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Karneval: Wut und Unverständnis nach Zwischenfällen am Fastnachtssamstag

Von Am späten Samstagabend gab es in Wehrheim mehrere schwere Zwischenfälle. Die Polizei spricht von einer auffälligen Häufung, die eine Bewertung erfordert, der Bürgermeister ist tief enttäuscht.
Buntes Treiben beim Umzug der Limes-Krätscher in Wehrheim. Foto: Pieren Buntes Treiben beim Umzug der Limes-Krätscher in Wehrheim.

Acht Einträge, alle mit Bezug zu den Fastnachtsfeiern in Wehrheim, listet der Polizeibericht für den Samstagabend und die frühe Nacht auf – darunter mehrere Körperverletzungen, ein sexueller Übergriff und ein Raub.

Bei mindestens zwei Taten gehörten die mutmaßlichen Täter zu Gruppen. Bei der schweren Körperverletzung, vor der ein Vater einer Dreijährigen zwei Jugendliche in der Bahnhofstraße angesprochen hatte, die beim übermütigen Schubsen das Mädchen angerempelt hatten, etwa und der erst beleidigt wurde und durch Faustschläge zu Boden ging, wo er von mehreren Tätern getreten wurde.

Oder auch bei der sexuellen Belästigung im Bürgerhaus, bei der eine 21-Jährige von einem 19-Jährigen – der laut Polizeibericht Teil einer „größeren Gruppe von Personen, welche Frauen auf der Feier bedrängten“ war – an den Po gegriffen wurde. In diesem Zusammenhang steht laut Polizei auch der Streit zweier Personengruppen, die zunächst „verbal aneinandergerieten“, wobei die einen später auf die anderen mit Fäusten einschlugen.

„Man muss die Vorfälle nun bewerten, aber darf sie nicht überbewerten“, sagt Markus Hoffmann vom Polizeipräsidium Westhessen und verweist darauf, dass die Ermittlungen noch andauerten und es bei manchen Taten noch eine „offene Gemengelage“ gebe.

Bewertung nötig

In der Tat sei eine solche Ballung wie am Samstag in Wehrheim auffällig – komme aber in der Fastnachtszeit im Bereich des Polizeipräsidiums immer wieder mal auch in kleineren Kommunen vor. „Ob es an den Gästen lag oder am Grad der Alkoholisierung, kann man dann allerdings nie so genau sagen“, schränkt Hoffmann ein.

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Kommentar Entwicklung beschleunigt sich

Prügeleien und andere Ausfallerscheinungen gibt es bei Fastnacht, Kerb und Co. nicht erst seit diesem Jahr. Allerdings sind sie in früheren Jahrzehnten seltener ausgeufert.

clearing

Um Lehren für die Zukunft zu ziehen, müsse die zuständige Polizei im Hochtaunuskreis die Vorfälle gemeinsam mit der Gemeinde bewerten. Dort hat die Bewertung bereits begonnen. „Stinkesauer“ ist das Wort, das Bürgermeister Gregor Sommer (CDU) verwendet. „Viele Menschen der WCV Limes-Krätscher engagieren sich ehrenamtlich und hängen sich so richtig rein.“ Polizei, Ordnungsamt und Verein hätten frühzeitig ein Sicherheitskonzept erstellt, zudem seien sowohl von gemeindlicher als auch vonseiten des Vereins private Sicherheitskräfte eingesetzt worden.

„Es macht mich sehr betroffen, dass Tausende Menschen friedlich zusammen feiern wollen und ein kleiner Teil von Leuten solche Veranstaltungen eskalieren lassen und zum Teil Straftaten begehen. Ich bin geschockt. Ich kann nur hoffen, dass alle Täter gefasst und entsprechend angeklagt und verurteilt werden“, so Sommer, der sich fragt, wie weit das alles noch gehen soll. „Die Vereine sind mit ihrem ehrenamtlichen Engagement bereits an ihrer Grenze angekommen.“

Nun sei auch die Kommune gefragt. „Die Vorfälle müssen auch von uns nachbereitet werden. Ich werde daher neben dem Informationsaustausch mit meinen Mitarbeitern des Ordnungsamtes und dem Austausch mit den Vereinsvertretern auch das Gespräch mit der Polizei Usingen suchen.“

Sommer gibt sich kämpferisch: „Wir Wehrheimer werden uns durch solche Vorfälle unser hervorragendes Vereinsleben und ein friedliches Miteinander nicht kaputtmachen lassen!“

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