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Rhein-Main-Gourmet 2015: Hohe Kunst auf tiefen Tellern

Von Es war ein kulinarisches Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich die drei Teilnehmer des regionalen Vorausscheides zum „Rhein-Main-Gourmet 2015“ im Steigenberger Frankfurter Hof lieferten. Das Küchen-Rennen für sich entschied der Frankfurter Markus Grund – dessen Rinderfilet könnte im „Oscar’s“ angeboten werden, lobte Küchenchef Steffen Fredersdorf.
Das Auge isst mit: Beim Anrichten ihres Gerichts wird Elisa Machucha de Winter von Koch Fabricio Torres unterstützt.	Fotos: Salome Rossler Bilder > Foto: Salome Roessler Das Auge isst mit: Beim Anrichten ihres Gerichts wird Elisa Machucha de Winter von Koch Fabricio Torres unterstützt. Fotos: Salome Rossler
Frankfurt. 

Die Uhr in der Küche des Restaurants „Français“ im Frankfurter Hof zeigt 12.27 Uhr. Noch drei Minuten, dann muss Elisa Machuca de Winter ihr peruanisches Gericht der Jury präsentieren. Schnell erledigt sie die letzten Handgriffe. Die Reispyramide steht, die würzig duftenden Rinderfiletstreifen, Zwiebeln und Tomaten drapiert sie daneben. Zusammen mit den selbst gemachten Fritten. „Fertig, die Teller können raus“, ruft die 46-Jährige, wischt sich mit dem blau-weißen Küchentuch über die Stirn und atmet tief durch. Die letzten Minuten, sagt sie, seien immer die stressigsten.

Bilderstrecke Bilder vom Rhein-Main-Gourmet Kochwettbewerb
Es wird gekocht für den Vorentscheid des Rhein Main Gourmets, aufgenommen am Samstag (14.03.2015) im Steigenberger Frankfurter Hof in Frankfurt.

<br><br>Im Bild: Gewinner Markus Grund präsentiert sein in Alpwiesenheu gegartes Rinderfilet auf Gorgonzola-Birnen-Soße dazu Steinpilz-Maronen-Soufflé mit Steinpilz-Essenz und grünem Spargel im Speckmantel.Am Wochenende kochten auch im Hotel Steigenberger in Bad Homburg drei Köche im Halbfinale der diesjährigen Rhein-Main-Gourmets um die Wette.Fabio Ramos konnte sich am Ende in Bad Homburg durchsetzen.

 

Begeisterte Jury

 

Das Essen der Peruanerin ist das erste Gericht, das beim regionalen Vorausscheid zum „Rhein Main-Gourmet 2015“ – ein gemeinsamer Wettbewerb, zu dem diese Zeitung und die Steigenberger Hotelgruppe aufgerufen haben – die kleine Küche, in der sonst Sternekoch Patrick Bittner den Löffel schwingt, verlässt und auf dem Tisch der Jury landet. Die ist trotz der Einfachheit der Zutaten und der Zubereitung begeistert. „Das ist richtig gut“, lobt Küchenchef Steffen Fredersdorf. Albert Mayr, Director of Business Development im Frankfurter Hof, fehlt jedoch „das gewisse Etwas“.

Während die Jury noch über der Bewertung grübelt, geht es in der Küche bereits hoch, oder besser gesagt filigran her. Unter den Wärmelampen richtet Norbert Streitz sein eigens für den Wettbewerb entwickeltes Gericht „Strandgut – on the Beach“ mit Auster, Fisch und Jakobsmuscheln an. Akribisch geht er zu Werke, mit der Pinzette werden die Seetangstreifen auf die Auster gelegt, vorsichtig dreht er die Zucchini-Spaghetti zu einem Nest.

Das nimmt Zeit in Anspruch, mit Verspätung landete das Gericht bei der Jury und bringt den ersten Minuspunkt. Wettgemacht wird dies aber durch das Anrichten. „Das ist toll gemacht, geschmacklich ist Pep drin. Man merkt, der kann was“, lobt Fredersdorf. Es gibt aber auch Kritik – der Couscous ist zu trocken, die drei Komponenten in sich sind toll, harmonieren aber nicht miteinander. „Auch wenn die Aromen gut zur Geltung kommen, es passt nicht so ganz“, bemängelt FNP-Gastro-Expertin Andrea Möller.

In der Küche entspannt sich die Lage, Elisa Machuca de Winter und Norbert Streitz atmen durch, als der dritte Teilnehmer Markus Grund den Ofen öffnet. Der Duft von frischem Heu steigt in die Nase. Tatsächlich befindet sich in der Metallschüssel getrocknetes Gras, darunter liegt das Rinderfilet. Das Herzstück des Gerichts. Solch ein Wettkampf ist für Markus Grund übrigens kein Neuland, nahm er doch bereits beim „perfekten Dinner“ auf dem Fernsehsender Vox teil. Ums Gewinnen ging es ihm dort ebenso wenig wie beim „Rhein-Main-Gourmet 2015“. „Ich koche aus Leidenschaft, für mich ist das Entspannung. Zudem wollte ich gerne mal hinter die Kulissen des Frankfurter Hofs schauen“, sagt der 46-Jährige und richtet sein Filet, das Soufflé und den grünen Spargel an. Noch ein paar Löffel der Gorgonzola-Soße auf den Teller und schon geht das Gericht raus zur Jury.

 

Ein Gericht fürs „Oscar’s“

 

Die ist restlos begeistert. „Sensationell, die Pfefferkruste ist der Hammer“, würde Fredersdorf das Gericht sogar so auf die Karte des Restaurants „Oscar’s“ heben. Alle drei Komponenten „sind geschmacklich super“, findet Albert Mayr, Andrea Möller nickt zustimmend, genießt lieber jeden Bissen und schweigt. Diskussionen um den Sieger gibt es nicht. „Alle drei Gerichte waren sehr lecker und toll gemacht, aber Markus Grund hatte letztlich die Nase vorn“, verkündet Fredersdorf.

Der lachende Sieger: Markus Grund präsentiert sein auf den Punkt gegartes und angerichtetes Gericht.
In Heu gegartes Rinderfilet mit Soufflé und Spargel

In Alpwiesenheu gegartes Rinderfilet auf Gorgonzola-Birnen-Soße, dazu Steinpilz-Maronen-Soufflé mit Steinpilz-Essenz und grünem Spargel im Speckmantel:

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Der trifft am Samstag, 21. März, auf die Gewinner der beiden anderen regionalen Vorausscheide. Mit Jakobsmuschel-Kugeln auf Zitronen-Ajoli gewann Oliver Mohr, im Steigenberger Airport Hotel. In Bad Homburg siegte Fabio Ramos mit gepumpernickeltem Zander auf Frühlingssalat.

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