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Tierheim Hochtaunus: Drama um "Kensi": Ausgesetzter Welpe bewegt Tierfreunde

Von Das Schicksal eines ausgesetzten Kampfhund-Welpen bewegt derzeit die Menschen in der Rhein-Main-Region. Ein Name für die kleine Hundedame ist gefunden, ein Besitzer wird noch gesucht.
Seit knapp zwei Wochen kümmert sich Nicole Vorlauf um die junge Hundedame Kensi. Diese wurde am 15. Mai am Oberurseler Dornbach in einem verschlossenen Karton ausgesetzt. Seit knapp zwei Wochen kümmert sich Nicole Vorlauf um die junge Hundedame Kensi. Diese wurde am 15. Mai am Oberurseler Dornbach in einem verschlossenen Karton ausgesetzt.
Oberursel. 

Wenn Hunde sprechen könnten, hätte die sieben Wochen junge Hundedame Kensi einiges zu erzählen. Denn seit eine aufmerksame Spaziergängerin die in einem Karton am Dornbach ausgesetzte Hündin entdeckte (wir berichteten), hat sich deren Leben grundlegend verändert. Seither befindet sie sich nämlich in der Obhut von Nicole Vorlauf, Leiterin des Tierheims Hochtaunus. Und seit Kensi bei ihr ist, hat die Tierschützerin kaum noch eine ruhige Minute.

Denn täglich rufen Dutzende Hundefreunde im Tierheim an und erkundigen sich nach der putzigen Hündin. „An Interesse mangelt es nicht. Wir haben Anfragen aus ganz Deutschland. Aber bisher hat sich noch kein konkreter Interessent aus der Region gemeldet“, sagt Vorlauf.

 

Ein Video mit Folgen

 

„Schuld“ am Rummel um Kensis Schicksal hat Hajo Ettel. Der Mitarbeiter des Tierheims hat nämlich auf seinem Facebook-Account ein kurzes, aber herzzerreißendes Video des tierischen Neuzugangs gepostet. Bis heute haben fast eine halbe Million Menschen den Clip aufgerufen und über 17 000 Mal geteilt. Nun trudeln bei Nicole Vorlauf täglich Facebook-Nachrichten mit dem Betreff „Ich will den Welpen“ ein. „Was soll man darauf antworten“, fragt die Tierheim-Leiterin und bittet um Verständnis, dass sie nicht jede dieser Anfragen beantworten kann.

Am 15. Mai wurde diese sieben Wochen junge Hundedame in einem Karton am Oberurseler Dornbach ausgesetzt. Seither hält...

Posted by FNP on Donnerstag, 25. Juni 2015
 

Zudem fragt sich Vorlauf, weshalb Interessenten aus Bremen, Köln oder Rheinland-Pfalz unbedingt den süßen Welpen aus Oberursel adoptieren wollen, anstatt in einem Tierheim in ihrer Umgebung nach einem neuen Mitbewohner zu suchen.

Um in ein neues Heim zu ziehen, ist Kensi ohnehin noch zu jung. Mindestens zwei Wochen wird sie noch in der Obhut des Tierheims bleiben. Derzeit nimmt Nicole Vorlauf ihr tierisches Mündel jeden Abend mit zu sich nach Hause. Den Tag verbringt Kensi mit ihren Pflegeeltern Kioua und Shaouee, den beiden privaten Hunden der Tierheim-Chefin. Der Kontakt zu älteren Hunden ist wichtig für die junge Staffordshire-Mischlingsdame, da sie sich auf diese Weise an den Umgang mit anderen Tieren gewöhnen kann. Auch mit der Stubenreinheit ist es eine Sache für sich.

 

Erfahrener Halter gesucht

 

„Ich stehe nachts alle zwei Stunden auf“, sagt Kensis Pflegemutter und lässt potenzielle Interessenten gleich wissen, dass die Adoption eines Hundewelpen mit jeder Menge Arbeit verbunden ist. Zudem gilt Kensi als Listenhund und muss alle vier Jahre einen Wesenstest absolvieren. Hinzu kommt eine Kampfhundesteuer, die abhängig von der jeweiligen Kommune über 500 Euro pro Jahr betragen kann.

All das macht Kensis Vermittlung nicht gerade leichter. Gesucht wird ein erfahrener Hundefreund, der den jungen Welpen möglichst als Zweithund adoptiert. „Diese Sozialkontakte sind wichtig. Auch der Besuch einer Hundeschule wäre sinnvoll“, rät Vorlauf. Denn jetzt ist Kensi zwar noch ein süßes und verspieltes Fellknäuel. Doch wenn sie ausgewachsen ist, wird sie ohne die nötige Erziehung genug Energie haben, um ihrem zukünftigen Besitzer nach Herzenslust auf der Nase herumzutanzen.

Dass derjenige, der Kensi ausgesetzt hat, gefunden wird, glaubt Nicole Vorlaufs indes nicht. Zwar wurde Anzeige erstattet. Doch es sei äußerst unwahrscheinlich, dass der Täter ermittelt werde. „Ich denke, da wird nichts bei rauskommen“; bedauert Nicole Vorlauf, die nicht verstehen kann, wie jemand einen Hund aussetzen kann. „Die Leute hätten sie ja wenigstens als Fundhund bei uns abgeben können“, sagt sie kopfschüttelnd.

Abgesehen von Kensi warten derzeit übrigens rund 50 Hunde, Katzen und Kleintiere im Tierheim Hochtaunus auf einen neuen Besitzer. Darunter sind auch viele Katzenbabys von streunenden Stubentigern. Ein Besuch bei den Tierschützern aus Oberurseler lohnt sich also immer.

Das Tierheim Hochtaunus im Forsthausweg 15 ist telefonisch unter (0 61 71) 2 30 97 oder auf der Website www.tierheim-hochtaunus.de zu erreichen.

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