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Tiere mit Behinderungen: Liebenswert trotz Handicap

Von Im Tierheim in Königstädten gibt es viele Vierbeiner, die vermittelt werden sollen, auch welche mit Behinderungen. Die Katzen oder Hunde sind dennoch lebensfroh und aufgeschlossen.
Vida setzt ihren steif gewordenen Hinterlauf als Spazierstock ein. Bilder > Vida setzt ihren steif gewordenen Hinterlauf als Spazierstock ein.
Rüsselsheim. 
Claudia Vietmeier-Kemmlers Fürsorge gilt unter anderem Maxi, die mit Katzenaids infiziert ist.	Fotos: tami Bild-Zoom
Claudia Vietmeier-Kemmlers Fürsorge gilt unter anderem Maxi, die mit Katzenaids infiziert ist. Fotos: tami
Handicaps erschweren oft das Leben von Menschen. Dass sie für Tiere jedoch nicht unbedingt ein Problem darstellen müssen, weil sie sich mit ihnen arrangiert haben, beweisen einige Bewohner des Tierheims in Königstädten. Wie selbstverständlich nehmen sie ihre Behinderungen hin und machen das Beste daraus. Wer ein steifes Bein hat, der kommt trotzdem an sein Ziel – etwas ungelenk, aber genauso flink. Und auch wer nur drei Beine hat, hat sein Schicksal angenommen, ohne dass soziale Eigenschaften der Tiere beeinträchtigt werden.

Mitunter zeugen körperliche Benachteiligungen von Hunden und Katzen, die im Tierheim betreut werden, von einer schlimmen Vorgeschichte. Sie alle wurden medizinisch versorgt, sind kuriert und warten nun in ihrem Übergangsdomizil auf ein neues Zuhause, in dem sie so angenommen und geliebt werden, wie sie sind. Das Leben mit einem behinderten Tier birgt für seine neuen Herrchen keine Nachteile. Denn wie für Menschen gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die das tägliche Leben erleichtern. Mitarbeiter des Tierheims stehen bei allen Fragen zur Verfügung.

 

Äußerst aufgeschlossen

 

So leben im Tierheim beispielsweise einige noch junge und ebenso liebe wie anhängliche Katzen mit nur einem Auge. Sie wurden als Babys ausgesetzt. Wegen starker Infektionen konnte allerdings die dortige Ärztin nichts mehr ausrichten, so dass die Katzen ein Auge verloren. Doch sie zeigen sich ebenso lebensfroh wie ihre zweiäugigen Mitstreiter.

Und da ist Mimi, eine bildschöne Foxterrier Hündin. Sie ist seit zwei Jahren taub und ist trotz ihrer Behinderung neuen Eindrücken gegenüber äußerst aufgeschlossen. Sie wurde im Tierheim mit dem Hinweis abgegeben, dass sie nicht mehr aufs Wort folge. Nicht verwunderlich, wenn das Tier plötzlich taub geworden ist und erst – wie Menschen auch – eine Gebärdensprache erlernen müssen. Wer Mimi zu sich nehmen würde, müsste mit ihr per einfach zu erlernender Körpersprache kommunizieren. Die Hündin hat im Tierheim rasch gelernt, Blicke, Körperhaltungen und kleine Gesten zu deuten und auf sie zu reagieren. Nur zurückpfeifen, das funktioniert bei Mimi nicht. Darum rät Claudia Vietmeier-Kemmler, Vorsitzende des Tierschutzvereins, dem künftigen Besitzer, Mimi beim Spaziergang an der Leine zu führen.

Auch Kinto wartet auf neue Besitzer. Sein Handicap sind sein Alter und Übergewicht. Kein Problem für den Hund, er geht nur ein bisschen langsamer, bis seine Pfunde ein wenig gepurzelt sind. Nur ein paar Meter weiter lebt Vida – ein rundum gesunder Hund mit vier Beinen, von denen er eines als Spazierstock benutzt. Der einstige Besitzer hatte die Verletzung, die sich Vida bei einem Autounfall zugezogen hatte, nicht behandeln lassen, so dass ein Hinterlauf steif wurde. Ein verkrüppeltes Hinterbein hat auch die vierjährige Hündin Snow. Sie humpelt.

 

Sehnsucht nach Nähe

 

Ein schreckliches Schicksal hat die kleine Juliet ereilt. Auf sie wurde geschossen. Die Katze „Oma Anni“ wurde ausgesetzt – oder hatte sich verlaufen. Sie wurde ins Tierheim gebracht, schätzt Schmuseeinheiten, Ruhe und Beschaulichkeit. Vietmeier-Kemmler weist darauf hin, dass speziell ältere Tiere oft lange im Tierheim auf „ihren Menschen“ warten – jemanden, der auf glückliche Zeiten mit seinem neuen Liebling schaut, und ihn auf seinem letzten Weg begleitet.

Das gilt für den 14-jährigen und sehbehinderten Kater Opa Balbao ebenso wie für den erst vierjährigen Bounty mit diagnostiziertem, aber nicht ausgebrochenem Katzenaids, und die einjährige, dreibeinige und taube Katze Caithlin. Sie alle signalisieren, dass sie sich nach Nähe und Geborgenheit sehnen.

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