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Gemeinsames Fastenbrechen: Ende des Ramadan: Muslime feiern Tag der Freude

Von Einen Monat lang fasten die Muslime während des Ramadan. Beim Zuckerfest beenden sie schließlich gemeinsam die entbehrungsreiche Zeit und genießen leckeres Essen.
Das Büfett ist eröffnet: Die Gäste des Zuckerfests der Ahmadiyya Muslim- Gemeinde ließen sich die leckeren Speisen schmecken. Foto: Carmen Erlenbach Das Büfett ist eröffnet: Die Gäste des Zuckerfests der Ahmadiyya Muslim- Gemeinde ließen sich die leckeren Speisen schmecken.
Mörfelden-Walldorf. 

Warum fasten Muslime eigentlich während des Ramadan? Und was soll das? Diese Frage wurde beim Zuckerfest der Ahmadiyya Jamaat Gemeinde in der Stadthalle Walldorf geklärt. Imam Ahsan Faheem Bhatti von der Gemeinde aus Groß-Gerau verdeutlichte den Sinn und Zweck des im Koran vorgeschriebenen Fastenmonats.

Auf etwa 150 Besucher hatten sich die Gastgeber mit einem umfangreichen und selbst zubereiteten Büfett sowie den Sitzplätzen vorbereitet, die meisten jedoch waren leer geblieben. Überwiegend hatten sich männliche Moslems eingefunden. Neben ihnen war eine Handvoll deutscher und islamischer Frauen gekommen. Nach einer Lesung aus dem Koran verdeutlichte der Imam, dass das Fest nur in der deutschen Sprache Zuckerfest heißt, eigentlich aber das Id-ul-Fitr-Fest sei und bedeute, glücklich zu sein.

 

Religion verstehen

 

Zuvor jedoch begrüßte Kerstin Geis von der SPD-Landtagsfraktion die Gäste und dankte für die Einladung, am Endes des Fastenmonats Ramadan das Zuckerfest gemeinsam zu feiern. Es sei üblich geworden, es gemeinsam an öffentlichen Plätzen zu begehen. Das fördere das Verständnis verschiedener Kulturkreise und Religionen füreinander, was wiederum die Grundlage für alles sei, was in der Gemeinschaft Raum fasse. Integration bedeute, sich von beiden Seiten zu öffnen. Das Zuckerfest sei die Belohnung für langes Fasten. Als Mutter von vier Kindern sorge sie sich jedoch, wie es sei, in der größten Hitze bis nach Sonnenuntergang nichts zu trinken.

Geis betonte, ihre Gedanken seien bei allen, die während des Ramadan auf der Flucht gewesen seien. Daran sei nicht viel zu ändern, jedoch könne eine Gesellschaft mit einer Willkommenskultur geschaffen werden. Das sei Aufgabe der Politik und letztlich auch eine Frage des Einübens.

Auch Bürgermeister Heinz-Peter Becker (SPD) dankte für die Einladung. Es sei seit einigen Jahren üblich, dieses hohe Fest mit Gästen zu feiern. „Man muss die Hintergründe kennen, um die Religion des anderen zu verstehen.“

Der Imam erinnerte daran, dass der Aufruf zum Fasten im Koran verankert sei. Auch im Juden- und Christentum werde betont, dass Jesus einst 40 Tage gefastet habe. Für gesunde Erwachsene sei das Fasten während des Ramadan Pflicht – nicht aber beispielsweise für Schwangere, Kranke und Reisende sowie Menschen, die auf Medikamente angewiesen seien.

 

Moralisches Training

 

Das Fasten während des Ramadan beginne eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang und ende mit dem Sonnenuntergang. In dieser Zeit faste nicht nur der Magen, sondern jedes Körperteil. So dürfe in dieser Zeit beispielsweise kein Geschlechtsverkehr ausgeübt werden, die Ohren dürften nichts Lästerliches hören, die Augen dürften nichts Anzügliches sehen. Das Fasten bedeute Gläubigen ein Schutzschild. Es könne sein, dass sich Betroffene beim Fasten ab und zu schwach fühlten, aber es stärke, und danach sei man kräftig und fit.

Der Imam verglich das Fasten mit einer Sportart, die auch trainiert werden müsse. Beim Fasten stehe das spirituelle und moralische Training im Fokus. Es solle lehren, sich für seine Religion anzustrengen. Wer selbst Hunger und Durst spüre, dem werde der Zustand von Bedürftigen bewusst. So gelte es auch, nicht immer auf seinem Recht zu bestehen. Rechthaberei beider Parteien führe oft zu Konflikten. Auch dafür schärfe das Fasten den Blick.

Der Ramadan sei eine der fünf Säulen des Islam. Sich einen Monat im Jahr um die Gebote Gottes zu kümmern, das stärke den Geist. Gott werde zum Beschützer von Fastenden. Am Ende stehe mit dem Zuckerfest der Tag der Freude. Er bedeute, glücklich zu sein, alle seine Begierden zu opfern und vor Gott zu treten. Gemeinsam labten sich die Gastgeber und ihre Besucher an einem reichhaltigen und selbst zubereiteten Büfett.

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