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Ermittlungen: Staatsanwaltschaft schweigt zu möglichem Haftbefehl gegen Schubert-Witwe

Gegen die Witwe des „Bierkönigs“ Bruno H.Schubert soll ein Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung erlassen worden sein. Die Staatsanwaltschaft wollte dazu gestern nichts sagen.
Meharit Kifle, Witwe des einstigen Frankfurter Bierkönigs Bruno H. Schubert, wartet am 10. Juli 2013 im Bundesgerichtshof in Karlsruhe auf den Beginn ihres Prozesses. Foto: Uli Deck (dpa) Meharit Kifle, Witwe des einstigen Frankfurter Bierkönigs Bruno H. Schubert, wartet am 10. Juli 2013 im Bundesgerichtshof in Karlsruhe auf den Beginn ihres Prozesses.
Frankfurt. 

Autos, Schmuck und Immobilien verschenkte Bruno H. Schubert zu Lebzeiten gern an junge Frauen, die er begehrte. Der Multimillionär und Frankfurter Ehrenbürger, vor knapp acht Jahren im Alter von 90 Jahren verstorben, überschüttete die gerade aktuelle Auserwählte mit wertvollen Gaben.

Insgesamt habe der Lebemann im Laufe der Jahre einen zweistelligen Millionenbetrag mit schönen Frauen durchgebracht, konnte man lesen.

Dass die spendable Geste auch eine ganz profane Seite hatte für die beschenkten Damen, nämlich die Pflicht zur Abführung von Schenkungssteuer an den Fiskus, erwies sich freilich für sie als fataler Fallstrick der Großzügigkeit ihres Gönners. Schuberts frühere Geliebte Swetlana M. musste 2015 nach siebenmonatiger Untersuchungshaft für zweieinhalb Jahre wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Nun droht auch Meharit Kifle (35) Ungemach. Gegen die gebürtige Äthiopierin, die Bruno H. Schubert 17 Monate vor seinem Tod heiratete, erließ die Staatsanwaltschaft jetzt offenbar einen Haftbefehl, weil Meharit Kifle, verwitwete Schubert, angeblich eine wegen Hinterziehung von Schenkungssteuer verhängte Strafe in Höhe von 100 000 Euro nicht gezahlt habe. Das berichtete die Bild-Zeitung.

Keine Angaben

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt mochte gestern auf Anfrage dieser Zeitung keine Auskunft dazu geben. „Auf Ihre heutige Anfrage kann ich Ihnen leider keine Auskünfte erteilen. Bitte haben Sie hierfür Verständnis“, teilte der stellvertretende Sprecher Sinan Akdogan knapp und auch auf Nachfrage ohne Begründung mit.

Neben Konsequenzen wegen hinterzogener Schenkungssteuer erwartet Meharit Kifle in Frankfurt zudem ein Strafverfahren wegen der offenbar strafrechtlich klärungsbedürftigen Todesumstände ihres Mannes Bruno H. Schubert. Anzeige erstattet hatte in dieser Sache Hanns Peter Nerger, Schuberts Sohn. Nach jahrelangen, zum Teil schleppenden Ermittlungen hat die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anfang dieses Jahres nun Anklage gegen die Witwe erhoben. Ihr wird versuchter Totschlag durch Unterlassen zur Last gelegt. Mitangeklagt ist übrigens Hubertus K. (65), ein Frankfurter Rechtsanwalt und Notar und früherer Generalbevollmächtigter des Brauereibesitzers Schubert. Ihm legt die Anklage Beihilfe zur Last.

Laut Staatsanwaltschaft sollen Meharit Kifle und K. seit Sommer 2009 alle wesentlichen Belange im Leben des greisen Bruno H. Schubert bis zu seinem Tod im Oktober 2010 kontrolliert haben. Konkret wird ihnen vorgeworfen, den früheren Inhaber der Henninger-Brauerei im letzten Monat seines Lebens nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt zu haben. Gemeinsam sollen sie entschieden haben, den kranken und dehydrierten Mann nicht, wie von einem Notarzt empfohlen, in ein Krankenhaus zu bringen, sondern zu Hause sterben zu lassen. Die Anklage lautet auf versuchten und nicht auf vollendeten Totschlag, weil in rechtsmedizinischen Untersuchungen nach der Exhumierung und Obduktion des Toten nicht sicher festgestellt werden konnte, dass ihm zeitnah vor seinem Tod Medikamente verabreicht wurden, die den Todeseintritt beschleunigt haben könnten.

Nicht in Frankfurt

Noch hat die zuständige Kammer am Frankfurter Landgericht keinen Termin für das Strafverfahren gegen die Witwe und Hubertus K. festgesetzt.

Meharit Kifle lebt zurzeit in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba, wo sie angeblich einen Steinbruch betreibt. Der Bild-Zeitung, zu der sie ein besonderes Verhältnis pflegt, gab sie nach Bekanntwerden der Anklage gegen sie zu Protokoll, sie werde zu einer eventuellen Gerichtsverhandlung „auf jeden Fall“ nach Frankfurt kommen. Das ist ein paar Monate her. Nun ist der Haftbefehl gegen sie in der Welt. Kommt sie tatsächlich nach Frankfurt, dürfte sie umgehend festgesetzt werden.

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