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Zurück zu den Wurzeln

Von Ein Gasthaus mit hessischem Einschlag – das will „Charly’s Stubb“ sein. Das Lokal im Steigenberger Bad Homburg fühlt sich der Tradition verpflichtet, und das kann man dort sogar schmecken.
Frank Haipeter ist seit 15 Jahren Küchenchef im Steigenberger Bad Homburg. 	Foto: Jochen Reichwein Frank Haipeter ist seit 15 Jahren Küchenchef im Steigenberger Bad Homburg. Foto: Jochen Reichwein
Bad Homburg. 

Der Begriff Stube bezeichnet etymologisch einen warmen, gemütlichen Wohnraum. Früher war sie der wichtigste, oft auch der einzig beheizbare Raum und somit der Hauptaufenthaltsort der Bewohner. Selbst wenn der Begriff „Stube“ sich internationalen Besuchern nicht sofort erschließt, vor allem in der hessischen Übersetzung „Stubb“, so ist die Atmosphäre trotz Sprachbarriere doch sofort spürbar. Auch in „Charly’s Stubb“ im Steigenberger Hotel Bad Homburg, die bisher „Charly’s Bistro“ hieß und dem Gast die französische Küchenausrichtung signalisierte, ist das so. Man fühlt sich wohl, auf Anhieb. Heute wird dort unter neuem Label hessisch, modern, innovativ aufgetischt.

Ilgo Hagen Höhn, Direktor des Luxushotels an der Kaiser-Friedrich-Promenade, ist froh, diesen konzeptionellen Schwenk vollzogen zu haben, zumal „Charly’s Stubb“ inzwischen auch von ausländischen Gästen sehr gut angenommen und, da ist sich Höhn sicher, auch „verstanden“ wird. „Back to the roots“, sagt er, „als 5-Sterne-Haus sind wir zwar international aufgestellt, fühlen uns aber auch der besonderen Tradition unseres Hauses, dem Standort Bad Homburg und damit auch Hessen verpflichtet.“

Mit „Charly’s Stubb“ als Hommage an Charly Ritter, der dem Haus einst seinen Stempel aufgedrückt hat, schließt sich ein Kreis, der die Historie des alten „Ritter’s Parkhotel“ mit dem Ambiente Bad Homburgs verknüpft und in die Zukunft transportiert.

Heute müsse niemand mehr ein Restaurant besuchen, weil er Hunger hat, oder ins Hotel gehen, weil er kein Bett hat, sagt Höhn. Der Gast suche das Erlebnis, einen Rahmen, um darin entspannt zu genießen: „Wir möchten unseren Gästen, von denen viele die ganze Welt bereist haben, Orientierung im Regionalen geben.“ Für Höhn ist das Auftrag und Philosophie zugleich.

Im Zuge der Planungen für den dieses und nächstes Jahr anstehenden Umbau werde nach Wegen gesucht, an der einen oder anderen Stelle im Hotel mit einer Verbeugung vor dem legendären Bad Homburger Hotelier Charly Ritter an das „Ritter’s“ zu erinnern, besonders in „Charly’s Stubb“.

Höhn steht dabei mit Frank Haipeter ein Mann zur Verfügung, der es seit 15 Jahren, so lange steht er als Küchenchef im Steigenberger Bad Homburg verantwortlich am Herd, versteht, die lokale und regionale Verortung des traditionsreichen Hauses auch unter dem Gaumen erlebbar zu machen. „Wir sind ein Gasthaus mit hessischem Einschlag“, sagt Haipeter und erst ein Blick in die Speisekarte verrät, wie sehr er damit bescheiden untertreibt.

Haipeter ist mit Leib und Seele Koch, gerne auch kulinarischer Botschafter Hessens, der seinen Gästen Mut machen möchte, ein Stück Heimat, und sei es auch nicht die eigene, zu wagen. Er tut dies mit persönlichem Genuss beim Kochen. Mit viel Fantasie. Er verwendet nur hochwertige Produkte, die er nach Möglichkeit regional bezieht und ihnen eine mit Kompetenz, Leichtigkeit und Pfiff ins Moderne übersetzte Ursprünglichkeit verleiht.

 

Sieben Kräuter

 

Eine herausragende Rolle bei Haipeters „Hessen-Essen“ spielen zweifellos jene sieben Kräuter, die, cremig verrührt, schon Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe zum Niederknien brachten. Grüne Soße, natürlich, aber nicht nur als Soße, sondern auch als Füllung von Maultaschen, die in Begleitung von geschmolzenen Zwiebeln und Hobelkäse aufgetragen werden. Mit eben diesen Kräutern wird auch das „Wetterauer Weiderind“ mariniert. Das Rumpsteak wird mit hessischem Sauerkraut-Chutney serviert und der „Stramme Maxi“ ist in der Haipeter’schen Konfiguration gewiss nichts für schwache Esser: Rohschinken, Sauerkraut, Blauschimmelkäse, Spiegelei, Kartoffelsalat, ach ja, und Bauernbrot . . .

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