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Hund „Romeo“ hilft Kindern: Ein vierbeiniger Assistenzlehrer

Von Hund „Romeo“ hilft Kindern, ihre Ängste und Bindungsstörungen zu überwinden. Er kommt sogar mit in den Unterricht.
Der fünf Jahre alte Eurasier »Romeo« ist als Diensthund des Kreises Offenbach als Assistent an den Schulen im Kreis unterwegs. Er begleitet Cornelia Conradi (Mitte) von der Dezentralen Schule in den Unterricht, Landrat Oliver Quilling (r.) und Edeltraut Ehlertfreuen sich über den Erfolg des vierbeinigen Lehrers. Der fünf Jahre alte Eurasier »Romeo« ist als Diensthund des Kreises Offenbach als Assistent an den Schulen im Kreis unterwegs. Er begleitet Cornelia Conradi (Mitte) von der Dezentralen Schule in den Unterricht, Landrat Oliver Quilling (r.) und Edeltraut Ehlertfreuen sich über den Erfolg des vierbeinigen Lehrers.
Kreis Offenbach. 

„Romeo“ kann sich wahrlich als etwas Besonderes fühlen: Der fünf Jahre alte Eurasier-Rüde geht als erster Diensthund des Kreises in die Geschichte ein. Zu verdanken hat er dies seinem Frauchen Cornelia Conradi. Sie ist Lehrerin an der Dezentralen Schule mit Förderschwerpunkt emotionale und Soziale Entwicklung im Kreis. Die Pädagogin arbeitet meist an Regelschulen mit Schülern, die im normalen Unterricht mit ihrem Verhalten manche Probleme haben. „Romeo“ ist dabei einmal in der Woche ein sehr hilfreicher Assistent.

In der Zusammenarbeit mit dem Hund können Kinder, die unter Bindungsstörungen leiden, ihre soziale und emotionale Kompetenz stärken und trainieren. „Bevor der Hund mit in die Klasse kommt, stellen wir gemeinsam Regeln auf, welche die Kinder zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutz von Romeo einhalten müssen“, erklärt Cornelia Conradi. Das klappt selbst bei Kindern sehr gut, die sonst große Schwierigkeiten haben, sich an Regeln zu halten.

 

Auf Signale achten

 

„Die Kinder lernen die Signale des Hundes zu lesen. Romeo ist zunächst eher zurückhaltend, aber er ist immer freundlich und ruhig“, sagte die Lehrerin, die ihren Vierbeiner sehr gut kennt. In einer zweijährigen Schulung mit einer Pädagogin und einer Hundetrainerin haben „Romeo“ und seine Besitzerin diese Arbeit an den Kindern auch perfekt vorbereitet. „Ich habe dort selbst gelernt, noch genauer auf die Signale meines Hundes zu achten“, erzählt Conradi. Jetzt kann sie gemeinsam mit „Romeo“ helfen, dass Kinder sich ihren Ängsten stellen, lernen, Rücksicht zu nehmen und sich in ein anderes Lebewesen einzufühlen.

„Es ist erstaunlich, wie konzentriert und leise die Kinder arbeiten, wenn Romeo dabei ist. Denn sie wissen genau, dass die Ohren von dem Hund so viel empfindlicher sind als ihre eigenen. Plötzlich knallt auch niemand mehr mit den Türen“, berichtete sie von ihrer Arbeit mit Schülern und ihrem vierbeinigem Assistenzlehrer. Der Hund sei immer authentisch, nehme die Kinder so an wie sie sind, und wenn die Kinder seine Bedürfnisse achten, zeige der hübsche und wuschelige Hund seine Freude und Zuneigung. Der Hund entspanne allein mit seiner Anwesenheit das Arbeitsklima, vermindere das Aggressionspotential und steigere die Zufriedenheit der Schüler, was sich auf die Lernerfolge niederschlage.

 

Inklusion

 

In der Regel arbeitet Cornelia Conradi mit der ganzen Klasse, in dem ein Förderkind inklusiv beschult wird. Manchmal setzt sie sich aber auch alleine mit dem betroffenen Kind und „Romeo“ zusammen. Der Hund schreibe den Kindern auch immer wieder Briefe als Rückmeldung, sagt Conradi. Nun ja – diese schreibt sie wohl selbst, aber bei den Kindern kommt dieses Feedback unterschrieben von dem Hund gleich viel besser an.

90 Prozent der Kinder, die von der Dezentralen Schule betreut werden, werden inklusiv beschult. Das Projekt mit Diensthund „Romeo“ ist nur eines von vielen besonderen Wegen, welche die rund 40 Pädagogen mit den Kindern in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich gehen. „Unser Ziel ist es immer, den bestmöglichen Schulabschluss für die Kinder herauszuholen. Gerade in diesem Jahr hat ein Jugendlicher das Abitur gemacht, weitere sind auf dem Weg dorthin“, erzählt Schulleiterin Edeltraut Ehlert zufrieden.

Und auch Landrat Oliver Quilling (CDU) ist voll des Lobes: „Die Dezentrale Schule ist ein wichtiges Standbein für all unsere Inklusionsbemühungen. Und „Romeo“ ist als Diensthund natürlich herzlich willkommen.“ Er freue sich über den „wuscheligen neuen Kollegen“.

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