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Vorschlag: Wird der Kronberger Bahnhof zum Restaurant?

Von Was mit dem Kronberger Bahnhof geschieht, stand lange in den Sternen. Jetzt jedoch wurde das Gebäude an den Gleisen in der Stadtverordnetenversammlung thematisiert. Ein Investor will sich laut Stadtrat Robert Siedler dem heruntergewirtschafteten Gebäude annehmen und ein gehobenes Restaurant eröffnen.
Das Kronberger Bahnhofsgebäude soll von einem Investor zu einer Nobel-Gastronomie ausgebaut werden. Foto: Matthias Reichwein Das Kronberger Bahnhofsgebäude soll von einem Investor zu einer Nobel-Gastronomie ausgebaut werden.
Kronberg. 

Eine zentrale Rolle hat der Bahnhof in der Diskussion um die Entwicklung des Quartiers – und vor allem der Bebauung der Schillergärten – in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung nicht gespielt. Zweimal war das historische Gebäude dann doch noch Thema: als es darum ging, ob die Wirkung des Denkmals durch einen Gewerbebau beeinträchtigt werde, der auf der anderen Seite des Platzes entstehen soll, und, als Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) von dem Letter of Intent berichtete, den der Magistrat mit einem potenziellen Investor für das Bahnhofsgebäude beschlossen habe.

Erst später, in der aktuellen Fragestunde, die die lange Sitzung nach 23 Uhr abschließen sollte, konnte Udo Keil, Fraktionsvize der Grünen, nachhaken und fragte, ob der Bahnhof denn nun in Erbpacht vergeben, verkauft oder gar verschenkt werden solle. Im Magistrat gehe man vom Verkauf aus, sagte Siedler.

Sieben Jahre verstrichen

Ganz überraschend kam das nicht, diese Möglichkeit hatte Siedler bereits in der Vergangenheit schon einmal angedeutet. Letztlich geht es um eine sehr pragmatische Frage, nämlich den Eintrag ins Grundbuch. Banken möchten da an erster, spätestens an zweiter Rangstelle eingetragen sein, sonst spielen sie nicht mit. Doch im Falle des Bahnhofs würde vor ihnen erst die Erbpacht eingetragen und davor das Wegerecht der Deutschen Bahn.

„Da machen die Banken nicht mit“, sagt Siedler. Der Verkauf würde also „praktischen Erwägungen“ folgen. Bemerkenswert ist das aber schon, denn vor sieben Jahren hatte die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Dem musste noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Das tat sie in einer außerplanmäßigen Sitzung im März 2011 in ungewöhnlicher Einmütigkeit. Für Udo Keil war dies – mitten im Wahlkampf – „eine Sternstunde der Demokratie“. Verknüpft war mit dieser Entscheidung, dass die Stadt nun die Zukunft des Bahnhofs selbst in der Hand hatte. So zumindest hatte es damals Heide-Margaret Esen-Baur formuliert. Doch diese Erwartungen erfüllten sich – bislang – nicht. Sieben Jahre sind verstrichen und es gab verschiedene Interessenten für das recht runtergewirtschaftete Gebäude. So hatte zwischenzeitlich auch Dietmar Spielmann mit dem Gedanken gespielt, sich quasi in Ergänzung zum von ihm erstandenen und sanierten Lokschuppen auch den Bahnhof zu erstehen, um darin einem Restaurant Raum zu bieten.

Kein Geld reingesteckt

Das soll es nun auch werden, gab Erster Stadtrat Siedler auf Nachfrage preis. Es soll wohl ein gehobenes Restaurant geben und einen Bistrobereich. Der Investor habe einen lokalen Bezug. Um sich des Bahnhofs anzunehmen sei „viel Herzblut“ vonnöten. Dem Vernehmen nach steht er auch mit jenen im engen Austausch, die mit Hotel und Kammermusiksaal künftig einen wesentlichen Teil des Bahnhofsquartiers bespielen werden. Und wie sieht es mit dem Kaufpreis aus?

Es ist laut Siedler nicht „darstellbar“ das marode Bahnhofsgebäude mit großem Gewinn zu verkaufen. Drauflegen wird die Stadt aber nicht. Vorgesehen ist, dass die Stadt den Kaufpreis und alle Kosten rausholt. Die Stadt hatte das Gebäude seinerzeit für 277 500 Euro erworben. Geld habe man nicht in das Gebäude gesteckt. Dem Deal muss die Stadtverordnetenversammlung noch zustimmen. Das soll spätestens in der Sitzung am 13. September geschehen, bis dahin soll der Vertrag vorliegen. Die „Laufzeit“ des Letters of Intent betrage ein halbes Jahr. Ob Kronberg nicht sieben Jahre verloren habe? Das sieht der Erste Stadtrat anders. „Das hat sich gelohnt: Lieber etwas länger warten und dafür einen potenten und adäquaten Nutzer haben.“

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