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Stadt in der Stadt: Der Frankfurter Osthafen

Der Frankfurter Osthafen ist wie eine eigene Stadt, in der vor allem das Hafenrecht gilt. Am Nordbecken des Osthafens 1 warnen Schilder vor dem Betreten des Geländes: 500 Euro Strafe drohen! Alle Bautätigkeiten werden vom Hafen selbst bestimmt, berichtet Bernd Fünkner, seit sieben Jahren Hafenmeister. Der Hafen hat sogar eine eigene Hafenpolizei.
Hafenmeister Bernd Fünkner erklärt den ZING-Reportern das Hafenbecken Süd. Es wird fleißig mitgeschrieben.	Foto: Fritzsche Hafenmeister Bernd Fünkner erklärt den ZING-Reportern das Hafenbecken Süd. Es wird fleißig mitgeschrieben. Foto: Fritzsche
Frankfurt. 

Was die wenigsten wissen, ist, dass der Frankfurter Hafen zu den Top 10 der deutschen Binnenhäfen gehört. Ohne weiteres können Schiffe auf dem Weg von Rotterdam bis ins Schwarze Meer in Frankfurt einen Zwischenstopp einlegen. 2500 Schiffe pro Jahr legen hier an. Auf den 110 Meter langen Binnenschiffen werden ungefähr 100 LKW-Ladungen pro Schiff transportiert.

Der Hafen, der 1912 als Schutzhafen gebaut wurde, besteht aus zwei Teilen: Osthafen 1 und Osthafen 2. Der Osthafen 1 besitzt zwei Hafenbecken. Die Kaimauern bestehen aus Basaltsteinen und sind sieben Meter hoch. Das Südbecken ist 1200 Meter lang, während das Nordbecken nur 800 Meter lang ist.

Am Schwedlersee, einem abgetrennten und begrünten Teil des Nordbeckens sind zwei Vereine zu Hause: Die Frankfurter Fischer- und Schifferzunft von 945 und der erste Frankfurter Schwimmclub von 1891, der den See nutzt.

 

Riesiger Kran

 

Über 8000 Beschäftigte arbeiten in 115 Unternehmen in dem trimodalen Hafen, der die Verkehrswege Wasser/Schiff – Gleise/Bahn – Straße/LKW problemlos miteinander verbindet.

Ein großer Kran trägt Container von den LKWs zum Lagerplatz. Der Kran wird durch einen Computer gesteuert. Wenn der Kranführer auf einen bestimmten Knopf drückt, wird auf einem Bildschirm angezeigt, wo in dem vierlagigen Lagersystem noch Platz ist. Nachher, wenn er den Container wieder braucht, weiß er wo er ihn hingestellt hat. Neben dem Kran gibt es riesige „Legomauern“. Mauern, die aus Steinen bestehen und die man einfach mit einem Bagger verschieben kann. Je nachdem welche Mengen Baumaterial, Sand oder Kies abgetrennt gelagert werden sollen.

Im Frankfurter Osthafen werden jedes Jahr zwei Millionen Tonnen Getreide, Sand, Kies, Erde, Öl, Kohle, Schrott und Chemikalien umgeschlagen.

Im 160 Hektar großen Hafengebiet gibt es eine eigene Hafenbahn mit einem 52 Kilometer umfassenden Schienennetz. Die Züge haben Anschluss an das moderne Container-Terminal der Deutschen Bahn neben dem Osthafen. Die Container, die alle Verbrauchsgüter, aber keine Lebensmittel und lebende Tiere geladen haben, werden am Südbecken auf die Schiffe verladen oder von ihnen abgeladen. Einen Container mit Fracht von Frankfurt nach China zu transportieren kostet übrigens 350 Euro.

 

Kulisse für Filmarbeiten

 

Im Hafen werden öfter mal Krimis gedreht, weil es dort viele verwinkelte Ecken und dunkle Lager- und Fabrikhallen gibt. Zum Beispiel „Ein Fall für zwei“ oder der Tatort „Der tote Chinese“. Auch Matthias Schweighöfer hat schon zweimal hier gespielt. Durch die Vergabe der Film- und Fernsehdrehrechte kommen ein Drittel der Einnahmen des Hafens zusammen.

Im Zweiten Weltkrieg gab es einen Luftschutzbunker auf dem Hafengelände. Jetzt hat man überlegt, was man mit dem Bunker machen soll. Wegen der drei Meter dicken Wände entschied man sich, ihn als Musikbunker einzurichten und an Musiker, Künstler und Medienschaffene zu vermieten.

Da die Mieten nicht so teuer sind wie in der Innenstadt nutzen immer mehr Ärzte die Hafengebäude als Lagerstätte ihrer Krankenakten, die zehn Jahre lang aufbewahrt werden müssen, bevor sie vernichtet werden dürfen.

Wer Interesse hat, sich das unbekannte, doch sehr interessante Osthafengelände einmal näher anzuschauen, ohne Anmeldung und ohne Strafe zahlen zu müssen, schaut am 28. und 29. Juni 2014 beim Hafenfest mit Musikveranstaltungen, Wasseraktivitäten, Führungen und Rundfahrten vorbei. Der Eintritt ist frei, und es gibt eine ganze Reihe von Dingen zu entdecken.

Luca Bauer, Assia Benjelloun, Lucas Caves, Begum Demir, Malte Essel, Nathan Habtemicael, Mya Jafari, Patrik Juranic, Selina Korf, Anna Kulczewski, Toni Lovic, Fritz Müller, Paula Neukirch, Eric Otter Antomas, Eren Özdogan, Zoë Schulz, Patricia Simon, Emily Störmer, Emre Türksever, Melissa Yardimci von der Klasse 4a der Heinrich-Kromer-Schule, Niederursel

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