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Stadtentwicklung: Zur Zukunft des Bahnhofs bleiben viele Fragen offen

Von Die Zukunft des Bahnhofs ist nach wie vor offen. Nachdem die Intervention der Denkmalpflege bereits eine Beschlussempfehlung des Magistrat zum Wackeln brachte, blieb auch die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ohne Ergebnis. Nach wie vor sehen die Parlamentarier viele Fragezeichen hinter dem Projekt.
Die englische Königin Victoria (rechts in der Kutsche) fährt vom Fürstenpavillon (Mitte) zu ihrer Tochter.  Archiv Bickel, Kronberg/Repro: Späne Die englische Königin Victoria (rechts in der Kutsche) fährt vom Fürstenpavillon (Mitte) zu ihrer Tochter. Archiv Bickel, Kronberg/Repro: Späne
Kronberg. 

Es war kurz vor 21.30 Uhr, als die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) am Donnerstagabend den Tagesordnungspunkt Bahnhof abhakten. Hinter den Frauen und Männern lag eine Sitzung, in der es knapp drei Stunden lang hoch herging und die ohne Entscheidung endete. Aber der Reihe nach.

Wie Ausschussvorsitzender Max-Werner Kahl (CDU) sagte, wolle man sich in Ruhe dem besten Konzept nähern. Aus der Ruhe wurde allerdings nicht viel. Dafür gab es aus Sicht der Ausschussmitglieder zu viele offene Fragen zu dem kontroversen Projekt. Vor allem die Intervention der Oberen Denkmalschutzbehörde vom Dienstag dieser Woche bereitete etlichen Parlamentariern Kopfzerbrechen.

Neuer Sachstand

Wie berichtet, hatte die Behörde angekündigt, den Schutzstatus von Teilen des Bahnhofsareals zu überprüfen. Und das, nachdem der Magistrat am Vorabend eine Beschlussempfehlung zugunsten eines der beiden im Wettbewerb verbliebenen Bewerber abgegeben hatte. Dabei geht es vor allem um das Basa-Gebäude, in dem sich Bahntechnik und eine öffentliche Toilette befindet, aber auch um die geplante Nachbildung des Fürstenpavillons.

„Wie ist die Einschätzung der Bedenken der Denkmalbehörde?“, wollte Herfried Moosbrugger (CDU) wissen. „Wie kann es sein, dass die Unterschutzstellung von Aufbauten nicht bekannt sind?“, ließ auch Kahl Skepsis durchblicken, dass dies zu Problemen bei der Genehmigung führen könnte.

Das Häuschen sei in einer neuen Denkmalschutz-Topografie anders bewertet wird als 2013, erklärte Erster Stadtrat Robert Siedler (parteilos) zum Basa. Damals sei lediglich das Bahnhofsgebäude markiert gewesen. Die Änderung sei der Stadt nicht mitgeteilt worden. Diesen für die Kommune neuen Sachstand gelte es nun zu prüfen. „Das Basa hat keine typischen Denkmaleigenschaften“, zeigte sich Siedler optimistisch. Er glaube auch nicht, dass es einen entscheidenden Einfluss auf den Entwurf habe. „Entscheidend ist das Bahnhofsgebäude.“ Hier gebe es die Auflage, dass es freigestellt sein müsse.

Der Denkmalschutz war nicht der einzige Punkt, bei dem die Ausschussmitglieder Nachfragen an Siedler und Bürgermeister Klaus Temmen (parteilos) hatten. Manche Ausschussmitglieder bemängelten, dass bislang der Entwidmungsprozess der Bahnflächen durch das Eisenbahn-Bundesamt nicht gestartet wurde und dass dies zu weiteren Verzögerungen führen könne. „Das hat keinen Einfluss auf den Bauantrag“, entgegnete Siedler.

Schnee von gestern

Wie sich im Laufe des Abends zeigte, fremdeln einige Stadtverordnete nach wie vor grundsätzlich mit der eingeschlagenen Richtung. „Es wäre möglich gewesen, dass der Bahnhof von der Stadt betrieben wird“, sagte Udo Keil (Grüne). Dies sei ein Punkt, wo man immer noch überlege, wie man sich positioniere. „Warum haben wir das nicht selbst gemacht?“, hatte auch Erich Geisel (UBG) Bedenken. Er fürchtet, dass man einen Investor nicht auf eine Nutzung von zehn Jahre festnageln könne, etwa wenn sich die Konjunktur ändere, sei der Zug abgefahren. Man habe ja auch die Receptur gekauft und das hingekriegt.

Diese Frage müsse der Stadtverordnetenversammlung gestellt werden, sagte Siedler. Es sei viele Jahre Konsens gewesen, dass ein Investor gesucht werde, da man dazu nicht die Mittel für ein solches Projekt hatte, griff Bürgermeister Temmen ein. „Ich weiß nicht, ob es kommunale Aufgabe ist, so viel Geld in ein Gebäude zu stecken.“

„Die Alternativen sind Schnee von gestern“, warnte Helfried Moosbrugger vor einer Richtungsänderung. Die CDU wolle so rasch wie möglich eine gute Lösung finden. Wann dies sein wird, steht derzeit aber in den Sternen. Der ASU jedenfalls konnte gestern keine Entscheidung treffen, zumal die Beschlussempfehlung des Magistrats fehlte. Dieser will sich nun am Montag erneut mit dem Thema auseinandersetzen (siehe nebenstehenden Text.

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