E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 27°C

Walldorfer Stadthalle: Deshalb lohnt sich die Realismus-Ausstellung in der Kommunalen Galerie

Eine Büste, 18 Gemälde und eine Zeichnung, alle mit den Schwerpunkten Foto- und Hyperrealismus, zieren derzeit die Kommunale Galerie in der Walldorfer Stadthalle. Die Palette der Motive ist ebenso vielfältig wie beeindruckend.
Die Ausstellungseröffnung der Galerie Gering in der Kommunalen Galerie in Walldorf stieß auf großen Zuspruch. Bilder > Die Ausstellungseröffnung der Galerie Gering in der Kommunalen Galerie in Walldorf stieß auf großen Zuspruch.
Mörfelden-Walldorf. 

Sehen und gesehen werden. Ausstellungseröffnungen in der Kommunalen Galerie in Walldorf zählen zu den kulturellen Höhepunkten in der Doppelstadt. Einmal mehr ist es Organisator Otto Schaffner gelungen, mit der Galerie Ulrich Gering aus Frankfurt eine sehens- und erlebenswerte Schau an Land zu ziehen. Gezeigt werden 18 Gemälde, eine Zeichnung und eine Büste aus Terracotta zum Thema „Realismus – Eine Bildsprache gestern und heute“ mit zeitgenössischer, realistischer Kunst und den Schwerpunkten Foto- und Hyperrealismus.

Rund 60 Gäste waren zur Vernissage gekommen, darunter treue Besucher aus den Reihen einheimischer Künstler. Alle nutzten die Gelegenheit zu angeregten Gesprächen mit jedoch nur wenigen der ausstellenden Künstler. Dass nicht alle erschienen waren, liegt laut Schaffner daran, dass für viele die Anfahrt zu lang gewesen wäre.

Dem Stil treu geblieben

Auch Bürgermeister Heinz-Peter Becker ließ es sich nicht nehmen, die neue Ausstellung mit all ihren Impressionen zu bewundern und die Kunstinteressenten zu begrüßen. Er dankte Schaffner, dass er sie ermöglicht hat, und wies darauf hin, dass die ausstellende Galerie seit 1973 besteht, seit 1981 in Frankfurt. Sie sei ihrer Stilrichtung stets treu geblieben. Galerist Ulrich Gering begleite darüber hinaus den jährlichen Skulpturenpark in Mörfelden-Walldorf als Jurymitglied.

Gering erinnerte in einer kurzen Ansprache an den Wandel der Kunst seit dem Dritten Reich. Die „Jungen Wilden“ hätten die Malerei in den 1980er Jahren übernommen. Dabei sei der Realismus in den Hintergrund getreten. Trotz-dem habe er 1981 seine Galerie mit dieser Stilrichtung in Frankfurt eröffnet. Jeder Künstler versuche, seine Geschichten zu erzählen. Die Bilder hätten ihre Ziele erreicht, wenn sich Betrachter darin selbst fänden.

Lächeln der Mona Lisa

Zu den beeindruckendsten Arbeiten der Schau zählt das 50 mal 40 Zentimeter messende Ölporträt einer jungen Frau von Michele Fiore, deren kaum wahrnehmbares und geheimnisvolles Lächeln an das der Mona Lisa erinnert. Die schulter- und armfreie rote Bekleidung sowie der rote Turban der jungen Frau mit ebenfalls rot geschminktem Mund verschmelzen geradezu mit dem im gleichen Rot gehaltenen Hintergrund zu einer Einheit. „Optisch übrig“ bleibt lediglich die blasse Haut des Gesichts, des Halses, des Dekolletés und der Oberarme.

Wie eine Fotografie wirkt das Gemälde „Christin 2“. Im Format 80 mal 190 Zentimeter hat Peter Handel mit Ölfarben die Ganzkörperansicht einer liegenden Frau auf die Leinwand gebracht. Zu den Exponaten zählen aber auch Motive wie drei Tassen, Gebäudeansichten, auch mal schräg, Straßenzüge mit Schaufenstern und Spiegelungen darin.

Hinzu kommen die großformatige Ansicht eines in gedeckten Farben gehaltenen, aber dennoch nicht düster wirkenden Herbstwaldes mit in der Ferne aufsteigendem Nebel, sowie ein Porträt, das ab der Augenpartie in eine Stadtansicht von Barcelona übergeht, Landschaften und Venedig. Die Stadtansicht der einstigen Handelsmetropole zeigt unter anderem eine kleine Werft für Gondeln und Gebäude von morbidem Charme hinter einer der vielen Brücken. Sie spiegeln sich im grünen Kanal mit sanften Wellen der Lagunenstadt.

Die älteste Arbeit, die gezeigt wird, ist eine unter Glas gerahmte Bleistiftzeichnung von Eugen Jak aus dem Jahr 1905. Die aussagekräftigen Striche auf dem vergilbten Papier zeigen eine alte Frau mit Lebensspuren im Gesicht und entblößtem Oberkörper im Profil. Ausgestellt sind unter anderem Arbeiten der Künstler Claus Delvaux, Clemens Erlenbach, Joerg Eyfferth, Michele Fiore, Manfred Hönig, Sabine Liebchen, Anke Rhode, Gerda Raichle und Johannes Schramm. Für die musikalische Untermalung der Vernissage sorgte Siggi Liersch mit Gitarrenklängen und Gesang.

Am morgigen Mittwoch gibt es von 18.30 Uhr an einen literarischen Abend mit Hans ter Wolbeek und Hartwig Kittler. Die Finissage am letzten Ausstellungstag, Sonntag, 25. März, wird von dem Pianisten Gerd Koellner begleitet. Bis dahin kann die Ausstellung in der Kommunalen Galerie über der Walldorfer Stadthalle, Waldstraße 100, mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr kostenfrei besichtigt werden.

(red)

Zur Startseite Mehr aus Kreise Offenbach/Groß Gerau

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen