E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 17°C
2 Kommentare

Förderprogramm: Neue Anreize für sozialen Wohnungsbau

Von Sozialwohnungen stehen künftig 30 statt 20 Jahre für bedürftige Mieter zur Verfügung. Mit Zuschüssen statt Darlehen will die Stadt Investoren ermutigen, mehr bezahlbaren Wohnraum zu errichten.
Unternehmen, die Sozialwohnungen bauen, werden künftig stärker gefördert. Foto: Michael Faust Unternehmen, die Sozialwohnungen bauen, werden künftig stärker gefördert.
Frankfurt. 

Fast 10 000 Haushalte stehen beim Amt für Wohnungswesen auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. Ein solche kostet als Neubau in Frankfurt maximal 5,50 Euro pro Quadratmeter. Das Angebot ist aber viel zu gering.

Mit neuen Förderkonditionen, die Planungsdezernent Mike Josef (SPD) gestern im Planungsausschuss vorstellte, sollen jetzt mehr Anreize für Unternehmen geschaffen werden, in preiswerte Wohnungen zu investieren.

Auch Zuschüsse möglich

Die bisher üblichen vergünstigten Darlehen werden in zinslose umgewandelt, darüber hinaus gibt es auch direkte Zuschüsse. Bis zu 900 Euro pro Quadratmeter zahlt die Stadt. So hat es der Magistrat beschlossen. Eine Zusatzförderung ist möglich, wenn die Wohnungen besonders energiesparend und barrierefrei erreichbar sind und wenn Gemeinschaftsräume für soziale und kulturelle Aktivitäten errichtet werden.

Im Haushalt stehen jedes Jahr rund 45 Millionen Euro für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus zur Verfügung. Für Josef ist klar, „dass wir Steuergeld nachhaltig einsetzen müssen“. Wer die städtischen Fördermittel in Anspruch nimmt, ist länger an den sozialen Auftrag gebunden: Künftig darf eine Sozialwohnung erst nach 30 Jahren auf dem freien Markt vermietet werden. Mit öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften will Josef sogar über noch längere Bindungen verhandeln. „Wir müssen die Wohnungen langfristig sichern“, betonte Josef. Bisher lag die sogenannte Bindungsfrist bei 20 Jahren – so steht es auch in den Richtlinien des Landes. Das hatte zur Folge, dass der Bestand an Sozialwohnungen in den vergangenen Jahren immer weiter schrumpfte.

Hintertür für Unternehmen

Das will Josef jetzt verhindern. Allerdings gibt es für die Unternehmen eine Hintertür: Frühestens nach zehn Jahren können die Zuschüsse zurückgezahlt werden. Dann gilt noch eine „Nachwirkung“ von fünf Jahren. Auf diese Weise könnte eine Sozialwohnung auch schon nach 15 Jahren zu höheren Mieten auf den freien Markt kommen.

Gefördert werden können Wohnungen ab einer Größe von 40 Quadratmetern. Für eine vierköpfige Familie stehen maximal 84 Quadratmeter zur Verfügung. Künftig wird es auch möglich sein, klassische Sozialwohnungen und Wohnungen des „Mittelstandsprogramm“ in einem Gebäude zu errichten.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen