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Clubsterben geht weiter: Musiklokal Südbahnhof muss schließen

Das legendäre Spritzehaus muss Ende des Jahres seine Pforten schließen. Auch dem Musiklokal Südbahnhof im Saalbau wurde für Ende Juni 2019 gekündigt.
Im Musiklokal Südbahnhof steppt normalerweise der Bär, respektive tanzen sich glückliche Menschen bei Partys schier die Seele aus dem Leib oder huldigen ihren Lieblingsbands. Ist das jetzt alles vorbei? Inhaber Thomas Schlegel ist fassungslos. Foto: Michael Faust Im Musiklokal Südbahnhof steppt normalerweise der Bär, respektive tanzen sich glückliche Menschen bei Partys schier die Seele aus dem Leib oder huldigen ihren Lieblingsbands. Ist das jetzt alles vorbei? Inhaber Thomas Schlegel ist fassungslos.
Sachsenhausen. 

Melancholisch blickt Thomas Schlegel an die hohe Decke, an der Hunderte Scheinwerfer, Lautsprecher, Lichter und Discokugeln an dicken Schienen unter dem Giebeldach aus Glas hängen. Auf dem Balkon sitzen keine Besucher, die große Bühne und das Tanzparkett sind leer. „Noch ist Sommerpause. Im Oktober geht es wieder los“, sagt er und kann sich nicht freuen. Dem Musiklokal Südbahnhof das Aus. „Der Vertrag wird nicht verlängert“, sagt Schlegel und schluckt.

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Seit 1995 ist das Musiklokal, das Stammgäste „Wohnzimmer“ nennen, hier zu Hause. Mit Live-Konzerten, Ü30-Parties, sonntäglichem Frühschoppen, Konzerten von Pop über Jazz bis Rock, der HR Bigband und Senioren-Tanzveranstaltungen unter dem Motto „Schwung erhält jung“ mit eigenem Verein.

Es begann im Schlachthof

Schlegel hat auch die Gastronomie hier gepachtet, serviert Getränke und deftige Gerichte. „1974 haben wir mit unserem Verein Jazzforum im Schlachthof angefangen. Als er abgerissen werden sollte, war die Stadt Feuer und Flamme, dass wir weiterhin Musik-Kultur für alle anbieten können. Sie hat uns den Südbahnhof zur Verfügung gestellt, extra für uns umgebaut und dafür rund eine Million Mark investiert“, erinnert sich Schlegel. „Im nächsten Jahr gibt es uns seit 45 Jahren. Wir sind die älteste bestehende Musikinstitution in Frankfurt und haben immer noch ein volles Haus.“

Gespräch abgelehnt

Er versteht nicht, weshalb ihm nun gekündigt wurde. In dem Schreiben heißt es, die städtische ABG Holding GmbH als Vermieter habe „aufgrund anderweitiger Überlegungen kein Interesse daran, die beiden Pachtverträge“ – also für Musiklokal und Gastronomie – „über den vertraglich vereinbarten Zeitpunkt 30.6.2019 zu verlängern. Wir bitten daher, die beiden Pachtobjekte wie vertraglich vereinbart zum 30.6.2019 an uns zurückzugeben.“ Gespräche mit der Geschäftsführung habe die ABG abgelehnt, berichtet Schlegel.

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Auf Anfrage bestätigt das Büro von ABG-Geschäftsführer Frank Junker per E-Mail: „Es ist richtig, dass der Pachtvertrag für das Musiklokal im Südbahnhof – nachdem alle vertraglich vorgesehenen Optionen gezogen wurden – endet. Eine weitere Verlängerung ist nicht vorgesehen.“ Die Räume im Saalbau Südbahnhof würden auch nach Auslauf des Pachtvertrages weiterbetrieben. Die Küche werde voraussichtlich zu einer Catering-Anrichte umgebaut. Die übrigen Räumlichkeiten blieben in ihrer bisherigen Form und Funktion bestehen. „Auch nach Beendigung des Vertrags können die beliebten Veranstaltungen durch den Verein Jazzforum weiterhin durchgeführt werden“, betont die ABG. Dieser könne die Räume dann zu den selben Konditionen mieten, die für alle Frankfurter Vereine gelten.

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Schlegel zeigt sich fassungslos. „Das Catering finanziert unter anderem die Künstler bei unseren wöchentlichen Sonntagsfrühschoppen. Wir werden in keiner Weise bezuschusst. Seit fast 45 Jahren bieten wir ausgewogene Musikunterhaltung für mehrere Generationen, die ankommt.“ Im Sommer nächsten Jahres könnte damit Schluss sein.

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