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Ein Hauch von Bollywood

Für die indische Filmindustrie ist Langen ein exotischer Schauplatz. Deshalb steht der Vierröhrenbrunnen im Zentrum des nächsten Bollywood-Blockbusters.
Großes Kino am Sterzbach (v. l.): Der Langener „Shiva“ Pattanath, der den Brautvater spielt, Regisseur Nikhil Advani und die Stars der indischen Filmindustrie  beim Dreh am „Vierröhrenbrunnen der Liebe“.	Foto: Stadt Langen Großes Kino am Sterzbach (v. l.): Der Langener „Shiva“ Pattanath, der den Brautvater spielt, Regisseur Nikhil Advani und die Stars der indischen Filmindustrie beim Dreh am „Vierröhrenbrunnen der Liebe“. Foto: Stadt Langen
Langen. 

Mango-Lassi statt Ebbelwoi – die indische Filmindustrie hat Langen für sich entdeckt und verwandelt die Altstadt in ein exotisches Märchen aus 1001 Nacht. Rund um den Vierröhrenbrunnen entsteht in den nächsten Wochen ein turbulenter Herz-und- Schmerz-Streifen in kitschig-romantischer Manier, der ein Millionenpublikum auf dem indischen Subkontinent in den Bann ziehen soll. Eingefädelt hat das Ganze ein sogenannter Locationscout, der dank des neuen Langener Imagefilms auf die Sterzbachstadt aufmerksam wurde.

Gut 50 Schauspielerinnen und Schauspieler sind bereits aus Mumbai eingetroffen, um in der Altstadt vor der Kamera zu stehen. Regisseur Nikhil Advani (Patiala House 2011, Delhi Safari 2012, Hero 2014), der das Megaprojekt mit einem Budget von umgerechnet 50 Millionen Euro umsetzt, ist nicht gewohnt zu kleckern: „Bei dieser Produktion setzen wir auf die besten Schauspieler des Landes und nutzen die gleiche Technik wie die Blockbuster-Macher in den USA. Bollywood-Legende Salman Khan wird die Hauptrolle spielen und sein Sternenglanz natürlich auch auf Langen abstrahlen“, schwärmt Advani.

Zehn Lastwagen mit Filmmaterial stehen in einem Depot am Frankfurter Flughafen bereit. Der Film wird in 3D-Technik gedreht, und allein für eine dramatische Kuss-Szene auf dem Glockenturm der Stadtkirche wird ein Hebekran mit Spezialkamera anrücken.

In dem Schmachtstreifen mit dem Titel „Fountain of Love“ (frei übersetzt: „Vierröhrenbrunnen der Liebe“) geht es um eine Romanze zwischen einem indischen Prinzen (Salman Khan) und einer Callcenter-Angestellten (Preity Zinta), die aber einem anderen Mann (Saif AliKhan) versprochen ist. Beide fliehen ins hessische Langen, wo sie leidenschaftliche Momente zu Füßen des Vierröhrenbrunnens verbringen. Als der gehörnte Ehemann in spe die beiden aufspürt, kommt es zum Showdown in den Katakomben der Schererhalle.

Langener wird Brautvater

Als schauspielerisches Naturtalent mit von der Partie ist der Langener „Shiva“ Pattanath (80). Herr Pattanath ist zwar in Malaysia geboren, aber etliche Jahre seines Lebens hat er im südindischen Chennai verbracht. Vielen ist er als ehrenamtliche Mitarbeiter des Begegnungszentrums Haltestelle bekannt. Im Film übernimmt er die Rolle des Brautvaters.

Im Tross der Filmcrew sind außerdem vertreten: Ein indischer Tiger, zwei Elefanten, zehn Pfaue, 200 weiße Tauben, mehrere traditionelle Tänzer, Schneider und Ausstatter. Regisseur Advani legt großen Wert auf das Wohlbefinden seiner Schützlinge: „Wir haben einen eigen Caterer und einen Tandoori-Ofen mitgebracht, damit sich unsere Künstler in der Fremde wie zu Hause fühlen.“ Was dem Filmteam jetzt noch fehlt, sind deutsche Komparsen. „Wir freuen uns über alle, die bei den Dreharbeiten mitmachen möchten. Als kleines Dankeschön gibt es Autogrammkarten oder die Chance, den gutmütigen Tiger zu streicheln – und natürlich die Ehre eines Millionenpublikums in den indischen Filmpalästen“, so der Regisseur.

Die perfekte Kulisse

Doch wie kommt Bollywood nach Langen? Der Darmstädter Locationscout Christoph Rau (Filmlocation Germany) stieß kürzlich auf den Ort, als er den neuen Imagefilm der Stadt auf dem Videoportal Youtube gesehen hatte. Locationscouts wie er suchen für Filmteams nach geeigneten Drehorten, welche die passende Kulisse und Infrastruktur bieten. „Das herrliche Fachwerkensemble und der schmucke Vierröhrenbrunnen haben mich sofort begeistert. Die indischen Zuschauer lieben diese verschachtelten historische Bauten.“

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt wirbt ausdrücklich für das innovative Filmprojekt, trotz möglicher Behinderungen für die Anwohner in der Altstadt: „Ich finde es großartig, dass Langens schönste Seiten nun auch die Menschen im fernen Osten begeistern werden. Langen wird immer mehr zu einem Filmstandort.“ Dafür stünden Namen wie Dunja Rajter („Winnetou“, „Das Traumschiff“) oder Anke Sevenich („Tatort“, „Die zweite Heimat“) Erst kürzlich hätten Heike Makatsch und Wotan Wilke Möhring in der Wallschule gedreht. Gebhardt geht davon aus, dass durch den Bollywood-Werbefaktor verstärkt indische Unternehmen auf Langen als Wirtschaftsstandort aufmerksam werden. ror

Alle Einwohner, gleich welchen Alters, können heute, Dienstag, in der Zeit von 16 bis 18 Uhr zu einem Casting an den Vierröhrenbrunnen kommen. Besondere Kleidung wird nicht benötigt. Englischkenntnisse sind von Vorteil.

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