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Auf Stippvisite im 13. Jahrhundert

Das Ensemble „Stante Pede“ zeigte beim traditionellen Tanztag im Forum Friedrichsdorf gemeinsam mit anderen Gruppen historische Tänze in entsprechenden Kostümen – die Besucher durften mitmachen.
Prachtvolle Kostüme konnten beim Tanztag des Ensembles „Stante Pede“ im Forum Friedrichsdorf bewundert werden.	Foto: ys Prachtvolle Kostüme konnten beim Tanztag des Ensembles „Stante Pede“ im Forum Friedrichsdorf bewundert werden. Foto: ys
Köppern. 

Hier lernen alle voneinander: Die Tanzgruppen führen ihre Tänze nicht nur vor, sie leiten Besucher und die Mitglieder der anderen Gruppen an, so dass in kürzester Zeit historisch und normal gekleidete Tänzer in großer Formation harmonische Figuren ausführen. Nur manchmal sind kleine Korrekturen angebracht: „Ihr solltet jetzt einem gegengeschlechtlichen Menschen gegenüberstehen“, heißt es da.

Das Ensemble Stante Pede trainiert schon seit 2007 zusammen und absolviert regelmäßig Auftritte mit seinen Tänzen aus Mittelalter, Renaissance und Barock – zuletzt hat die Gruppe in Lich bei der Aufführung einer Oper von Henry Purcell getanzt, stilecht in der dortigen Marienstiftskirche. Bereits zum dritten Mal veranstaltet sie mit vier anderen Gruppen den Tanztag, um ihr Repertoire zu erweitern und mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen. „Nur leider trauen sich die meisten Männer nicht“, erzählt Jasmin Weiss, erste Vorsitzende des Ensembles, hätten sie es aber einmal versucht, blieben die meisten dabei. Kollege Jörg Peter Friederich, den seine Frau für das Tanzen begeistert hat, kann das nur bestätigen: „Ich bin zum Tanzen gekommen wie die Jungfrau zum Kinde, aber jetzt kann ich nicht mehr aufhören.“ Auch in den mittelalterlichen Kostümen fühlt er sich wohl, „sogar wohler als in normaler Kleidung“. Zwischendurch dürfen sich die Tänzer aber auch einmal ausruhen. Myriam Jabaly unterhält die Besucher mit altfranzösischem Minnesang, der alle in seinen Bann zieht und endgültig ins dreizehnte Jahrhundert zurückversetzt. „Diese Minnegesänge sind so irrsinnig lang“, sagt sie, aber sie sind auch sehr poetisch: „La dame abandonnée ne retrouve pass on coeur“ – „Die verlassene Frau findet ihr Herz nicht wieder.“

Über achtzig Tänze hat die Gruppe im Repertoire, circa 20 gehören zum Auftrittsprogramm. Trotzdem können auch Anfänger jederzeit einsteigen und die Grundlagen erlernen. Das Ensemble freut sich über neue Interessenten: Geprobt wird jeden zweiten und vierten Samstag von 10 bis 12 Uhr und jeden ersten und dritten Sonntag von 14 bis 16 Uhr im Vereinszentrum Alte Schule in Seulberg.

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