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Chef der Dom-Römer GmbH: Michael Guntersdorf soll die Bühnensanierung verantworten

Von Nach fast einjähriger politischer Debatte über die Sanierung von Oper und Schauspiel, erhält das Vorhaben nun einen Kopf: Michael Guntersdorf wird Projektleiter. Der 67-Jährige hatte sich bereits als Verantwortlicher für den Aufbau der neuen Altstadt Verdienste erworben.
Wie es mit den Städtischen Bühnen weitergeht – ein schlüssiges Konzept dafür gibt es noch immer nicht. Foto: Arne Dedert (dpa) Wie es mit den Städtischen Bühnen weitergeht – ein schlüssiges Konzept dafür gibt es noch immer nicht.
Frankfurt. 

In demonstrativer Eintracht traten die Vertreter des schwarz-rot-grünen Magistrats vor die Öffentlichkeit, um den neuen starken Mann bei der Sanierung der städtischen Bühnen vorzustellen. Es handelt sich um den erfolgreichen Geschäftsführer der Dom-Römer GmbH, Michael Guntersdorf. Die Gesellschaft errichtete die neue Altstadt an der Stelle des früheren Technischen Rathauses. Bei dem komplexen Projekt wurden 15 Altstadthäuser rekonstruiert und 20 Neubauten geschaffen. Die neue Altstadt wird mit einem großen Fest am letzten Septemberwochenende offiziell der Stadtgesellschaft übergeben. Seit 2009 ist Guntersdorf für das Projekt verantwortlich.

Zwei Jahre Amtszeit

Ab 1. Oktober leitet er dann die Stabsstelle „Zukunft städtische Bühnen“ – vorerst für zwei Jahre. Guntersdorf hat drei Mitarbeiter an seiner Seite, um einen Zeitplan für die Planungsphase zu erstellen und „eine belastbare Entscheidungsgrundlage“ zu erarbeiten, über die Magistrat und Stadtverordnetenversammlung abstimmen können. Die Stabsstelle hat eine Schnittstellenfunktion und arbeitet mit den beteiligten Ämtern und Dezernaten sowie den Städtischen Bühnen zusammen

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Guntersdorf sagte, die neue Aufgabe „ist eine große Ehre für mich“. Im Magistrat bleibt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) verantwortlich für das Projekt oder wie es Bürgermeister Uwe Becker (CDU) formulierte: Häuslebauer ist die Stadt, Projektleiter Michael Guntersdorf. Diesen charakterisierte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) als „selbstbewusst und selbstständig“. Guntersdorf mache sich nicht zum Opfer der Politik.

Einvernehmliche Lösung

Über die Bestellung des 67-jährigen Architekten und Stadtplaners hatte es zunächst Missstimmung im Magistrat gegeben. Baudezernent Jan Schneider (CDU) wollte den Chef der Dom-Römer GmbH nicht ziehen lassen, weil er ihn noch zur Restabwicklung des Altstadtprojekts benötigt. Nun einigte man sich im Magistrat darauf, dass Guntersdorf in einem „gleitenden Übergang“ seine alte Baustelle abwickelt und gleichzeitig mit der neuen beginnt. Damit hat der Architekt Erfahrung. 2009 begann er zunächst mit 50 Prozent seiner Arbeitszeit bei der Dom-Römer GmbH, die anderen 50 Prozent war er noch für eine private Firma tätig. Später widmete er sich ganz dem Bau der neuen Altstadt.

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Vor etwa einem Jahr präsentierten Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) und Baustadtrat Jan Schneider (CDU) die Machbarkeitsstudie zu den Städtischen Bühnen. Veranschlagte Kosten: rund 900 Millionen Euro für die zehn Jahre dauernde Sanierung oder den Neubau von Oper und Schauspiel. Seither stehen die Stadtpolitiker unter Schock. Wir baten Experten zum Gespräch. Heute: Enrico Santifaller sprach mit der Frankfurter Architektin Petra Wörner.

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Kulturdezernentin Hartwig betonte, dass die nun vereinbarte Lösung im Einvernehmen mit Baudezernent Schneider erfolgt sei. Schneider wurde bei der Pressekonferenz von Bürgermeister Becker als Sprecher der CDU-Magistratsgruppe vertreten, Schneider streite zeitgleich an anderer Stelle für die Interessen Frankfurts, sagte Becker bei der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) ist unsicher, was die Sanierung der städtischen Bühnen betrifft. Projektleiter Michael Guntersdorf im Souffleurkasten, sagt ihr jetzt, was zu tun ist.  Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke Bild-Zoom
Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) ist unsicher, was die Sanierung der städtischen Bühnen betrifft. Projektleiter Michael Guntersdorf im Souffleurkasten, sagt ihr jetzt, was zu tun ist. Karikatur: Heinrich Schwarze-Blanke

Die Sanierung der Städtischen Bühnen nannte Becker „ein Generationenprojekt wie den Wiederaufbau der Alten Oper oder den Bau der neuen Altstadt“. Die Sanierung von Schauspiel und Oper habe eine vergleichbare Größe wie die beiden Projekte, betonte Kulturdezernentin Hartwig. Schließlich handle es sich um das größte Bühnenensemble in Deutschland.

Viel Zeit verbraucht

Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) erklärte, dass die Sanierung der Bühnen eines der Themen sei, von dem die Bürger erwarteten, „dass wir es geregelt kriegen“. Er räumte ein, dass die Stadtpolitik ein bisschen viel Zeit verbraucht habe im letzten Jahr. Dem schloss sich Becker an mit den Worten: „Der Vorlauf war lang.“

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Die Projektgruppe, die die Sanierung der Städtischen Bühnen untersuchen soll, existiert immer noch nicht. Indes macht eine Aktionsgemeinschaft Werbung für ihre Idee, das alte Gebäude aus dem Jahr 1902 am Willy-Brandt-Platz wiederzubeleben.

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Die im Juni 2017 veröffentlichte Machbarkeitsstudie des Architekturbüro PFP Planungs GMBH aus Hamburg nannte Guntersdorf eine „sehr gute Bestandsaufnahme“. Nun gelte es zu prüfen, welche Möglichkeiten die Bausubstanz biete. Es sei erstrebenswert, „das Optimale zu erreichen“. Auf die Frage, ob er es bedauere während seiner zwei Jahre währenden Amtszeit als Leiter der Stabsstelle, nur die Vorplanung übernehmen zu können, antwortete Guntersdorf: „Vielleicht mache ich ja weiter.“

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Die Doppelanlage Schauspiel und Opernhaus wurde von 1959 bis 1963 errichtet. Marc Chagall malte 1959 im Auftrag der Stadt für das Foyer das Gemälde Commedia dell’Arte. Unter der Decke des Foyers hängt – über die ganze Breite des Gebäudes – die Plastik „Goldwolken“ des ungarischen Künstlers Zoltán Kemény (1907–1965). Was bei einem möglichen Abriss des Gebäudes mit den Kunstwerken geschehen würde, ist bislang allerdings noch unklar.

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