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Vermeintlicher Sex-Mob auf der Fressgass': Kommentar: Am Ende hilft das Strafgesetzbuch

Es ist gut, dass gegen die verdrehten Wahrheiten der Silvesternacht nun Ermittlungsergebnisse auf dem Tisch liegen, die keine Deutung zulassen. Ein Kommentar vom stellvertretenden Chefredakteur Lutz Bernhardt.
Das Strafgesetzbuch wird es schon richten. Bilder > Foto: Andreas Gebert/Archiv Das Strafgesetzbuch wird es schon richten.

Alternative Fakten breiten sich nicht nur vom Trump-Tower über die Welt aus. Das Phänomen gab es schon immer in diversen Spielarten: Geschichtsklitterung, Propaganda, üble Nachrede, Verleumdung, Vortäuschung falscher Tatsachen. Hier ein erfundenes Massaker in Bowling Green, Kentucky, da der Sex-Mob in der Freßgass’.

Am Beispiel der Nicht-Vorfälle in der Silvesternacht ließ sich zudem gut beobachten, mit welchen Zutaten ein Gerücht angerührt werden muss, um zumindest im Netz für die gewünscht unappetitliche Eigendynamik zu sorgen: ein bisschen „Körperöffnung“ hier, ein bisschen „arabisch-stämmig“ dort, fertig ist der Brei im Kübel, in den jeder seinerseits dann noch Gift und Galle spucken darf.

Dass die Polizei bereits nach dem ersten Bericht in der „Bild“-Zeitung Zweifel an den Schilderungen der „Zeugen“ anführte, bestätigte die Krachmacher natürlich in ihrem verqueren Weltbild. Auch in Köln habe die Polizei zunächst die Vorfälle verschleiert. Und außerdem sei es politisch nicht gewollt, die Wahrheit zu sagen. Zum Beweis für das verrottete große Ganze dienten auf Facebook Wackelvideos irgendwelcher Nachtszenen in Bahnhofsnähe.

Es ist gut, dass gegen die verdrehten Wahrheiten der Silvesternacht nun Ermittlungsergebnisse auf dem Tisch liegen, die keine Deutung zulassen. Und es ist gut, dass die Polizei die Sache damit nicht zu den Akten legt, sondern jetzt wegen Vortäuschung einer Straftat ermittelt.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass diejenigen, die dem Rechtsstaat vor kurzem noch Versagen vorgeworfen haben, nun am eigenen Leib seine vitale Reaktionsfähigkeit zu spüren bekommen. Das Signal ist klar: Sachliche Argumente und politische Diskussionskultur mögen angesichts gepflegter Lügenmärchen manchmal ins Leere laufen. Am Ende richtet es dann doch das Strafgesetzbuch.

Jan Mai soll die Silvesterübergriffe erfunden haben.
Polizei stellt klar: Keine Übergriffe Vermeintlicher Sex-Mob in der Silvesternacht: "Fake ...

Für den Szenegastronom Jan Mai wird die Luft dünn: Die Silvesterübergriffe in seiner Bar „First In“, über die er zusammen mit seiner Kollegin Irina A. in der „Bild“-Zeitung wetterte, soll es nie gegeben haben. Nun droht dem Gaststättenbetreiber eine Anklage wegen Vortäuschens einer Straftat – und vielleicht auch der Entzug der Konzession.

clearing
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