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Nach Insolvenz: Kein städtisches Geld für den FSV

Von Nach der Insolvenz der FSV Frankfurt Fußball GmbH hat die Stadt ein Problem: Ohne Profifußball ist das für 30 Millionen Euro ausgebaute Stadion am Bornheimer Hang eine teure Fehlinvestition. Große Hoffnungen werden deshalb in einen Neustart in der Regionalliga gesetzt. Die Stadt will helfen, aber nicht mit Geld.
2012 herrschte bei der Einweihung der neuen Haupttribüne noch beste Stimmung im Volksbank-Stadion. Damals spielte der FSV Frankfurt noch in der Zweiten Bundesliga. Foto: Klein Foto: Christian Klein 2012 herrschte bei der Einweihung der neuen Haupttribüne noch beste Stimmung im Volksbank-Stadion. Damals spielte der FSV Frankfurt noch in der Zweiten Bundesliga. Foto: Klein
Frankfurt. 

Am Donnerstag waren der Insolvenzverwalter der FSV Frankfurt Fußball GmbH und das neue Präsidium des Vereins bei Sportdezernent Markus Frank (CDU). Es ging darum, die aktuelle Lage zu verdeutlichen. Die neue Führung „schafft Vertrauen und legt die finanziellen Verhältnisse offen“, leiste gute Arbeit, lobte Frank am Abend im Sportausschuss die Arbeit von Präsident Michael Görner und seinem Vize Stephan Siegler. Es werde aber noch Wochen dauern, bis die Vorgänge aufgearbeitet sind. Dabei gehe es auch um das Verhalten der früheren Geschäftsführung. „Wir müssen prüfen, ob wir alle Informationen rechtzeitig bekommen haben.“

Die Stadt ist Gläubigerin der zahlungsunfähigen Gesellschaft, hat ihr angesichts der Notlage Miete und Betriebskosten für das Stadion am Bornheimer Hang gestundet. Um wie viel Geld es genau geht, dazu gibt es laut Frank noch keine belastbaren Zahlen. Gestern sprach er von einer sechsstelligen Summe. Der Größenordnung lässt sich nur schätzen. Die Betriebskosten betragen 500 000 Euro im Jahr, die Miete liegt darunter. Nur einen Teil davon hat die Stadt dem FSV gestundet. Sie dürfte daher auf einer Summe sitzen bleiben, die näher an 500 000 Euro als an einer Million ist. Dem Vernehmen nach hätte sie dem FSV wegen der ausstehenden Zahlungen schon viel früher die Pistole auf die Brust setzen können. Was sie aber nicht getan hat. Auch aus dem Umfeld des FSV macht niemand der Stadt einen Vorwurf.

Weniger Einnahmen

Aber es gibt noch ein anderes finanzielles Risiko, das viel größer ist: Das Stadion am Bornheimer Hang, das die Stadt für insgesamt 30 Millionen Euro zweitligatauglich ausgebaut hat, wird wohl auf absehbarer Zeit nicht angemessen genutzt. Das hat auch finanzielle Folgen: Mit dem voraussichtlichen Abstieg des FSV in die Regionalliga muss der Betreibervertrag für das Stadion neu verhandelt werden. Dabei wird wohl eine deutlich niedrigere Miete herauskommen – allein schon deshalb, weil sich die Frankfurter Volksbank als zahlungskräftiger Namenssponsor des Stadions verabschiedet. Aus der Vorstellung der Stadt, mit den Zahlungen des FSV einen Teil ihrer Investitionen wieder hereinzubekommen, wird erst einmal nichts.

Als Garant eines wirtschaftlichen Betriebs am Bornheimer Hang sieht sich ohnehin der American-Football-Club Frankfurt Universe, der seine Heimspiele seit 2015 dort austrägt. Pro Spiel leiste man einen „höheren Deckungsbeitrag als andere Stadionnutzer“, teilte Vereinspräsident Klaus Rehm mit. Universe diskutiere deshalb mit dem FSV über neue Perspektiven, um gemeinsam eine „nachhaltige und umfassende Bewirtschaftung“ des Stadiongeländes zu gewährleisten.

Mehr Interesse an Football

Das Publikumsinteresse ist beim American Football mittlerweile größer als bei den Fußballspielen des FSV. Universe hatte in der abgelaufenen Saison bis zu 7400 Zuschauer, im Schnitt waren es 3900 – der Spitzenwert in der German Football League. Dagegen mobilisierte der FSV in der laufenden Drittligasaison im Mittel nur 3400 Zuschauer – das Stadion war nur zu etwa einem Viertel ausgelastet. In der Regionalliga Südwest könnte es sogar besser werden, meint Hans-Joachim Otto, ehemaliger FDP-Bundestagsabgeordneter und Mitglied des FSV-Aufsichtsrats. Denn dann würde der FSV attraktive Traditionsvereine wie Kickers Offenbach, Hessen Kassel oder Waldhof Mannheim zu Gast haben. Otto sieht deshalb gute Chancen für einen Neustart.

Markus Frank will dabei helfen – aber nicht mit städtischem Geld. „Wir haben ein hohes Interesse daran, dass der Traditionsverein wieder auf die Beine kommt“, betont er. Und er verweist auf ein positives Beispiel aus einer anderen Sportart: Der Eishockeyclub Frankfurt Lions wurde 2010 insolvent – heute können deren Nachfolger, die Löwen, Zweitligameister werden.

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