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Indien-Abend: Gäste lernen das Land von ganz unterschiedlichen Seiten kennen

Von Indien ist farbenfroh, freundlich und kulturell fortschrittlich. Zumindest auf der einen Seite. Teile des Landes sind aber auch arm, unterversorgt und in großer Not. Wie sich die Schere zwischen den beiden Extremen zumindest etwas schließen ließe, erklärte Pater Jena Paul Marneni beim eigens organisierten Indien-Abend in Pfaffenwiesbach.
Trudi Golombek (links), Pater Jean Paul Marnemi und Simone Müllerübernahmen beim Indien-.Abend die Essensausgabe. Dort gab es viele landestypische und leckere Gerichte zu probieren. Foto: Tatjana Seibt Trudi Golombek (links), Pater Jean Paul Marnemi und Simone Müllerübernahmen beim Indien-.Abend die Essensausgabe. Dort gab es viele landestypische und leckere Gerichte zu probieren.
Pfaffenwiesbach. 

Mit rund 1, 2 Milliarden Menschen ist Indien die bevölkerungsreichste Demokratie und das zweitgrößte Land weltweit. Indien, damit verbinden die meisten Menschen Widersprüchliches, wie sich auch beim Eine-Welt-Kreis in Pfaffenwiesbach zeigte. Bunte Farben, lachende Menschen, Yoga und Gesundheit auf der einen Seite. Zu der gehört auch das freundliche Lachen und eine vielfältige Art von Speisen. Indien ist eine aufstrebende Wirtschaftsmacht.

Doch es gibt eben auch die andere Seite: In Teilen des Landes herrscht großes Elend, in den Großstädten gibt es Slums, in den ländlichen Regionen stammen Teile der Infrastruktur noch aus der Kolonialzeit.

Beliebtes Reiseziel

Auch wenn die Anmut und Kultur des Landes es für die Europäer zu einem beliebten Reiseziel machen, scheint von den Einnahmen durch den Tourismus im Land selbst nichts zu verbleiben, zumindest nichts, was bei der Bevölkerung direkt ankommt. Und auch die Touristen selbst wollen zwar die Tempel sehen, nicht aber die Armut ringsherum.

Das Team vom Eine-Welt-Kreis hingegen hat sich intensiv mit dem Land und den Menschen beschäftigt, nicht zuletzt auch deshalb, weil Pater Jean Paul Marneni, der auch den katholischen Gottesdienst beim Indien-Abend hielt, selbst aus Indien stammt. Eine Besonderheit waren die Mantragesänge, ein Teil des Gottesdienstes, die die Besucher nicht jeden Tag zu hören bekommen. Das Interesse war groß, auch am anschließenden Büfett, welches das Eine-Welt-Kreis-Team eigens für die Besucher zusammengestellt hatte.

Vielfalt auch in der Küche

Duftende Speisen in bunten Farben mit süßlicher bis pikanter Note, sämige Soßen zu Fleisch, dazu frisches Obst und unbekannte Süßspeisen zum Nachtisch. Auch das Brot war eine landestypische Spezialität und der duftende Reis mit frischem Gemüse versehen.

Ein köstliches Essen wie aus einem Restaurant. Doch, ist das auch das Essen was die Inder jeden Tag zu sich nehmen? „Nein, solche Speisen gibt es nur zu besonderen Anlässen“, erklärte Pater Marneni. Tatsächlich gebe es bei der Durchschnittsbevölkerung drei Mal täglich Reis, wenn es die Finanzen erlauben auch mit Gemüse. „Fleisch gibt es in der Regel nur an Feiertagen“, erklärte er. Und so wenig wie Deutschland über eine einheitliche Kochkultur verfügt, ist sie in Indien vorhanden. Dennoch gaben die verschiedenen Gerichte und die dabei verwendeten Gewürze einen Eindruck der Geschmacksvielfalt, die der Subkontinent zu bieten hat.

Zu den Speisen servierte der Pater allerdings auch noch Informationen zu seinem Hilfsprojekt in Indien, genauer gesagt im südindischen Staat Andhrapradeschn. Er sammle Geld für ein dort aufgebautes „Waisenhaus“. Obgleich der Begriff Waisenhaus an dieser Stelle womöglich etwas irreführend ist, „denn dort werden Kinder von armen Tagelöhnern aufgenommen“, erklärte Marneni.

Die Eltern der Kinder lebten zwar, doch ernähren könnten diese ihre Nachkommen nicht. Hierzulande unvorstellbar: „Wenn sie an einem Tag Arbeit bekommen, dann bekommen die Kinder Essen, wenn nicht, dann nicht“, brachte es der Pater auf den Punkt. Das Waisenhaus werde von der kirchlichen Organisation verwaltet, das vielmehr einer Art Internat gleicht, in der die Schüler Essen, Kleidung und Bildung erhalten.

Rund 200 Kindern werde auf diese Art das Überleben gesichert, doch sicherlich gebe es noch viel mehr. Die staatlichen Schulen seien für die arme Bevölkerung nicht erschwinglich, die Wege dorthin zu gelangen für Tagelöhner nicht zu beschreiten. Mit der Unterstützung des Projekts werde den Kindern eine Zukunft geschenkt, die ihnen zumindest die Chance auf ein besseres Leben gibt.

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