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Tierheim in Frankfurt-Fechenheim: Heimat für Herrenlose

Viele Tiere werden abgegeben, weil ihre Besitzer nicht mehr für sie sorgen können. Das Tierheim in Fechenheim nimmt sich der Tiere an und kümmert sich um ihre Vermittlung.
Das Fechenheimer Tierheim des Tierschutzvereins Frankfurt und Umgebung von 1841 e.V. erreicht man über den Haupteingang in der Ferdinand-Porsche-Straße. Alle Fotos: Lisa Kreis Bilder > Das Fechenheimer Tierheim des Tierschutzvereins Frankfurt und Umgebung von 1841 e.V. erreicht man über den Haupteingang in der Ferdinand-Porsche-Straße. Alle Fotos: Lisa Kreis
Frankfurt.  Das Tierheim in der Ferdinand-Porsche-Straße in Frankfurt-Fechenheim wirkt von außen eher unscheinbar. Neben einem Schild mit der Aufschrift "Tierschutzverein Frankfurt seit 1841 e.V." an der Ecke zur Carl-Benz-Straße lässt noch der Schriftzug „Tiere brauchen Menschen“ auf ein Tierheim schließen. Selbst die bellenden Hunde hört man von der Straße aus kaum.

Bilderstrecke Tiere brauchen Menschen – Bilder aus dem Tierheim Fechenheim
Das Fechenheimer Tierheim des Tierschutzvereins Frankfurt und Umgebung von 1841 e.V. erreicht man über den Haupteingang in der Ferdinand-Porsche-Straße. Alle Fotos: Lisa KreisUm Zutritt zu dem Gelände zu erhalten, muss geklingelt werden.Die Leiterin des Tierheims, Sabine Urbainsky, hat sich ganz den Tieren verschrieben. Derzeit kümmert sie sich intensiv um Hündin Nana.


Allerdings ist das nur der erste Eindruck. Durch das Eingangsportal hindurch liegt rechter Hand das Haupthaus. Dort sitzt die Tierheimleitung sowie die gesamte Verwaltung. Ebenfalls findet man in diesem Gebäude die tierheimeigene Arztpraxis, in der kranke Tiere behandelt werden. Vom Hof geht es direkt auf das Kleintierhaus zu, in dem vor allem Hasen, Mäuse, Meerschweinchen und Vögel untergebracht sind. Die Tiere sind entlaufen, wurden ausgesetzt oder von ihren Besitzern abgegeben.

Manche Hunde machen sich nicht nur durch ihr lautes Bellen bemerkbar, sondern führen kleine Kunststücke vor. Bild-Zoom
Manche Hunde machen sich nicht nur durch ihr lautes Bellen bemerkbar, sondern führen kleine Kunststücke vor.
Nun sitzen die 90 Kleintiere da, in ihren schön hergerichteten Käfigen und warten auf einen lieben Menschen, der ihnen ein neues Zuhause gibt. Ähnlich geht es auch den 125 Hunden. Sie machen sich schon vom Hof aus den Besuchern bemerkbar. Viele der Hunde bellen oder fiepen. Besonders stark wird die Geräuschkulisse beim Betreten des Hundehaupthauses. Dort werden die Tiere zum Teil allein, aber auch in kleinen Rudeln, je nach Verträglichkeit, gehalten. So können sie mit Artgenossen toben und Sozialkontakte knüpfen, die besonders für junge und verängstigte Hunde wichtig sind.

Etwas ruhiger und überschaubarer geht es im Katzenhaus zu. Derzeit leben hier 163 Katzen, die auf ein neues Zuhause warten. „Das ist verhältnismäßig wenig“, sagt Sabine Urbainsky, Leiterin des Tierheims. Besonders im  Frühjahr kann die Anzahl bis zu 200 Katzen in die Höhe schnellen, da dann besonders viele Katzenbabys zur Welt kommen. Auch im Sommer, zur Urlaubszeit, steigt die Tierzahl an. Viele Menschen möchten sich während ihres Urlaubs keine Gedanken über die Versorgung ihrer Tiere machen und setzen sie daher lieber aus.

Damit dieses Schicksal einmal vermittelte Tiere nicht ein zweites Mal ereilt, gibt es seitens des Tierheims strenge Regeln sowie Vor- und Nachkontrollen. „Schließlich sind Tierheim-Tiere kein Wanderpokal“, so Urbainsky.

Ein ungewöhnliches Plätzchen - diese Katze bewacht das Katzenzimmer.
Interview mit Leiterin des Fechenheimer Tierheims "Tiere sind kein Wanderpokal"

Immer wieder werden herrenlose Tiere gefunden, die meistens in einem Tierheim landen und dort auf eine Vermittlung warten. Die Leiterin des Fechenheimer Tierheims in Frankfurt, Sabine Urbainsky, informiert in einem Gespräch über die Voraussetzungen und den Ablauf einer Tiervermittlung.

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Bevor Tiere allerdings einmal vermittelt werden können, müssen die Tiere verschiedene Untersuchungen über sich ergehen lassen. Katzen und Hunde kommen daher getrennt voneinander in Aufnahmestationen innerhalb des Tierheims. Ist die Herkunft des Tieres nicht klar, da es beispielsweise gefunden oder aus einem illegalen Tiertransporter gerettet wurde, kommt es zuerst in Quarantäne. Dort wird der Neuankömmling auf Tollwut und weitere Krankheiten getestet, bis er in die Zwischenstation gelangt. Hier werden die Tiere aufgepäppelt, bis sie fit genug sind, um in das Haupthaus umzuziehen.

Dort stehen an den Vermittlungstagen (donnerstags, freitags und samstags) die Mitarbeiter des Tierheims für alle Frage zur Verfügung. Neben der Vermittlung, die am Nachmittag stattfindet, kümmern sich die knapp 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um das Reinigen der Käfige, Füttern und Pflegen der Tiere.

Besonders Hunde, die noch ausgebildet werden müssen, werden durch die Mitarbeiter geschult, sodass sie leichter vermittelt werden können. Allerdings reichen die Mitarbeiter nicht aus, um jedem Tier gerecht zu werden. So ist das Tierheim auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, die mit den Hunden Gassi gehen und mit den Katzen und Kleintieren schmusen oder auch bei Festen helfen.
Neben den Ehrenamtlichen ist das Tierheim sehr stark auf Spenden angewiesen. Schließlich finanziert sich das Heim zu 98 Prozent aus Spendengeldern. Die Stadt Frankfurt steuert einen kleinen Obolus für die Fundtiere bei.

Darüber hinaus ist Sabine Urbainsky auch sehr dankbar über Sachspenden. Besonders im Winter werden Decken für die vielen Hunde und Katzen benötigt, da die Tiere auch in ihren Außengehegen nicht frieren sollen. Um all die Decken und Handtücher zu waschen und aufzubewahren, betreibt das Tierheim sogar eine kleine Wäscherei. Hier, in der Waschküche, drehen sich die Maschinen fast rund um die Uhr. Viele Tiere sind noch unsauber oder krank, sodass häufig viel Wäsche
anfällt.

Neben der Vorratskammer für Futter gibt es eine große Sammlung an Decken und Kissen für Hunde und Katzen. Bild-Zoom
Neben der Vorratskammer für Futter gibt es eine große Sammlung an Decken und Kissen für Hunde und Katzen.


Neben einem großen Lager für Handtücher und Decken befindet sich die Vorratskammer für das Futter. Hier lagert Nass- und Trockenfutter, das auch zum Teil an das Tierheim gespendet wurde. Da besonders viel Nassfutter benötigt wird, ist das Tierheim auch hier um jede Spende dankbar.

Durch Spenden konnte so auch der Bau von Vogelvolieren im Kleintierhaus beginnen, sodass in den kommenden Monaten eine Freiflugfläche für Vögel entsteht. Das Tierheim versucht den Aufenthalt für die vielen Tiere so angenehm wie möglich zu gestalten. Das nächste große Projekt ist schon in Planung, wie die Leiterin des Tierheims mitteilt.

Durch Spenden soll hier ein Außengehege für Nager entstehen. Die Tiere sollen so auch im Winter vermittelt werden können. Spenden sind sehr willkommen. Bild-Zoom
Durch Spenden soll hier ein Außengehege für Nager entstehen. Die Tiere sollen so auch im Winter vermittelt werden können. Spenden sind sehr willkommen.
Um besonders Hasen, die vorwiegend draußen gehalten wurden, auch im Winter wieder vermitteln zu können, soll ein überdachter Außenbereich für die kleinen Nager entstehen. So können die Tiere draußen leben und die Witterung kann ihnen bei der Vermittlung nichts mehr anhaben. Mit Spenden soll nun der Umbau des Daches umgesetzt werden, sodass die Tiere schnell in den Außenbereich umziehen können. Lisa Kreis

Wer den Umbau mit einem kleinen Beitrag unterstützen möchte, spendet an das folgende Konto:
 
Tierheim Fechenheim
IBAN DE28 5005 0201 0000 8813 67
Swift BIC   HELADEF1822
Frankfurter Sparkasse


 
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