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Das Stadtarchiv geht neue Wege

Von Mit dem Ruhestand von Herbert Bauch beginnt im Stadtarchiv eine neue Zeitrechnung. Dies betrifft vor allem die Organisation und die Präsentation.
Herbert Bauch beweist: Das Stadtarchiv bleibt die Fundgrube der Langener Geschichte. Foto: fnp Herbert Bauch beweist: Das Stadtarchiv bleibt die Fundgrube der Langener Geschichte. Foto: fnp
Langen. 

In der vergangenen Woche hatte Stadtarchivar Herbert Bauch seinen letzten Arbeitstag. Nach 21 Jahren hinterlässt er 280 laufende Meter Urkunden, Fotos, Zeitungen, Bücher und Stadtpläne, alles perfekt sortiert. Der 62-Jährige verabschiedet sich in die passive Phase der Altersteilzeit, und mit ihm verschwindet auch das Stadtarchiv wie es die Langener bislang kannten.

"Natürlich machen wir den Laden nicht dicht, hier sind 400 Jahre Kulturgut zusammengetragen", betont Kulturamtsleiter Joachim Kolbe. Aber die Stadtverordneten haben die Schließung des professionellen Stadtarchivs und des Museums im alten Rathaus beschlossen. "Wir werden in den kommenden Monaten ein Provisorium aufbauen und mit Honorarkräften Stadt- und Museumsführungen anbieten", erklärt Kolbe.

Glücksfall für die Stadt

Darüber hinaus werde er versuchen, ehrenamtliche Kräfte zu gewinnen, die in der Archivarbeit helfen möchten. "Uns ist klar, dass damit andere Zeiten anbrechen. Das Sparen fordert seinen Tribut und es wird ein Qualitätsunterschied spürbar sein", so Kolbe. Er betont, dass die Entscheidung bei besseren finanziellen Aussichten wieder revidiert werden könne.

Herbert Bauch sei ein Glücksfall für die Stadt gewesen, hebt Bürgermeister Frieder Gebhardt hervor. Er habe in einzigartiger und professioneller Manier ein perfekt organisiertes Archiv hinterlassen. "Unser Archiv präsentiert sich in einer denkbar guten Verfassung und bleibt auch künftig als Fundgrube der Langener Vergangenheit erhalten." Der Wegfall der Stadtarchivar-Stelle mache allerdings eine Neuausrichtung hin zu modernen Techniken der Informationsrecherche und -verarbeitung notwendig.

"Wir werden in den kommenden Monaten den Grundstein für eine umfassende Internetpräsenz legen und ein Informationsangebot schaffen, das schnell und einfach zugänglich ist." Das Stadtarchiv sei als Forschungsstätte zum Verständnis und zur Rekonstruktion der lokalen Historie unverzichtbar.

Spezielles Lesegerät

Viele wichtige Unterlagen seien schon als Microfilm archiviert. Für dieses Medium bedarf es aber eines speziellen Lesegeräts. "Wir streben an, die Mikrofilme zu digitalisieren und über das Internet zur Verfügung zu stellen. Man kann dann daheim bequem darin schmökern und recherchieren", sagt Gebhardt.

Wichtige Urkunden und Stationen der Stadtgeschichte, Fotos, historische Karten bis hin zu kompletten Büchern könne dieses virtuelle Stadtarchiv bieten. Um die Kosten von rund 20 000 Euro aufzubringen, setzt Gebhardt auf die Unterstützung von außen, etwa von Stiftungen. Die Federführung beim Stadtarchiv und der Digitalisierung liegt nun bei Joachim Kolbe. Er bittet um Verständnis, dass die Einrichtung während einer circa dreimonatigen Übergangsphase nicht genutzt werden kann.

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