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Regeln für die Skateranlage: Rollerkünstler dürfen fahren

Von Seit einigen Tagen weisen Schilder darauf hin: Roller-Fahrer sind nicht mehr generell ausgeschlossen im Skatepark an der Europäischen Zentralbank. Kleine Kinder und Anfänger bleiben auf dem Sportgelände unerwünscht.
Ralf Mauden ist mit seinem Sportgerät, einer Mischung aus BMX-Rad und Scooter, extra aus Siegen angereist. Foto: Holger Menzel Ralf Mauden ist mit seinem Sportgerät, einer Mischung aus BMX-Rad und Scooter, extra aus Siegen angereist.
Frankfurt. 

Roller ist nicht gleich Roller. Es gibt Roller für kleine Kinder und Roller, mit denen sich regelrechte Stunts vollführen lassen. Deshalb heißen sie auch Stunt-Scooter. Und die dürfen neuerdings wieder im Skatepark an der Europäischen Zentralbank fahren, nachdem sie im Juni vergangenen Jahres zunächst von der Anlage verbannt worden waren, weil es zu mehreren schweren Unfällen gekommen war (wir berichteten).

Neue Gitter an den Eingängen sollen Besucher dazu bringen, langsamer zu werden und die Schilder zu lesen. Bild-Zoom Foto: Holger Menzel
Neue Gitter an den Eingängen sollen Besucher dazu bringen, langsamer zu werden und die Schilder zu lesen.

Aber die Stunt-Scooter waren nicht das Problem, vielmehr kleine Kinder, die mit ihren Rollern auf der Anlage herumkurvten. Dennoch gefällt es nicht jedem, dass die Stunt-Scooter nun zurück sind: „Ich habe nichts gegen Scooter-Kids“, sagt Stefano Rosati (21), der eben mit seinem Skateboard über die Schiene gerutscht ist. „Aber sie sehen nur ihre Strecke, ihr kurzes Stück, und schauen nicht nach rechts und links.“ Die Skater hingegen schauten immer, wo Gefahren lauern. Ein anderer Skater wirft ein: „Mit den Scootern kann man nicht alle Hindernisse hier befahren. Die stehen dann blöd im Weg rum.“

Im Westen des Geländes üben Robin (16), Paul (13) und ein paar andere mit ihren Scootern. Die haben zwei kleine Räder, der Lenker ist fest mit dem Brett verbunden. Die Jungs freuen sich, dass sie endlich wieder auf die Anlage dürfen. „Wir haben uns immer diskriminiert gefühlt, wenn wir von den Aufsehern weggeschickt wurden. Wir sind genauso Sportler wie die Skater. Wir haben nichts mit den kleinen Kindern zu tun, die den Betrieb gefährden“, sagt Robin. Oft seien sie aber so behandelt worden.

Oliver Stoephasius (53) fährt seit 40 Jahren Skateboard und hat es auch seiner neunjährigen Tochter Lilly beigebracht. „So lange die Scooter ihren Sport treiben und nicht nur rumspielen, okay“, meint er. „Sie müssen sich halt an die Regeln halten und auf andere Rücksicht nehmen.“

Wer seinen Scooter im Griff hat, kann damit wie Paul regelrechte Stunts und Sprünge vollführen. Nachdem die Scooter-Fahrer gut ein Jahr lang von der Skate-Anlage an der Europäischen Zentralbank verbannt waren, dürfen sie diese jetzt wieder nutzen. Bild-Zoom Foto: Holger Menzel
Wer seinen Scooter im Griff hat, kann damit wie Paul regelrechte Stunts und Sprünge vollführen. Nachdem die Scooter-Fahrer gut ein Jahr lang von der Skate-Anlage an der Europäischen Zentralbank verbannt waren, dürfen sie diese jetzt wieder nutzen.

Lobby-Interessen

Eine merkwürdige Mischung zwischen Scooter und BMX-Rad hat Ralf Mauden (47), der eigens aus Siegen angereist ist. Sein Roller fährt auf großen Luftreifen, das Gefährt ist solide wie ein Fahrrad. „Ich gelte hier als BMX, wurde nie weggeschickt“, sagt der 47-Jährige. Dass die kleinen Roller auch fahren dürfen, findet er in Ordnung. „Die Skater wollen nur ihre Lobby-Interessen durchsetzen und die anderen fernhalten.“

Nichts für Anfänger

Das hat nicht geklappt. Nach einer Begehung mit Mitgliedern des Ortsbeirats, des Grünflächenamts und aller beteiligten Gruppen sind nun an den Eingängen Zusatzschilder angebracht worden, die Stunt-Scooter auf dem Gelände erlauben. Nach wie vor gilt, dass mindestens acht Jahre alt sein muss, wer dort trainiert. Und nach wie vor haben Anfänger dort nichts verloren.

„Wenn diese Lösung sich nicht bewährt, müssen wir eine andere finden“, sagt Stephan Heldmann, Leiter des Grünflächenamts. Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) sagt: „Der Ortsbeirat und alle Beteiligten sind der Auffassung, dass alle die Anlage nutzen sollten, die die Voraussetzungen erfüllen.“ Dabei komme es nicht auf das Sportgerät an, sondern darauf, dass jemand alt und geübt genug ist, die richtige Schutzausrüstung trägt und nicht unter Drogeneinfluss steht.

Als gravierender für die Sicherheit der Sportler könnte sich herausstellen, dass der Ordnungsdienst wieder abgeschafft wird. Seit April war freitags, samstags und sonntags ein Mitarbeiter auf dem Gelände, sprach Eltern an, die mit ihren kleinen Kindern auf die Anlage gingen und verteilte Flugblätter, die darüber informierten, wer die Rampen und Hügel nutzen darf und wer nicht.

Eine Dauerlösung sollte dies nicht sein. Die sieht Heldmann eher in Umlenkgittern an den Eingängen zur Skateranlage. Sie sollen Besucher dazu veranlassen, langsamer zu werden und die Hinweisschilder zu lesen. Diese sind jedoch in ziemlicher Höhe angebracht – um sie vor Aufklebern und Schmierereien zu schützen, wie Heldmann sagt. Noch sind nicht alle Gitter aufgestellt, nur am Ostende der Skateranlage stehen zwei. „In den kommenden Wochen werden auch die anderen Eingänge gesichert“, sagt Heldmann. Bis das passiert ist, blieben die Aufsichten im Einsatz.

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