E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 21°C

Rehbock von Hunden gerissen: Große Empörung, keine Hinweise

Von Vermutlich zwei große Hunde haben vor einer guten Woche einen Rehbock schwer verletzt. Hinweise auf den verantwortlichen Hundebesitzer haben die Polizei nicht erreicht.
Von Hunden verletzt, vom Jäger erlegt – ein Rehbock. Von Hunden verletzt, vom Jäger erlegt – ein Rehbock.
Kronberg. 

Das Bild ist brutal – so brutal, dass wir uns entschieden haben, es hier nicht zu zeigen. Es zeigt die klaffende großflächige Bisswunde am Rücken des Rehs. Die Aufnahme hat Jagdpächter Tino Berger gemacht, nachdem er den 20 Kilo schweren Rehbock erschossen hat, der vor gut einer Woche vermutlich auf Kronberger Gemarkung gerissen wurde. Berger war als einer der zwei zuständigen Jagdpächter informiert worden und hatte dann das schwerverletzte Tier, das er in einem Gebüsch im Bereich Ernst-Moritz-Arndt-Straße/Westerbach entdeckt hatte, von seinem Leiden erlöst. Er und sein Kollege Philipp Werner gehen aufgrund der Verletzungspuren davon aus, dass es (mindestens) zwei größere Hunde gewesen sind, die den kräftigen Bock angefallen, niedergedrückt und verletzt haben. Der Bericht der Taunus Zeitung über den Vorfall hatte eine Welle der Empörung ausgelöst – entsprechende Kommentare finden sich bei den Berichten und in den sozialen Netzwerken. Dort wird viel über die mögliche Täterschaft spekuliert – doch Hinweise an die Polizei blieben offenbar aus. Eine Nachfrage bei der Polizei in Bad Homburg gestern ergab, dass sich dort noch keine Zeugen gemeldet haben.

Wild in Nähe der Häuser

Berger und Philipp berichteten gegenüber der TZ, dass sie immer wieder auf starrsinnige Hundebesitzer stoßen. Häufig unterschätzten diese den Jagdinstinkt ihrer Lieblinge – oder dieser sei ihnen einfach egal. Bei den Feldern und Wiesen, die sich an die Freiherr-vom-Stein-Straße, Max-Moritz-Arndt-Straße etc. anschließen, komme hinzu, dass viele der Hundebesitzer unterschätzten, dass sich dort in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung Wildtiere aufhielten.

Die beiden Jagdpächter erinnerten daran, dass der Magistrat im Jahr 2012 eine Satzung auf den Weg gebracht hatte, wonach Hunde in der Brut- und Setzzeit an der Leine zu führen seien. Das bestätigte auf Nachfrage Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos). Der Vorstoß fand aber bereits im Fachausschuss keine Mehrheit, so dass der Magistrat den Antrag mangels Erfolgsaussicht zurückzog und nicht in der Stadtverordnetenversammlung zu Abstimmung stellte.

Es sei „entsetzlich“, was mit dem Bock geschehen sei, sagt Temmen. „Mir bleibt nichts anderes übrig, als an die Hundebesitzer zu appellieren, ihre Tiere anzuleinen – auch ohne Zwang und Satzung.“

Möglicherweise wird sich das neu gewählte Parlament, das sich am Donnerstag konstituiert, in den nächsten fünf Jahren ein weiteres Mal mit dem Thema befassen.

Hinweise oder Informationen nimmt das Umweltkommissariat der Kripo in Bad Homburg, Telefon (0 61 72) 120-0, entgegen.

Zur Startseite Mehr aus Vordertaunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen