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Bei den Gralingen ist alles hausgemacht

Von Deftiges Schlachtessen wie in alten Zeiten kommt auch heute wieder an. Die Rod am Berger Gralingsrunde verwöhnt mit alten Rezepten und bringt die Generationen zusammen.
Die Gralinge setzen sich für den Erhalt von Traditionen ein und dazu gehört auch einmal im Jahr ein Schlachtessen. Foto: Kreutz Die Gralinge setzen sich für den Erhalt von Traditionen ein und dazu gehört auch einmal im Jahr ein Schlachtessen. Foto: Kreutz
Rod am Berg. 

Kaum war die Wurstsuppe ausgelöffelt, folgte auch schon die üppige Schlachtplatte mit Sauerkraut, Kartoffelbrei, Leber- und Blutwurst sowie Kesselfleisch. Platz für die Nachspeise mussten die Besucher beim Gralingsschlachtessen im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Rod am Berg auch noch haben, und Mett mit Zwiebeln war auch noch zu vertilgen. Und zum Abschluss gab es einen Verdauungsschnaps.

Prominentester Gast der Rod am Berger Gralingsrunde, in der Vertreter aus allen Ortsvereinen mittun, deren Name auf eine alte Apfelsorte zurückgeht und die sich für den Erhalt von Traditionen und das Miteinander im Dorf einsetzt, war Gregor Maier. Wie zahlreiche Gäste aus den Nachbarorten schätzte der Leiter des Fachbereichs Kultur des Hochtaunuskreises das vom Gralingssprecher Edgar Weber angekündigte "Easse wejs froier woar".

Und da kommt natürlich Püree aus der Tüte gar nicht in die Tüte, sondern wird aus frisch gekochten Kartoffeln hergestellt, die auch geschält werden müssen. Das eifrige Küchenteam unter der Regie von Reiman Schubert hielt bei der Essensausgabe auch das flinke Serviceteam tüchtig auf Trab und reichte zügig 140 Schlachtessen und für Vegetarier üppige Käsebrötchen aus der Küche. Weber freute sich, dass die Stadt die Renovierung der Küche im Dorfgemeinschaftshaus rechtzeitig fertiggestellt hatte und jetzt alles wie am Schnürchen lief.

Weber und sein 16-jähriger Enkel Robin Jung sowie Graling Helmut Wagner hatten entsprechend vorgearbeitet und zusammen mit einem Metzger aus der Region im Schlachthaus des DGH mächtig rangeklotzt. Rund ums Schlachtessen verkauften die Gralinge nämlich auch reichlich Hausmacher Wurst im Darm oder in der Dose. Robin assistierte auch am Samstagabend beim Presskopf-Schätzspiel, das der Diakoniestation Usinger Land zugutekam. Heidelore Wehner freute sich über 113 Teilnehmer, die oft neben dem Obolus von 1 Euro noch eine Spende gaben. Und die Gralingsrunde stockte dann noch einmal auf 200 Euro auf.

Das beste Augenmaß bewies Heinz Löw aus Anspach, "en Poatzeblecker", wie Weber im schönsten Platt feststellte, denn das ist der Kosename für die Bewohner der Kernstadt. Der ehemalige Metzger lag am nächsten am tatsächlichen Gewicht, des in einen Schweinemagen abgefüllten 1628 Gramm schweren Prachtexemplares, das er gleich als Gewinn mitnehmen durfte. Als "Mierstkoacker" werden im Sprachgebrauch laut Weber die Hausener bezeichnet, denn von dort kam Walter Uhrig, der beim Schätzspiel den zweiten Platz belegte und eine kleine Presskopfkugel absahnte. Über eine Dose Presskopf für die drittbeste Schätzung freute sich Gretel Eid. Die schlechteste Schätzung hatte Thomas Wick aus Hausen abgegeben, der zum Trost dann das Schweineschwänzchen am Bande erhielt.

Als Dank ein Orden

Musikalisch umrahmt wurde das Schlachtessen von drei Jagdhornbläsern, die Jagdpächter Michael Fitzner engagiert hatte und die als Dankeschön den "Gralings-Schlachtessen-Orden" am Bande entgegennahmen. Nach geschlagener Schlacht genehmigten sich dann auch die rund 30 Helfer aus allen Altersgruppen ihre wohl verdiente Stärkung.

Weitere Infos über die Gruppe gibt es auf der Homepage unter www.gralingsrunde-rodamberg.de.

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