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Wanderklub feiert 100-jähriges Bestehen

Vor 100 Jahren wurde der Taunusklub in Nied gegründet. Der Grund war vermutlich Langeweile. Denn in Nied gab es wenig Freizeitmöglichkeiten.
Renate und Alban Höflein blättern im Archiv des Wanderclubs. Foto: Reuß Renate und Alban Höflein blättern im Archiv des Wanderclubs. Foto: Reuß
Nied. 

Mit 19 Männern begann alles. Ob die am 18. Januar 1911 wohl selbst daran geglaubt haben, das 100 Jahre später noch jemand in ihre Fußstapfen treten würde? In erster Linie wollten die wanderfreudigen Männer, die damals den Taunusklub-Nied gründeten, wohl für ihre eigene Freizeitgestaltung sorgen. "Damals gab es ja sonst viel weniger in der Freizeit zu tun, als heute", sagt Alban Höflein, der heutige Vorsitzende des Nieder Wanderklubs.

Wandern war modern

Wandern war in Mode, gerne mit Familie und Freunden und gerne auch über weitere Strecken. Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Wanderbewegung in Fahrt, vor allem durch die Entstehung von Wander- und Gebirgsvereinen. Auch der Gesamt-Taunusklub-Frankfurt entstand in dieser Zeit. Die Wanderer aus Nied schlossen sich ihm nur eine knappe Woche nach ihrer Vereinsgründung an. Zulauf war so garantiert. Die Mitgliederzahlen seien recht schnell nach oben gegangen, berichtet Höflein: "Wanderungen mit 70 oder 80 Teilnehmern waren da keine Seltenheit".

Der zweite Weltkrieg sei in der Geschichte des Wanderklubs eine Zäsur gewesen. "Von 1944 bis 1947 stand das Vereinsleben still", so Höflein. Das änderte sich anschließend allerdings schnell wieder. "Auch in schlechten Zeiten hat sich immer ein wunderbares Vereinsleben herausgebildet." Die Freude an der Natur und an der Bewegung verband und verbindet die Vereinsmitglieder. "Das schöne ist ja, niemand muss mitmachen, aber jeder kann. Man kann sich beim Wandern unterhalten oder auch alleine laufen, ganz wie man mag."

Ein Geheimrezept, wie sich der Verein so lange Jahre halten konnte, hat auch Höflein nicht, obwohl er selbst immerhin seit 26 Jahren im Verein und seit 22 Jahren im Vorstand ist. Ein Erfolgsgeheimnis gibt es aber doch: "Unsere Mitglieder nehmen viel selbst in die Hand", kommentiert der Vorsitzende das Engagement seiner Mit-Wanderer. "Wer eine Idee für eine neue Route oder einen Ausflug hat, der organisiert das selbst und fragt, wer mitkommen will. Bei uns ist es unkompliziert."

Nachwuchs ist 50 plus

Die organisierten Touren reichen über kleine Ausflüge bis hin zu Wochentrips mit Übernachtungen, etwa nach Kroatien. "Wir lassen uns etwas Neues einfallen und machen auch mal Ausflüge zu besonderen Zielen. Zuletzt waren wir beim Hessentag." Demnächst gehe es mit dem Traktor in die rheinhessischen Weinberge.

Nachwuchsprobleme gibt es beim Wanderklub nicht – auch wenn der "Nachwuchs" meist erst etwas später einsteigt, als man das zum Beispiel von Sportvereinen gewohnt ist. "Wir haben einen 17-jährigen, danach geht es meist ab etwa 50 los", sagt Höflein. Für’s Wandern brauche man eben auch ein bisschen innere Ruhe, "und die haben viel erst, wenn sie den Beruf etwas zurückfahren können."

Am kommenden Sonntag steht die offizielle Feier zum 100-jährigen Vereinsbestehen an. Um 11 Uhr geht es im Saalbau Nied los. Außerdem kann im Museum des Heimat- und Geschichtsvereins Nied, Beunestraße 9a, bei einer Sonderausstellung auf die Geschichte des Klubs zurückgeblickt werden.

Das Museums ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.göc

(Robin Göckes)
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