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„Sgt. Pepper“ von den Beatles: Interview mit Peter Kemper: Das wichtigste Album der Pop-Historie

Es ist nicht außergewöhnlich, dass sich jemand mit den Beatles beschäftigt. Eher selten ist aber, dass sich ein Mensch wie Peter Kemper auf ein Album der Pop-Legenden stürzt und es bis ins kleinste Detail analysiert. Warum? Darüber sprach er mit unserem Redakteur Andreas Burger.
Die „Fab Four“ aus Liverpool auf dem Cover des Albums „Sgt. Pepper“ (von links): Ringo Starr, John Lennon, Paul McCartney und George Harrison. Die „Fab Four“ aus Liverpool auf dem Cover des Albums „Sgt. Pepper“ (von links): Ringo Starr, John Lennon, Paul McCartney und George Harrison.
Usingen. 

Sie beschäftigen sich seit vielen Jahren mit den Beatles, was fasziniert Sie so an deren Musik?

PETER KEMPER: Mit den Beatles fing letztlich alles an. Sie veränderten das Gesicht einer ganzen Generation und hatten maßgeblichen Anteil daran, dass sich populäre Musik (Schlager) zur Rockmusik wandelte. Ihr melodisches Ingenium, ihre Lebensfreude und Experimentierlust, all das traf ins Herz einer sich weltweit formierenden Jugendkultur. Tausende von Coverversionen zeigen, wie belastbar und unvergänglich ihre Songs sind.

Welches sind Ihre Lieblingshits? Welche halten Sie für die bedeutendsten?

KEMPER: Mein Lieblingssong ist „A Day In The Life“ vom „Sgt. Pepper“-Album – nicht nur wegen der absolut innovativen Textgestaltung und revolutionären Instrumentierung, sondern weil er die perfekte Balance hält zwischen melancholischer Nachdenklichkeit und optimistischer Emphase. Daneben gefällt mir ein früher Kracher wie „I Want To Hold Your Hand“ mit seiner überwältigenden Vitalität besonders gut oder „In My Life“ mit seiner ermutigenden Erinnerungskraft.

Radio und Bücher

Peter Kemper, Dr. phil., Jahrgang 1950, war bis 2015 Rundfunkredakteur in hr2 kultur („Doppel-Kopf“), ist seit 1981 Mitarbeiter im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als Musikkritiker für Rock, Pop und Jazz.

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Werden die Beatles heute überhaupt noch gehört – außer von Ihrer Generation?

KEMPER: Die Beatles gehören ja inzwischen zum Weltkulturerbe und haben längst eine generationsübergreifende Bedeutung erlangt. Viele Kinder und Jugendliche lernen – das ist meine Erfahrung – Beatles-Songs zum ersten Mal über ihre Eltern kennen. Gleichwohl ist die Sogkraft ihrer Lieder auch für die junge Generation ungebrochen. Auch der Einfluss der „Fab Four“ in der aktuellen Popmusik ist in Bezug auf Songwriting und Arrangement unüberhörbar.

Sie halten Ihren Multi-Media-Vortrag im Rahmen des Programms „Ost-West“. Wie passen die britischen Beatles da hinein?

Das revolutionäre Album der „Fab Four“ aus ...

Es ist ein musikalischer Leckerbissen, den der Kulturkreis Usinger Land am Freitag, 22. September, ab 20 Uhr in der Hugenottenkirche Usingen präsentiert.

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KEMPER: Die Beatles waren ja die ersten, die sich der indischen Kultur und ihrer Musik geöffnet haben. Sie besuchten nicht nur den Maharishi Mahesh Yogi für Meditationsstudien in seinem Camp in Rishikesh, sondern ließen sich auch von dem Sitar-Virtuosen Ravi Shankar unterrichten. Vor allem George Harrison suchte schon zu Zeiten von „Sgt. Pepper“ sein Seelenheil in östlicher Philosophie. „Within You Without You“ ist in dieser Hinsicht ein Musterbeispiel für hinduistisch motivierten Ego-Verzicht.

Und, abschließende Frage: An wen richtet sich Ihr Sgt.Pepper-Abend?

KEMPER: Natürlich an alle, die damals im Sommer 1967 die aufstörende Wirkung und den kreativen Impuls – jenes „kulturelle High-Gefühl“ – des „Sgt. Pepper“-Albums ebenfalls erlebt haben. An alle Beatles-Fans, die noch einmal in den hoffnungsfrohen und experimentellen Zeitgeist ihrer Jugend eintauchen möchten, und natürlich auch an jene jungen Hörerinnen und Hörer, die sich – vielleicht zum ersten Mal – über das wichtigste Album der Rock- und Pop-Geschichte informieren wollen.

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