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Städte- und Tagesreisen: Frankfurt Höchst wäre so gern ein Tourismus-Magnet

Von "Vom Industriestandort zum Städtereiseziel" soll Höchst entwickelt werden. Denn Städtereisen sind der große Trend auf dem Tourismus-Markt – sie boomen immer mehr.
Tourismus-Vertreter aus ganz Deutschland besichtigten gestern Abend die Höchster Altstadt, die Justinuskirche und den Bolongaropalast. Danach ging es mit der „Maria Sibylla Merian“ der Frankfurter Primus-Linie zum Hochhaus-Gucken in die Innenstadt.	Foto: Maik Reuß Bilder > Tourismus-Vertreter aus ganz Deutschland besichtigten gestern Abend die Höchster Altstadt, die Justinuskirche und den Bolongaropalast. Danach ging es mit der „Maria Sibylla Merian“ der Frankfurter Primus-Linie zum Hochhaus-Gucken in die Innenstadt. Foto: Maik Reuß
Höchst. 

„Der Stadtteil ist auf dem Sprung vom Industriestandort – was er auch bleibt – hin zum Tagesreiseziel“, sagt Thomas Feda, Geschäftsführer der Frankfurter Tourismus und Congress Gesellschaft. Der Chef der städtischen Gesellschaft weiß, dass er an Höchst, im Vergleich zu Skyline und Römerberg, anders herangehen muss: „Höchst ist Höchst und nicht Frankfurt.“ Deshalb behandele die Tourismus und Congress GmbH den Stadtteil als eigenständige Marke neben dem großen Frankfurt; deshalb sei man nur als Höchst und nicht als Stadt Frankfurt der Deutschen Fachwerkstraße beigetreten: „Frankfurt als Fachwerkstadt, das kann ich wirklich nicht verkaufen.“ Die 400 Fachwerkhäuser der Höchster Altstadt bilden aber das größte zusammenhängende Fachwerk-Ensemble Frankfurts. Mit dem Beitritt zur Fachwerkstraße sei das Interesse an Höchst gestiegen, so Feda.

 

Kultur zieht an

 

Die weithin einzigartige Justinuskirche, aber auch „weiche“ Faktoren wie „Barock am Main“ oder das Höchster Schlossfest verstärkten das Interesse an Höchst. Die Nachfrage an den Kostümführungen durch die Altstadt oder Führungen durch den Bolongaropalast übersteigen manchmal die Kapazitäten der Veranstalter; das NH-Quartiersmanagement und die Stadtplanung nehmen Millionen Euro in die Hand, um Höchst attraktiver zu machen. Jetzt im Sommer startet als öffentlich-private Kooperation die Einrichtung eines Tourismus-Büros bei „Presse-Krämer“ in der Hostatostraße. Und seit gestern werden auch noch 120 Tourismus-Schaffende aus der ganzen Republik auf Höchst aufmerksam: Feda hat das „Deutsche Städte- und Kulturforum 2014“ ins Lindner Congress Hotel geholt. Zwei Tage lang beschäftigen sich die Tourismus-Experten mit neuen Entwicklungsstrategien und besichtigen dabei auch die Höchster Altstadt und den Industriepark mit dem sehenswerten Peter-Behrens-Bau.

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Für Höchst liegen keine gesonderten Statistiken vor, aber vom Boom der Städtereisen und Tagesausflüge profitiert Frankfurt: Die Mainmetropole liegt bei den Übernachtungszahlen nach Berlin, München und Hamburg mit 7,5 Millionen auf dem vierten Platz (siehe Grafik). „Das macht vier Milliarden Bruttoumsatz, den Frankfurt aus dem Tourismus gewinnt“, sagt Feda. Der touristische Beitrag zum städtischen Steueraufkommen beziffere sich auf bis zu 100 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatte der Städtetourismus bundesweit einen Zuwachs von 4,8 Prozent bei den Übernachtungen zu verbuchen. „Es ist leider vielen oft nicht so ganz klar, wie wichtig der Tourismus ist; das wird unterschätzt“, sagte bei der Tagung im Lindner Congress Hotel auch Peter Siemering, Vizepräsident des Deutschen Tourismus-Verbands (DTV). Der Tourismus leiste einen Beitrag von 97 Milliarden Euro zur Brutto-Wertschöpfung in Deutschland. Daran hingen rund 2,9 Millionen Arbeitsstellen.

 

Tagestourismus stark

 

Der Tagestourismus – vom Schulausflug über die Kaffeefahrt zum privaten Städtebesuch – stelle das mit Abstand größte Einzel-Segment im Deutschland-Tourismus dar, bekräftigte auch Dr. Manfred Zeiner von der dwif-Consulting GmbH. Sie hat in einer Statistik rund 2,95 Milliarden solcher „Tagesreisen“ pro Jahr für Deutschland ermittelt. Im Durchschnitt unternehme jeder Deutsche jährlich 37 Reisen ohne Übernachtung – dazu gehören auch Trips in die Nachbarstadt zum Einkaufen oder der Besuch einer Veranstaltung. Im Dezember lägen die dabei getätigten Ausgaben am höchsten – wegen der Weihnachtseinkäufe. Im Schnitt würden bei jeder Tagesreise 28 Euro ohne Fahrtkosten ausgegeben. Davon gehen 8 Euro in die Gastronomie und 13 Euro an den Einzelhandel. Die Deutschen, so hat Zeiner außerdem herausgefunden, geben jedes Jahr rund 80 Milliarden Euro für Tagesreisen aus.

Kommentar: Es lohnt sich, mehr zu investieren

In Höchst ist es schmutzig, es gibt keine Parkplätze und zu viele Ausländer. So kann man es sehen. Man kann aber sein Augenmerk auch auf das Potenzial richten, das in dem Stadtteil mit seiner

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