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Pferdeschau: Hengste und Stuten lieferten sich ein Schaulaufen der Extraklasse

Von Hier geht’s nach Schönheit, nach Gang und nach Ausdruck. Warm- und Kaltblüter sind zu bestaunen, ebenso Ponys und Kleinpferde: Die Pferdeschau ist eine beliebte Veranstaltung bei Züchtern, aber auch bei Zuschauern. Und da sieht man nicht nur Pferde, die das machen, was ihre Besitzer wollen . . .
Bei der Pferdeschau kamen auch die kleinen Vertreter der wiehernden Zunft zur Geltung. Diese Exemplare hätten in der Kategorie „Knuffigkeit“ wohl einige Extrapunkte gesammelt. Bei der Pferdeschau kamen auch die kleinen Vertreter der wiehernden Zunft zur Geltung. Diese Exemplare hätten in der Kategorie „Knuffigkeit“ wohl einige Extrapunkte gesammelt.
Usingen. 

Besucher des Laurentiusmarktes brauchten nur den Ohren zu folgen. Immer dem Wiehern nach. Denn gestern war die Wiese wieder bereitet für das Schaulaufen der „Weichen und Schönen“. Und ein paar vierbeinige Clowns waren auch darunter. Das Hengstfohlen (noch) ohne Namen beispielsweise, das am 3. Mai dieses Jahres geboren wurde und gestern in der Buchfinkenstadt zu bestaunen war. Auf dem Platz war es ein richtiger Wildfang, der gerne seine eigenen Wege ging. Während Mutter Faron ihrem Besitzer Bernd Eufinger aus Niederbrechen gehorsam folgte, machte der Kleine Bocksprünge und wieherte die Zuschauer an, zupfte Heu aus den Ballen und galoppierte über den Platz. Eufinger und die Pferdemutter blieben gelassen – bis zu dem Moment, in dem der kleine Tunichtgut seine Mutter ansprang. Da bekam er blitzschnell einen Tritt und danach war erstmal Ruhe. Aber nur für eine kurze Weile.

Schau und Show

Wenn’s zu temperamentvoll wird, greift die Mama (rechts) auch schon mal durch. Der Tritt gehört zur Erziehung. Bild-Zoom Foto: Frank Saltenberger
Wenn’s zu temperamentvoll wird, greift die Mama (rechts) auch schon mal durch. Der Tritt gehört zur Erziehung.

„Auf der Koppel daheim verhält er sich völlig normal“, sagte Eufinger. Die Pferde seien diese Schauen gewohnt. „Für die ist das auch eine Show“, lachte er. Gestern Morgen kurz nach 7.30 Uhr seien sie angekommen. Nach einem Tag in der Box durften Faron und ihr pfiffiges Hengstfohlen dann raus. Und da Kinder im Allgemeinen einen großen Bewegungsdrang haben, war es wohl nicht ungewöhnlich, dass der Kleine die Gelegenheit zum Herumspringen nutzte. Trotzdem ließ er seine Mutter nicht aus den Augen. „Das Flechten der Mähne lässt er vollkommen ruhig über sich ergehen“, erzählte Eufinger. Die Zöpfe dienen der Schönheit. Und die ist ein wichtiger Bestandteil der Schau. Außerdem werden Typ, Schritt und Trab bewertet.

Der viermonatige Hengst erhielt dann auch die Bewertung: „sehr korrektes und trockenes Fundament, in der Bewegung nicht so effektvoll, wie man sich das bei Dressurfohlen wünscht.“ War wohl wegen der kleinen Ausreißer. Aber sonst, sagte Schiedsrichter Günther Nitz, „ein typvolles Fohlen mit schönem Gesicht“. Mit seiner Kollegin Hannah Bott aus Karlsruhe richtete Nitz die Klasse der Warmblüter und der Fohlen.

Die kräftigen Kaltblutpferde wurden ein Feld weiter vorgestellt und als Kontrastprogramm trabten noch ein Feld weiter die Ponys über die Wiese. Sie gingen ihren Besitzerinnen gerade bis zur Hüfte.

Manche Mähnen waren kunstvoll geflochten. Klar wird bei der Pferdeschau doch auch aufs Äußere Wert gelegt. Bild-Zoom
Manche Mähnen waren kunstvoll geflochten. Klar wird bei der Pferdeschau doch auch aufs Äußere Wert gelegt.

Schiedsrichter haben ja ihre Vorgaben, nach denen sie ihre Urteile fällen. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU), der auch unter den vielen Zuschauern war, urteilte einfach nach Gefühl und deutete favorisierend auf ein großes graues Pferd, das gerade vorgestellt wurde. Die vierbeinige Dame heißt Oxana, ist ein Rheinisch Deutsches Kaltblut und grast normalerweise in Andrifttal bei Alsfeld.

Die sonntägliche Pferdeschau während der Laurentiuskerb ist die letzte ihrer Art im Usinger Land und eine wichtige Veranstaltung für Züchter.

Hier würden praktisch die Zuchterfolge bestätigt, sagte Jutta Raible-
Boemke, Schriftführerin des organisierenden Usinger Reit- und Fahrvereins. Angemeldet waren 53 Warmblüter, 30 Kaltblüter und 60 Ponys. Etwa drei Viertel davon kamen auch. Die Organisation braucht etwa ein halbes Jahr Vorlauf – auch um Sponsoren zu finden. „Das wird immer schwieriger“, sagt Raible-Boemke. Obwohl sie auch treue Sponsoren haben. Auch über kleine Spenden würden sie sich immer freuen.

Nachdem sich alle großen und kleinen Vierbeiner, die braven und die widerspenstigen, die eigensinnigen und die selbstbewussten gezeigt hatten, ging es an die Gesamtwertung. Und hier schaffte der Hengst ohne Namen aus Niederbrechen immerhin Platz zwei mit 78 von 100 Punkten. Gesamtsiegerin ist die dreijährige Warmblüterin Feldliebe aus Schlitz und gehört der Rasse Oldenburg an. Ihr Besitzer weiß wohl, was er an ihr hat, denn sie gehört zu den unverkäuflichen Stuten.

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