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Gründer-Boom: Ernüchternde Umfrage: Start-ups wollen nicht nach Schmitten und Co.

Von In verschiedenen Städten und Gebieten Deutschlands herrscht derzeit Aufbruchstimmung. Ein wahrer Gründer-Boom hat eingesetzt. Auch Frankfurt zählt dazu. Wir haben nachgefragt, wie es im Usinger Land aussieht, das bald durch öffentliche Verkehrsmittel noch schneller und besser zu erreichen ist.
Im Gewerbegebiet von Riedelbach ist noch viel Grün zu sehen. Über weitere Unternehmen, die sich hier ansiedeln, würde sich Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG) freuen. Foto: Corina Appel Im Gewerbegebiet von Riedelbach ist noch viel Grün zu sehen. Über weitere Unternehmen, die sich hier ansiedeln, würde sich Weilrods Bürgermeister Götz Esser (FWG) freuen.
Usinger Land. 

In Frankfurt hat nach vielen Jahren solider Gründungszahlen seit 2017 ein regelrechter Boom an Start-ups eingesetzt. Das steht im Magazin IHK-Wirtschaftsforum. Na gut, Frankfurt ist Großstadt und dass sich dort viele Mutige, Kreative und Forsche finden, die mit ihren eigenen Ideen Geschäfte aufbauen wollen, ist nachvollziehbar. Aber wie sieht es auf dem Land, vielmehr im Usinger Land, aus?

Richtig selbstständig machen

Wer sich mit einem Handwerksbetrieb, im Handel oder mit einer Dienstleistung selbständig machen will, muss sich bei seiner Gemeinde oder Stadt anmelden.

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Hier, so könnte man meinen, würden vielleicht auch mehr Unternehmen gegründet, weil die Anbindung an Frankfurt relativ gut ist. Relativ, denn noch gibt es keine S-Bahn, die bis nach Usingen oder gar Grävenwiesbach fährt. Das soll aber kommen. Und vielleicht gibt es ja auch Unternehmen, wie Canton mit Sitz in Niederlauken oder Adam Hall in Neu-Anspach, die lieber vom Land aus ihre Produkte nach ganz Deutschland und die Welt vertreiben. Wir haben einmal nachgehört, wie die „Gründerszene“ im Usinger Land aussieht. Die Antworten aus den Kommunen waren allerdings sehr ernüchternd.

„Keine Informationen“

Aus dem Rathaus Schmitten kam ein lapidares: „Dazu haben wir leider keine Informationen“. Bürgermeister Roland Seel aus Grävenwiesbach erklärte: „Wir haben derzeit keine größeren Unternehmen, die sich an- oder abmelden. Wenn überhaupt, dann bewegen sich die An- oder Abmeldungen im Kleingewerbe, wie Schreibdienst oder Dienstleister. Es sind keine signifikanten Bewegungen erkennbar.“

Auch in der Stadt Neu-Anspach sei kein Gründer-Boom festzustellen, sagte Bürgermeister Thomas Pauli. Hier gab es von Januar bis April 61 Anmeldungen. „Das beinhaltet aber auch Kleinstunternehmen, wie der Betrieb von Photovoltaik-Anlagen, freien Hochzeitsrednern oder mobiler Fußpflege“, so der Bürgermeister. Die meisten sind Einzelunternehmen, immerhin seien aber auch zwei GmbHs darunter. Im gesamten letzten Jahr waren es 129 Gewerbeanmeldungen, 2016 waren es 164.

Wehrheims Bürgermeister Gregor Sommer verzeichnete 36 Anmeldungen in den ersten vier Monaten des Jahres. 2017 waren es insgesamt 107. Derzeit entsteht in der Kommune das Gewerbegebiet Wehrheim Süd. Hierbei handelt es sich um eine Größe von 2,9 Hektar, die in kleinere Flächen aufgeteilt ist und nun nach und nach bebaut wird. „Für einen geringen Teil der Grundstücke laufen derzeit noch Verkaufsverhandlungen.“, erklärte Sommer.

Verkaufsflächen zu vergeben

Die Stadt Usingen hatte im vergangenen Jahr insgesamt 216 Anmeldungen von Gewerbebetrieben. Von Januar bis Ende April 2018 waren es bisher 68 meldete Sylvia Kunz vom Bürgerbüro. Mehr An- als Abmeldungen gibt es in der Gemeinde Weilrod. Auch hier sind es vorwiegend Kleinunternehmen die sich ansiedeln, berichtete Bürgermeister Götz Esser.

Ein Großteil des Gewerbegebietes in Riedelbach ist noch zu vergeben und Esser hofft, dass jemand kommt und es kauft. Seit gestern Morgen ist die zu verkaufende Fläche wieder etwas kleiner geworden, freut sich der Bürgermeister von Weilrod. Heißt also: Eine weitere Parzelle ist verkauft.

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