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Stadtgeflüster: Frauen, die Europa eroberten

Erfolgs-Quartett aus vergangenen Tagen: Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes, Trainerin Monika Staab und Nia Künzer (v.l.). Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst) Erfolgs-Quartett aus vergangenen Tagen: Birgit Prinz, Kerstin Garefrekes, Trainerin Monika Staab und Nia Künzer (v.l.).

Es ist ein ungewöhnlicher Termin, um einen außergewöhnlichen Verein zu feiern. Das hat gestern Abend Ministerpräsident Volker Bouffier bei der Geburtstagsparty des 1. Frankfurter Frauenfußballclubs (1. FFC) im Kaisersaal gesagt. Vor 20 Jahren wurde dieser Verein, der aus der SG Praunheim hervorging, aus der Taufe gehoben.

Es ist ein Abend mit vielen Reden von vielen Männern, die vor mehr als 300 Geburtstagsgästen über die Erfolge sprechen, die die Frauen auf dem Rasen erlangt haben. Den Anfang macht Oberbürgermeister Peter Feldmann , gefolgt von Jürgen Ruppel , dem Vorsitzenden des 1. FFC, und Ministerpräsident Volker Bouffier, bevor Manager Siegfried Dietrich die Festrede auf diesen Verein hielt.

1.FFC-Chef Jürgen Ruppel (l.) und Manager Siegfried Dietrich (r.) freuen sich über die Glückwünsche von Ministerpräsident Volker Bouffier. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
1.FFC-Chef Jürgen Ruppel (l.) und Manager Siegfried Dietrich (r.) freuen sich über die Glückwünsche von Ministerpräsident Volker Bouffier.

Keinem anderen Verein sei es in so kurzer Zeit gelungen, so viele Titel einzufahren, so Bouffier. 20 in 20 Jahren. „Der 1. FFC hat den Frauenfußball in einer Weise positioniert, wie es sie vorher nicht gab.“

Anschließend ist es schließlich Ex-Spielerin Nia Künzer , Weltmeisterin und Europameisterin, die in einer Talk-Runde mit der dreimaligen Weltfußballerin Birgit Prinz , und Kerstin Garefrekes , ebenfalls 1. FFC-Legende, sowie Erfolgstrainerin Monika Staab auf den Punkt bringt, was der Fußballclub geleistet hat: „Unser größer Erfolg ist, dass wir unseren Teil dazu beigetragen habe, dass es heute normal ist, dass Mädchen Fußball spielen.“

Es ist auch der Abend der Lobeshymnen. Nicht nur auf den Verein, sondern vor allem auf die Macher. Natürlich auf Monika Staab und vor allem auf Dietrich. Ohne dieses Duo wäre, so ist aus vielen Mündern zu hören, der 1. FFC heute nicht da, wo er steht. Dietrich, so sagt Ruppel, sei „die Lichtgestalt des Frauenfußballs“.

Gratulierten ebenfalls: Petra Roth und Dragoslav Stepanovic. Bild-Zoom Foto: BERNDKAMMERER@GMX.NET (Presse- und Wirtschaftsdienst)
Gratulierten ebenfalls: Petra Roth und Dragoslav Stepanovic.

Es gäbe keinen besseren Ort als den Kaisersaal, um den Club zu feiern, findet Dietrich. Der auch auf die Vorgeschichte des 1. FFC eingeht, der SG Praunheim, und in seinem Streifzug durch die Historie daran erinnert, dass es nicht nur Erfolge, sondern „auch bittere Niederlagen gab“. Er spricht über seine ersten Treffen mit Monika Staab, dass er mit ihr Tennis spielte. Und er begrüßt auch die Weiterentwicklung im Frauenfußball mit Lizenzvereinbarungen in der Frauenfußball-Liga. Er sieht diese Herausforderung als Chance.

Der Abend ist aber auch die Zusammenkunft vieler, die sich rund um den Verein verdient gemacht haben – Frauen wie Männer. Und gekommen sind Ex-Oberbürgermeisterin Petra Roth , Sportminister Peter Beuth und Eintracht-Trainerlegende Dragoslav Stepanovic , der morgen seinen 70. Geburtstag feiert. Der Verein habe ein Märchen wahr werden lassen. „Das vom Stadtteilclub, der auszog, den Europapokal zu gewinnen“, sagt Ruppel. Maßgeblich daran beteiligt sei Dietrich. Und auch daran, dass „der Verein im deutschen und europäischen Fußball Geschichte schreiben konnte“, findet Ruppel, für den Dietrich „Visionär“ und „Überzeugungstäter“ zugleich sei.

Der Frankfurter Club habe den Frauenfußball in einer Weise positioniert, „wie es sie vorher nie gab“, beendete Ministerpräsident Volker Bouffier die Lobpreisungen. Der Frauenfußball sei ein Teil der gesellschaftlichen Entwicklung. Und noch etwas sagte Bouffier: „Frauenfußball ist auf dem Weg zum ganz großen Kino.“ Das hören Künzer und ihre Mitreiterinnen gern.

(es)

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