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Stadtplanung: Hochhaus-Boom ungebrochen - Grundstücke im Bankenviertel werden rar

Die Stadt Frankfurt ist derzeit ein Eldorado für Immobilieninvestoren. Vor allem der kleine, aber feine Markt für Gebäude über 60 Meter Höhe, von denen es hier 40 Stück gibt und aktuell gleich mehrere neu gebaut werden, strebt von Rekord zu Rekord.
So soll der Marienturm in der Taunusanlage aussehen. So soll der Marienturm in der Taunusanlage aussehen.
Frankfurt. 

Immer weniger Büros in den Hochhäusern des Frankfurter Bankenviertels stehen leer. Nach Zahlen des Maklerhauses Colliers waren in diesen zur Jahresmitte nur noch rund 61 000 Quadratmeter Fläche für eine kurzfristige Anmietung verfügbar. Das entspricht einer Leerstandsquote von 3,7 Prozent. Damit habe sich der Leerstand seit 2013 um fast 70 Prozent verringert, sagte Colliers-Deutschlandchef Matthias Leube am Donnerstag bei der Vorstellung einer Untersuchung über knapp 40 und mindestens 60 Meter hohe Bürotürme im Areal.

Zwar wird im Bankenviertel kräftig gebaut, entstehen große neue Bürohochhäuser wie der Marienturm und der Omniturm, der auch Platz für Wohnungen bieten wird. Doch viel sei bereits vorvermietet, sagte Leube. Selbst für das aus vier Türmen bestehende Hochhausquartier Four, das auf dem früheren Deutsche-Bank-Areal entsteht, stünden bereits Mieter wie die Großkanzlei Baker McKenzie fest. Und das obwohl das Projekt erst in etwa fünf Jahren fertiggestellt werde.

Steigende Mieten

Entsprechend steigen die Mieten nach Beobachtung von Colliers stark an. Bis zu 42,50 Euro pro Quadratmeter werden nach Zahlen des Maklerhauses inzwischen für Büros in den oberen Stockwerken der Hochhäuser gezahlt. Und es gebe durchaus noch Luft nach oben, hieß es. Die Durchschnittsmieten für Büros im Hochhaus liegen laut Colliers bei 30,70 Euro. Diese sind damit fast ein Fünftel teurer als Büros in flacheren Gebäuden.

Die größte Bereitschaft, für Büros in den oberen Etagen hohe Mieten zu zahlen, haben der Analyse nach Anwaltskanzleien. Diese suchten bevorzugt Flächen jenseits der 70-Meter-Marke und zahlten dafür im Schnitt 32 Euro pro Quadratmeter. Zu ähnlich hohen Mieten sicherten sich Vermögens- und Finanzberater Flächen. Auf fast der Hälfte der Hochhausbüroflächen arbeiten laut Colliers Banker. Diese mieteten sich auch in den unteren Bereichen der Türme ein.

Auch die Nachfrage von Investoren nach Bürohochhäusern ist sehr groß. Zuletzt wechselten etwa der Garden Tower, Pollux und der im Bau befindliche Omniturm den Besitzer. Die Preise steigen dabei nach Zahlen von Colliers stark. Noch 2013 hätten sie unter 6000 Euro pro Quadratmeter gelegen, nun werde im Schnitt für mehr als 9000 Euro, in der Spitze bis 12 500 Euro pro Quadratmeter verkauft. Um die auch vom Brexit befeuerte hohe Nachfrage nach Büroraum decken zu können, muss die Stadt nach Ansicht von Colliers den Hochhausrahmenplan um neue Standorte für Bürotürme erweitern. Das Potenzial bebaubarer Fläche gehe schließlich zu Neige.

Neuer Hochhausrahmenplan

Eine besonders hohe Nachfrage sieht Colliers bei gemischt genutzten Hochhäusern, die Platz für Büros und ein Hotel oder Büros und Wohnungen bieten. Solche Hochhäuser seien global seit Jahren im Trend und setzten sich nun auch in Frankfurt durch. Als Beispiele nannte das Maklerhaus den Omniturm und das Quartier Four. Ähnliche Konzepte sollen aber auch etwa im „One“, einem Turm, der an der Messe entsteht, und Platz für ein Hotel und 42 000 Quadratmeter Bürofläche bieten soll, oder im „Spin“-Tower, der am Güterplatz entsteht, verwirklicht werden. Auch dieser Turm soll Büroflächen und ein Hotel bieten.

Auch im städtischen Planungsdezernat sieht man die Reserveflächen für neue Bürohochhäuser schwinden und den Leerstand auf dem Büromarkt sinken. Noch seien aber größere Flächen in Bau oder Planung, die noch nicht vermietet sind, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Donnerstag.

Bei der Aktualisierung des Hochhausrahmenplans werde das Dezernat aber neue Standorte für Bürohochhäuser vorschlagen, sagte Gellert. Ob auch neue Standorte für Wohnhochhäuser ausgewiesen werden, sei dagegen noch unklar. Der aktualisierte Rahmenplan könnte laut Gellert im Jahr 2021 oder 2022 in Kraft treten.

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