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An zwei Tagen: Freibad öffnet erst um 9 Uhr: Frühschwimmer ausgesperrt

Statt um 8 Uhr öffnet das Schloßborner Freibad seit Saisonbeginn dienstags und donnerstags erst um 9 Uhr. Dass dann bis 21 Uhr geschwommen werden kann, hilft den Frühschwimmern wenig. Sie haben daher Unterschriften gesammelt.
Rüdiger Hoster (vorne links), Günter Schmunk (Mitte) und Dr. Stefan John (am Beckenrand) setzten sich wie die anderen Frühschwimmer für frühere Öffnungszeiten des Schloßborner Freibads ein. Rüdiger Hoster (vorne links), Günter Schmunk (Mitte) und Dr. Stefan John (am Beckenrand) setzten sich wie die anderen Frühschwimmer für frühere Öffnungszeiten des Schloßborner Freibads ein.
Schloßborn. 

Knapp 30 Schwimmer ziehen an diesem Freitag um kurz nach 8 Uhr bereits ihre Bahnen im Schloßborner Schwimmbad. Das aber können sie seit Saisonbeginn nicht mehr jeden Tag. Dienstags und donnerstags öffnet das Freibad nämlich erst um 9 Uhr, hat dafür eine Stunde länger, bis 21 Uhr, geöffnet. FDP-Fraktionschef Dr. Stefan John hatte daher in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung eine Unterschriftenliste an den Gemeindevorstand übergeben.

50 Frühschwimmer drücken darin ihr Unverständnis aus. „Nicht nur der Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Änderung am Eröffnungstag ist befremdlich, da wir überwiegend Dauerkarteninhaber sind und die Karten bereits im Vorverkauf in Unkenntnis der geänderten Öffnungszeiten erworben hatten. Auch die Unterbrechung des Wochenrhythmus an zwei auseinanderliegenden Tagen macht den Schwimmbadbesuch schwer planbar und ist für viele aus beruflichen oder privaten Gründen an diesen beiden Tagen gar nicht mehr möglich“, sagte John.

Der Schloßborner weiß in diesem Fall genau, wo das Problem liegt. Seit Jahren gehört er selbst zu den Frühschwimmern und kann damit die Klagen gut verstehen. Beispiel Rüdiger Hoster: „Ich bin immer da. Egal ob die Sonne scheint oder es regnet. Schließlich geht es um meine Gesundheit. Beim Kampf gegen den Krebs hilft der Sport ungemein, haben meine Ärzte gesagt. Also gehe ich schwimmen, nicht planschen“, erklärt der 78-Jährige mit einem verschmitzten Lächeln. Er kommt mit Ehefrau Inge allmorgendlich von Eppstein nach Schloßborn, geht allerdings dienstags und donnerstags jetzt fremd. „9 Uhr ist zu spät, ich muss ja irgendwann mal frühstücken und vor dem Schwimmen zu essen, na ja Sie wissen doch was eine bleierne Ente ist, oder?“, hat er die Lacher auf seiner Seite.

„Abends kommt keiner“

Günter Schmunk, der zu den Dauergästen zählt, sagt: „Einen Großteil der Frühschwimmer kenne ich schon seit einem Vierteljahrhundert. Das ist eine verschworene Gemeinschaft und viele gehen nach dem Schwimmen zur Arbeit. Das wird schwierig, wenn sie erst um 9 Uhr ins Wasser dürfen.“ Der Umwelt- und Energieberater aus Oberems spricht sich daher für eine Rückkehr zu den alten Öffnungszeiten aus. „Das war vernünftig. Abends kommt doch eh keiner mehr extra hierher“, kontert er das Argument des Gemeindevorstands.

Bürgermeisterin Brigitte Bannenberg (parteilos) hatte die Änderungen mit den Versuch erklärt, Berufstätigen, die erst nach 18 Uhr nach Schloßborn heimkehren, die Chance zu eröffnen, an zwei Tagen bis 21 Uhr zu schwimmen. Die Rathauschefin hatte zudem darauf hingewiesen, dass die Öffnungszeiten immer auch von den Dienstzeiten der beiden Bademeister abhängig seien. Wobei die Lage im Schloßborner Schwimmbad gerade in diesem Punkt ohnehin angespannt ist. Krankheitsbedingt ist derzeit nur Schwimmmeister Siggi Becker verfügbar. „Gottseidank unterstützen mich die DLRG-Helfer. Anders würde es gar nicht gehen. Wobei retten nicht das Hauptproblem ist. Die Technik muss überwacht und gleichzeitig die Sicherheit gewährleistet werden. Da hat man in einem Freibad alle Hände voll zu tun“, weiß Becker, der im Schloßborner Schwimmbad nach 35 Jahren fast schon zum Inventar zählt.

Gute Argumente

Deshalb kennt er auch die Frühschwimmer bestens. „Klar! Die melden sich ja sogar ab, wenn sie in den Urlaub gehen, damit man sich keine Sorgen macht“, lacht er. Eine eiserne Regel, an die sich die meisten halten. Diesmal ist es Dr. John, der um kurz vor 9 Uhr mit dem Hinweis „ich muss noch Koffer packen“ sein Bündel schnürt. Für die nächsten 14 Tage müssen die anderen ohne ihn ihre Bahnen ziehen. Aber danach will man noch mal im Rathaus anklopfen. Schließlich haben sie gute Argumente für die alten Öffnungszeiten. „Wenn schon 7 Uhr, wie in anderen Kommunen, nicht möglich ist“, sagt der FDP-Fraktionschef.

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