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Städtebau: Hauptbahnhof: Vorplatz wird frühestens 2024 schön

Von Vor zehn Jahren gewann das Architekturbüro Schneider + Schumacher den Wettbewerb um die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Seitdem ist nichts geschehen. Und das wird auch weitere fünf bis sechs Jahre so bleiben. Das wurde gestern Abend bei der Podiumsdiskussion „Metropolengespräch“ deutlich.
Der Bahnhofsvorplatz in all seiner Hässlichkeit: Hier wollen sich die Menschen nicht lange aufhalten. Foto: Bernd Kammerer (.) Der Bahnhofsvorplatz in all seiner Hässlichkeit: Hier wollen sich die Menschen nicht lange aufhalten.
Frankfurt. 

Das „Metropolengespräch“ der Stiftung urban future forum geht der Frage nach, warum gute Ideen der Stadtgestaltung manchmal sang- und klanglos verschwinden. Dies erläuterte der Stiftungsvorstand Prof. Wolfgang Böhm gestern bei der Industrie und Handelskammer. Und da hatte er sich mit dem Bahnhofsvorplatz – und seinem Durcheinander, der Außengastronomie, die Wege versperrt, dem hässlichen Taxiwarteplatz, überhaupt der Hauptverkehrsstraße, die Fußgänger fast schon unter die Erde zwingt – ein dankbares Thema ausgesucht.

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Wer viel mit dem Zug unterwegs ist, weiß, dass das Gebiet um den Hauptbahnhof nicht das gepflegteste einer Großstadt ist. Das ist in Frankfurt nicht anders.

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Eine Lösung ist kurzfristig nicht in Sicht. Vor zehn Jahren hat der Architekt Till Schneider einen Entwurf vorgelegt, der von einer Jury zu einem der zwei Sieger erkorenen wurde. Inzwischen ist Zeit vergangen, müsste dieser Entwurf noch einmal überarbeitet werden. Doch in den kommenden fünf oder sechs Jahren wird es keinen Umbau des Bahnhofsvorplatzes geben.

Zwischen Gott und Papst

Dies sagte bei der von Matthias Alexander (FAZ) moderierten Podiumsdiskussion Dr. Klaus Vornhusen. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für das Bundesland Hessen räumte zerknirscht ein: „Wir warten noch auf das Placet des Eisenbahnbundesamts.“ Dabei geht es aber mitnichten um den Bahnhofsvorplatz, sondern überhaupt erst einmal um die Umgestaltung der B-Ebene und des sogenannten Nordbaus des Hauptbahnhofs. Die Bahn investiert hier 100 Millionen Euro. Und wie Vornhusen einräumte: „Die ersten Planungen sind vom Eisenbahnbundesamt zurückgewiesen worden, wir haben sie überarbeitet. Wir hoffen auf die Planfeststellung bis zum Jahresende.“ Wenn dieses Amt – laut Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) angesiedelt zwischen dem lieben Gott und dem Papst – nicht doch noch Einwände vorbringt.

Dann könnte also die B-Ebene umgebaut werden sowie der Nordteil des Querbahnsteigs. Vornhusen erläuterte, dass hier all die Geschäfte zurückgebaut werden, wie dies im Südteil bereits geschehen ist. Die aufwendigen Arbeiten – die fünf, vielleicht sechs Jahre dauern – müssen vor der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes vorgenommen werden. Der Platz wird als Lagerfläche benötigt.

So weit, so schlecht. Till Schneider stellte seinen Entwurf gestern noch einmal vor. Vieles habe sich im Lauf der Jahre wieder geändert. So wollte Schneider ursprünglich die Trambahnhaltestelle weg von der Straße und hin zum Hauptbahnhof verlegen, eine Idee, die nicht den Anklang fand. Also wieder zurück. Zwischenzeitlich jedoch – zehn Jahre danach – glauben viele, auch der Verkehrsdezernent, an ein drittes, möglicherweise sogar viertes Straßenbahngleis. Diese könnten dann doch auf dem Bahnhofsvorplatz liegen, statt an dessen Rand.

Womit wir wieder bei der Bahn wären. Denn Vornhusen und Oesterling sind sich einig: Wenn das Eisenbahnbundesamt sagt, wie’s gemacht wird, darf daran keine Schaube mehr geändert werden. Ob jedoch die Decke des Bahnhofsvorplatzes stabil genug ist, um das Gewicht von Straßenbahnen zu tragen, scheint nicht geprüft und im Nachhinein auch schlecht sicherzustellen zu sein. Doch diese Probleme werden Frankfurt frühestens in sechs Jahren beschäftigen – wenn’s denn mit dem Bahnhofsvorplatz losgeht.

Verkehr nur einspurig?

Prof. Martin Wentz, ehemaliger Planungsdezernent und heute Stadtplaner, glaubt nicht, dass man so lange warten müsste: „Neue Platten kann man auch legen, während die B-Ebene gebaut wird.“ Hingegen geht es um mehr, als nur darum, Platten zu legen. Schneider will aus dem Vorplatz und den „Ecken“ im Norden (heute Taxiplatz) und Süden (heute Busplatz) eine ebene Fläche ohne Hindernisse machen, einen freien Raum, in dem auch Ereignisse wie Public Viewing stattfinden könnte. Nicht nur das: Wentz hält es für möglich, dass der Straßenverkehr entlang des Bahnhofs auch einspurig in jede Richtung laufen könnte. Vorausgesetzt, der Hafentunnel und die Europaallee dienen, wie einst geplant, als Entlastung für die Strecke von der Friedensbrücke zur Messe.

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