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Eine Liebe in den 1920ern

Liebe, Armut und der Köpperner Wilddieb Mieger sind die Zutaten, aus denen Kristina Edel eine Erzählung im Friedrichsdorf des vergangenen Jahrhunderts geschaffen hat. Nun las die Autorin in der Stadtbücherei aus ihrem Werk.
Autorin Kristina Edel las in der Friedrichsdorfer Stadtbücherei aus ihrem Buch »Indigo und Blauholz«.	Foto: ys Autorin Kristina Edel las in der Friedrichsdorfer Stadtbücherei aus ihrem Buch »Indigo und Blauholz«. Foto: ys
Friedrichsdorf. 

Die historische Genauigkeit war ihr besonders wichtig: Für ihr im vergangenen Jahr veröffentlichtes Werk „Indigo und Blauholz“ hat Kristina Edel in Stadt- und Zeitungsarchiven recherchiert, mit Zeitzeugen gesprochen und die chronologischen Einordnungen von Stadthistoriker August Will prüfen lassen.

Herausgekommen ist die fiktive Geschichte der Färbertochter Charlotte, die sich in einen Jungen aus verarmtem Elternhaus verliebt. Den realen Hintergrund der Handlung bilden die Vorgänge um den Wilddieb Mieger, der des Mordes verdächtigt und schließlich 1937 hingerichtet wurde.

Kristina Edel lässt ihre Geschichte in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts spielen, weil sie es besonders spannend fand, wie gerade in diesem Zeitraum nach den dramatischen Veränderungen des ersten Weltkriegs plötzlich das traditionelle Französisch verschwand und die Menschen nur noch Deutsch sprachen. Ihrer Deutung nach hat dieser Umbruch nicht nur mit den Restriktionen der Nationalsozialisten zu tun, sondern vor allen Dingen mit dem Wunsch der Jugend nach eigener Identität - ohne dabei nationalistisch zu sein.

Besonders deutlich wird in Kristina Edels Erzählung auch die Armut der damaligen Zeit: Handwerkersohn Christoph - von Charlottes Familie als nicht standesgemäß beurteilt - muss nach dem Tod der Mutter allein für die Geschwister sorgen und kann für die an Tuberkulose erkrankte Schwester keinen Arzt bezahlen. Heimlich muss er auf die Jagd gehen und verschwindet schließlich spurlos unter mysteriösen Umständen.

 

Nerv getroffen

 

Der Autorin war es besonders wichtig, die Lebensumstände der Zeit darzustellen. Nachdem die promovierte Germanistin in einem Workshop der musisch-bildnerischen Werkstatt auf die Geschichte des Köpperner Wilddiebs Mieger stieß und dabei feststellte, dass zu dessen Geschichte schon viel geschrieben wurde, entschied sie sich, vor diesem Hintergrund eine eigene Geschichte zu erzählen. In der Stadtbücherei traf sie damit den Nerv der Zuhörer: Gerade die Älteren, die die Umstände dieser entbehrungsreichen Zeit von ihren Eltern kennen oder noch selbst miterlebt haben, wurden ganz in den Bann der Erzählung gezogen.

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