Die Resonanz sei enorm gewesen, 30 000 Mal wurde der Beitrag angeklickt.

Diese Begeisterung hat bis heute nicht abgenommen, mindestens einmal am Tag muss der Automat mit frischer Ware bestückt werden. Im Sommer, vor allem an den Wochenenden, sogar zweimal täglich. Diesen Job übernimmt meist Andreas Kaisers Bruder, der direkt um die Ecke wohnt. Gekauft wird die Ware am Automaten von Menschen aus ganz Frankfurt.

In den ersten Wochen, erinnert sich der Fleischermeister, seien Menschen aus Sachsenhausen nach Kalbach gekommen. Nur um ein paar Grillwürste zu kaufen und sich anschließend mit dem Automaten fotografieren zu lassen. „Ich kann nicht verstehen, dass wir die einzige Metzgerei sind, die solch einen Service anbietet. Der Automat lohnt sich auch finanziell“, sagt Kaiser, will jedoch keine Zahlen verraten. Nur so viel: Die Einnahmen durch den Automaten gleichen denen eines durchschnittlichen Tages in der Metzgerei.

Zwischen acht und 80 Jahren alt sind die Kunden, die am Automaten einkaufen. In den Laden kommen sie aber trotzdem. Da merkt Kaiser keinen Unterschied. Im Gegenteil. Nicht selten reicht die Warteschlange an Samstagen bis auf die gegenüberliegende Straßenseite.

Zweiter Automat

Weil der Automatengeschäft so gut läuft, will Kaiser expandieren. Auf den Riedberg. Einen Standort hat er auch schon im Auge, in direkter Nähe zum Riedberg-Zentrum. Noch laufen die Verhandlungen; Kaisers Ziel für die Inbetriebnahme ist der Mai. Pünktlich zur Grillsaison. Das Sortiment im Automaten würde der Jahreszeit entsprechend angepasst. „In den Wintermonaten bieten wir auch schon mal Fertiggerichte wie Kalbsgeschnetzeltes oder Bolognese-Sauce an. Im Sommer gehen Wurst und Steak am besten“, weiß der 52-Jährige. Kürzlich habe er es mit Lachs probiert. „Der lief wie Sau“, sagt er.

Früher schlachtete die Metzgerei Kaiser noch selbst, heute beziehen sie ihr Fleisch von Bekannten. Geschlachtet werden die Schweine in Harheim, die Rinder in Wölfersheim im Wetteraukreis. Bekannt sind die Kaisers weit über Kalbach hinaus, vor allem für das Fleisch ihrer Galloway-Rinder. Die züchten sie selber, 20 Tiere stehen derzeit im Karbener Stadtteil Rendel. Dort leben auch die Hühner, deren Eier im Wurstautomaten verkauft werden. „Wir wissen, wo unsere Ware herkommt. Das ist in der heutigen Zeit wichtig“, betont Kaiser.

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