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Hier werden Wölfe mit Ebbelwei abgefüllt

Manfred Possmann und die Heinrich-Kromer-Schüler.	Foto: Fritzsche Manfred Possmann und die Heinrich-Kromer-Schüler. Foto: Fritzsche
Frankfurt. 

Im zwölf Grad kalten Keller in Rödelheim stehen drei Wölfe. Ihre Höhe: sechs Meter. Ihre Länge: 21 Meter. In ihnen befinden sich 418 000 Liter Apfelwein. Bei diesen Wölfen handelt es sich um U-Boote, die von der deutschen Kriegsmarine „Graue Wölfe“ genannt wurden. Die Exemplare bei Possmann sind Ende des Zweiten Weltkrieges im Frankfurter Osthafen gebaut worden. Später hat sie die US Army beschlagnahmt.

 

Eine geniale Idee

 

Da Possmann nach dem Krieg Mangel an Material für Fässer hatte, kamen die Gebrüder Possmann auf die geniale Idee, die U-Boote der US Army abzukaufen und zu Lagertanks umzufunktionieren. Aber wie kommt der Apfel eigentlich in die Flasche? Im Herbst liefern rund 900 bis 1000 Lkw aus der Umgebung Äpfel zu Possmann. Nachdem die Äpfel auf der Fuhrwerkswaage gewogen wurden, werden sie auf ihre Qualität hin kontrolliert und in das Silo geschüttet, wo sie auf einem Fließband in die Waschanlage transportiert werden.

 

Eiltempo an den Flaschen

 

In der Apfelmühle werden die Äpfel dann zu Apfelbrei verarbeitet. Drei 1,80 Meter breite und acht Meter hohe Bandpressen, die extra für Possmann gebaut wurden, pressen nun den Apfelbrei zu Apfelsaft. Dieser wird in der Füllanlage in braune Flaschen gefüllt (rund 10 000 Flaschen pro Stunde). Zuletzt kommt noch das Etikett auf die Flaschen, dann können sie in kleine Kästen gestellt und ausgeliefert werden.

Im Jahr 2010 erhielt Possmann den Ökologiepreis für besonders umweltfreundliches Management. So werden zum Beispiel die Reste der Apfelweinproduktion, der sogenannte Trester als Viehfutter im Winter genutzt. Aus den Apfelschalen wird Gelatine hergestellt. Die Flaschen werden nach Rückgabe recycelt, um dann wieder in den Handel zu kommen. Ebenso werden die Aluminiumdeckel gesammelt, um daraus zum Beispiel Fensterbänke herzustellen. Das spart Materialkosten und ist umweltfreundlich.

Die beste Idee ist aber das Ökodach. Die Bepflanzung einer Fahrzeughalle ist ein wertvolles Feuchtbiotop, auf dem Sumpf-Dotterblumen, Schwertlilien, Vergissmeinnicht und Hahnenfuß wachsen. Mitunter brütet dort sogar ein Entenpärchen. Das Dach dient zur Gewinnung von jährlich 1,5 Millionen Liter Regenwasser, das für die Kellerkühlung von 30 Grad auf 14 Grad genutzt wird.

 

Klasse 4 c der Heinrich-Kromer Schule, Niederursel

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