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Kastrationspflicht für Samtpfoten: Appell an Katzenhalter

Von Kommt die Kastrationspflicht für Katzen oder nicht? Die Verantwortlichen in der Untermainstadt wollen zunächst eine Entscheidung des Landes Hessen abwarten.
Es gibt kaum etwas Niedlicheres, als Katzenbabys. Doch werden es zu viele, sind sie nicht unterzubringen. Foto: dpa Es gibt kaum etwas Niedlicheres, als Katzenbabys. Doch werden es zu viele, sind sie nicht unterzubringen. Foto: dpa
Kelsterbach. 

Ginge es nach Judith Wagner, der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Kelsterbach, so wäre in diesem Jahr in der Untermainstadt eine Kastrationspflicht für alle Katzen ergangen. Doch soweit wird es vorerst nicht kommen.

Wegen des Vorhabens, wie bereits in anderen Kommunen Katzenhalter von städtischer Seite zur Kastration ihrer Samtpfoten zu verpflichten, trafen sich Wagner, einige Mitglieder des Tierschutzvereins, Bürgermeister Manfred Ockel (SPD) und Oliver Hiss, Leiter des Ordnungsamts, zu einem Gespräch. Dabei wurde die Idee der Kastrationspflicht für Katzen von mehreren Seiten beleuchtet.

 

Mit Steuern finanziert

 

Für die Überprüfung wird Personal benötigt, das über Steuern finanziert werden müsste. Das Personal müsste zudem streunende Katzen zunächst einfangen, um zu prüfen, ob sie bereits kastriert sind, und nachschauen, ob betroffene Tiere einen Chip haben. Tragen sie keinen, so können die Katzenbesitzer nicht ausfindig gemacht werden. In solchen Fällen könne laut Wagner aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung zwar vermutet werden, wem das eingefangene Tier gehöre, aber es lasse sich nicht beweisen. Denn so manche streunende Katze finde sich lediglich zur Fütterung bei einem Menschen ein, der ein Herz für sie zeige.

Wie in anderen Bundesländern werde derzeit in Hessen überlegt, ob und wie sich ein Bundesgesetz zur Kastrationspflicht von Katzen einrichten lasse. „Wir wollen erst abwarten, was Hessen dazu sagt“, so Wagner. Solange appelliere der Tierschutzverein an die Vernunft von Katzenhaltern. Zu diesem Zweck soll bei einem weiteren Treffen mit Manfred Ockel Ende des Monats ein Schreiben entworfen werden, das dann dem städtischen Mitteilungsblatt „Kelsterbach aktuell“ beigelegt wird. Mit dem Schreiben werde darauf hingewiesen, dass Katzen kastriert werden sollen, damit es nicht erneut zu vielen, wildlebenden Samtpfoten kommt.

In diesem Zusammenhang erinnert Wagner an einstige „Krisengebiete“ wie auf dem Enka-Gelände, in der Waldstraße, im Südpark und am Anglerheim. Wer das Geld für die Kastration seiner Katze nicht aufbringen könne, der dürfe mit einem Zuschuss des Tierschutzvereins oder sogar der kompletten Kostenübernahme rechnen. Eventuell würden auch Gutscheine für die Eingriffe bei einem Tierarzt ausgegeben.

 

Keine Scheu vor Klagen

 

Bisher hält Wagner es so, dass sie jede streunende und offenbar herrenlose, eingefangene Katze einfach kastrieren lässt, sofern das noch nicht geschehen ist. Meldet sich der Besitzer, weil er seinen Liebling beim Tierschutzverein wieder abholen will, so hat er die Kosten für die Operation zu begleichen. „Das werden wir weiterhin so durchziehen“, sagt Wagner. Zwar begibt sie sich damit in rechtlichem Sinn auf Glatteis, aber sie scheut sich nicht vor einer eventuellen Klage.

Für weitere Informationen lädt Judith Wagner betroffene Katzenhalter freitags zwischen 15 und 17 Uhr in das Vereinshaus in der Mörfelder Straße 36 ein.

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