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Weiße Rosen für Manfred Platz

Die Überraschung war perfekt. Zumindest für Manfred Platz. Denn der „Vater“ der Messdiener hatte keine Ahnung, dass er geehrt werden sollte.
Pfaffenwiesbach. 

Ordentlich gehen, ohne zu stolpern - nicht nur Models müssen das beherrschen. „Das gilt auch für Ministranten“, sagt Manfred Platz (68). Er muss es wissen, denn seit 30 Jahren betreut er die Ministranten. Dafür wurde er jetzt beim Pfarrfest geehrt.

„Ich habe schon immer gern mit Jugendlichen gearbeitet“, sagt der Obernhainer. Zwei Mal in der Woche fährt er dafür nach Pfaffenwiesbach zur Gemeinde St. Georg. Mit den Neuen übt er die Schrittfolge und wann welche liturgischen Handlungen stattfinden - und natürlich wo und wie sie zu stehen haben. Denn eines ist klar, „Ministranten stehen nicht irgendwo oder irgendwie um den Altar herum“, weiß der Ministranten-„Vater“. Alles folgt einem ausgeklügelten Plan: „Ich überlege mir immer vorher, wie das aussehen könnte“, sagt er.

Geboren in Lampertheim und aufgewachsen in Biblis, ist Platz ein überzeugter Katholik. Auch er war Messdiener, „das ging aber nur bis zum Abitur“, sagt der Elektriker im Ruhestand, der bei der Bundesbahn arbeitete. 1973 kam er nach Pfaffenwiesbach und zog 1993 nach Obernhain. 1983 brauchte seine Vorgängerin, Maria Hild, Hilfe. „Da habe ich mich angeboten“, erinnert er sich. Seit dieser Zeit hält er die Messdiener-Gruppe zusammen. Auch Ausflüge organisiert er, schreibt den Messdienerplan noch handschriftlich und führt Protokoll darüber, wer da war und wer mal wieder gefehlt hat. „Belohnt werden die fleißigsten Messdiener am Ende des Jahres“, sagt Platz.

Auch wenn die Grundaufgaben der Messdiener immer die gleichen sind, drückt Platz dem Prozedere doch seine eigene Handschrift auf. „Wer neben wem steht, dass das auch von der Größe her passt, das ist wichtig für die Optik“, betont er. So manche Neuerung hat er sich im Urlaub bei Kirchenbesuchen abgeschaut und diese dann in der heimischen Pfarrei eingeführt.

Zehn Pfarrer und viele Gehilfen hat er in den 30 Jahren erlebt. Das sei nicht immer einfach gewesen. Auf Manieren, Höflichkeit und ein respektvolles Benehmen, nicht nur in der Kirche, legt Platz großen Wert: „Gerade bei den jungen Menschen.“ Die gute Kinderstube habe in den 30 Jahren deutlich gelitten.

Die Einführung von Mädchen als Ministranten hat er 1984, trotz der Widerstände der Jungs, gut gemeistert. Weitblick sagen ihm die altgedienten Ministranten nach. Denn in der Tat ist die Zahl der Mädels inzwischen höher als die der Jungs.

Dass in 30 Jahren noch kein Gottesdienst ohne Ministranten stattfand, ist Manfred Platz zu verdanken. Der Pfarrgemeinderat nahm das Pfarrfest zum Anlass, sich bei Platz zu bedanken. Weiße Rosen gab es von den Ministranten an ihren „Ziehvater“ und Dankesworte von der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Heidrun Jung.

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