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Sanierung: Bahnbrücke in Langen wird 1,2 Millionen Euro teurer

Von Die Sanierung der großen Bahnbrücke wird die Stadt Langen deutlich teurer zu stehen kommen als gedacht. Der Chef der Kommunalen Betriebe will die neue Kostenrechnung aber keinesfalls so akzeptieren.
Die fast 50 Jahre alte große Bahnbrücke in Langen wird derzeit saniert. Mitte Dezember soll der Verkehr hier wieder rollen. Die fast 50 Jahre alte große Bahnbrücke in Langen wird derzeit saniert. Mitte Dezember soll der Verkehr hier wieder rollen.
Langen. 

Seit Anfang April ist Langen zweigeteilt, und die große Bahnbrücke wird umfassend saniert. Jetzt gibt es schlechte Nachrichten von der Baustelle: Die Bauarbeiten werden deutlich teurer als geplant.

„Es gibt gleich drei Gründe für eine immense Preissteigerung“, erläutert Manfred Pusdrowski, Chef der Kommunalen Betriebe Langen (KBL). Zum einen habe sich schon nach der offiziellen Ausschreibung gezeigt, dass die erste Kostenschätzung nicht zu halten sei.

Pläne stimmten nicht

Problem Nummer zwei: Die fast 50 Jahre alte Bahnbrücke wartete mit unangenehmen Überraschungen auf. Erst nach der Brückenöffnung hatten sich Schäden im Inneren des Bauwerks gezeigt.Die sogenannten Brückenlager in den Fundamenten sind beschädigt, so dass ein Austausch sinnvoll ist. Auch die Konstruktionspläne des Bauwerks stimmten mit der Realität nicht überein. Es mussten verstärkte Halte- und Gerüstkonstruktionen aufgebaut werden, auch um die benachbarten Gebäude zu schützen.

Und der dritte Punkt, der erheblich zu der Preissteigerung führt, ist die Terminverschiebung. „Schon zu Beginn der Baustelle musste die Anhebung der Brücke um eine Woche nach hinten verlegt werden. Das hatte immense Folgen bei der Zeitkalkulation der Firmen“, erklärt der KBL Geschäftsführer.

Zugausfälle für die Bahn

Eine Zeitverschiebung gebe es jetzt wieder: Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass die für November vorgesehene Wieder-Absenkung der Bahnbrücke um zwei Wochen vorgezogen werden muss und schon am 21./22. Oktober erfolgen soll. „Die Terminabstimmung mit der Bahn sind ein sehr komplexes Thema. Wir möchten die Bahn nicht kritisieren, wir sind auf deren Zustimmung angewiesen“, sagt Manfred Pusdrowski vielsagend. Denn letztlich habe die Bahn Zugausfälle, wenn die 1500 Tonnen schwere Brücke wieder auf ihre Pfeiler abgesetzt wird. Er „halte jetzt die Luft an“, dass es gelingt, die Arbeiten bis zum 21. Oktober fertig zu stellen. Der Termindruck setze die Baufirmen unter Zugzwang.

Für die Stadt Langen bedeute dies, dass sie Beschleunigungszulagen bezahlen muss – in Höhe von 200 000 Euro. Insgesamt summieren sich die Mehrkosten auf 1,2 Millionen Euro: Da stecken die Kostensteigerungen von mehr als 100 000 Euro, die Mehrkosten für Gerüst und Haltetechnik in Höhe von rund 475 000 Euro drin, der Austausch der neuen Lager für rund 110 000 Euro, inklusive weiterer Preissteigerungen.

Von ursprünglich 1,4 Millionen Euro muss die Stadt Langen – zuzüglich der jetzt ermittelten 1,2 Millionen Euro – 2,6 Millionen Euro für die Sanierung in den Nachtragshaushalt einstellen. Insgesamt kostet die Baustelle 3,3 Millionen Euro, etwas mehr als 700 000 Euro trägt das Land Hessen über Fördermittel.

„Wir wollen diese neue Kostenrechnung keinesfalls so akzeptieren. Wir müssen sie den Stadtverordneten aber mitteilen. Wir lassen gerade alle Kostenschätzungen und Rechnungen prüfen“, kündigt Pusdrowski an. Die KBL und das beauftragte Ingenieurbüro Jenisch und Jung aus Dreieich prüfen die Details, und der KBL-Chef hofft, dass die Kostensteigerung deutlich geringer ausfallen wird.

Unabhängig von all dem soll ab Mitte Dezember der Verkehr über das dann sanierte Bauwerk wieder fließen. Rund 20 000 Fahrzeuge rollen normalerweise auf dieser Strecke von Ost nach West. Die Baustelle hatte im innerstädtischen Verkehr für weniger Komplikationen gesorgt als vermutet.

Die Stadtverordneten beschäftigen sich mit den ungeplanten Kostensteigerungen und der entsprechenden Einpreisung in den Nachtragshaushalt im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag, 27. September. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet dann am 18. Oktober.

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